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Wohnüberbauung Hebelstrasse / Maiengasse in Basel
Maiengasse 7/11, Hebelstrasse 52, Basel

Esch Sintzel GmbH Architekten ETH SIA BSA


 © Esch SintzelFassadenausschnitt des Holzbaus an der Maiengasse: Dunkelgrüne Verschalung  aus Tannenholz, französische Fenster aus Lärche und graugrün lasierte Klappläden. © Esch SintzelBlick in die Küche mit Essplatz einer 4-Zimmer-Wohnung an der Maiengasse mit Fensterfront zur Gartenseite. Charakteristisch sind die Holzbalkendecke aus Fichte und die französischen Fenster aus Lärchenholz. © Esch SintzelBlick in das Wohnzimmer einer 3-Zimmer-Wohnung an der Hebelstrasse. Küche, Essplatz und Wohnzimmer gruppieren sich um die grosszügige Loggia zur Gartenseite. © Esch SintzelBlick in das Wohnzimmer einer 4-Zimmer-Wohnung an der Maiengasse mit Fensterfront und grossem Sitzplatz zur Gartenseite: Der grosse, offene Wohnraum ist  mit massivem Eichenparkett und durchgehender Holzbalkendecke aus Fichte ausgestattet. © Esch Sintzel © Esch Sintzel © Esch Sintzel © Esch Sintzel
Kategorie:
Wohnen (bis 2 Wohneinheiten)
Fertigstellung:
2018
Anzahl Wohnungen:
54
Gebäudekosten BKP 2:
20.8 Mio. CHF

Die Eiche und das Schilfrohr

Eine neue Überbauung der Zürcher Architekten Esch Sintzel belebt seit diesem Herbst einen einstigen Gewerbehof im historisch gewachsenen Basler Quartier «Am Ring». Entstanden ist eine gute Durchmischung von verschiedenen, insbesondere familienfreundlichen Wohnungsgrössen und ein Doppelkindergarten.

In einem offenen Wettbewerb von «Immobilien Basel Stadt» war 2013 das Areal zwischen Hebelstrasse und Maiengasse zur Schliessung einer Baulücke und Überbauung des städtischen Werkhofs ausgeschrieben. Einerseits ist das Quartier «Am Ring» von Häusern geprägt, die für den bürgerlichen Mittelstand in den 1860er-Jahren gebaut wurden, mehrheitlich sind es zwei- bis dreistöckige Reihenhäuser mit stattlichen Fassaden.

Auf dem Grundstück an der wenig befahrenen Maiengasse wiederum bestimmten zuletzt Werkstätten und Schuppen den grossen Hofraum. Die gestellte Bauaufgabe erforderte also einen Spagat zwischen verschiedenen Typologien.

In konventioneller Bauweise schlossen Esch Sintzel die Baulücke an der Hebelstrasse mit zwei attraktiven Atelierwohnungen im Erdgeschoss und 14 grosszügigen Wohnungen in den vier Obergeschossen. Zur Strassenseite ist der Grundriss des Vierspänners mit kleinen, erkerartigen Ausbuchtungen, zur Hofseite mit einer Ausdrehung angereichert.

Werkstattcharakter
Ihr augenzwinkernder Wettbewerbstitel «Cour d’Honneur» spielt mit dem dreiseitig umschlossenen Ehrenhof im französischen Schlossbau. Darauf bezieht sich das Herzstück des Siegerprojekts, das V-förmige, dreigeschossige Hofgebäude, das in den auf einer Seite offenen Blockrand eingepasst wurde, mit genügend Abstand zu den angrenzenden Gartenseiten und Gebäuden. Um den ehemaligen Werkstattcharakter mit Schuppenbauten spürbar zu machen, setzten die Architekten das Hofgebäude konsequent in Holzbauweise um.

In unterschiedlichsten Grössen – von 1,5 bis 6,5 Zimmer – entwarfen sie 39 Wohnungen, die vom Gemeinschaftshof aus erschlossen werden und zumeist auch auf die rückwärtigen Gartenseiten ausgerichtet sind. Zwei Kindergärten schliessen den halbprivaten Hof nach Südosten im Erdgeschoss ab.

Der besondere Zuschnitt von acht Maisonette-Wohnungen mit separatem Eingang, verbunden mit einer eigenen erhöhten, hofseitigen Veranda, gab den Ausschlag für den ersten Rang für ihre vorbildliche Erdgeschossnutzung und Privatisierung.

Die Architekten setzten sich zum Ziel, sämtliche Wohnungen, auch kleine Einheiten, jeweils von zwei Seiten zu belichten und mit grosszügigen Balkonen, Loggien oder kleinen, privaten Gärten auszustatten. Zudem sollten alle verwendeten Materialien den «eco-bau»-Richtlinien entsprechen.

Den Werkstattcharakter vermittelt die vertikal strukturierte, dunkelgrüne Holzfassade, die sich zum Hof grosszügig mit französischen Fenstern öffnet. Bei Bedarf schützen die zugeordneten Klappläden die Privatheit der Wohnungen.

Die Fügung der Fassadenelemente in abgestuften Grüntönen ist sehr additiv. Damit stehen Stützen, Paneele oder Lisenen autonom für sich und erwecken, man ist geneigt zu sagen, Modellbaucharakter.

Heimische Hölzer
Die grosszügigen Maisonette-Wohnungen sind auf 100 bis 130 Quadratmetern über zwei, teilweise sogar drei Geschosse mit einer massiven Eichentreppe verbunden, nicht nur damit kommen sie an Komfort einem Reihenhaus gleich. Französisch betritt man die Wohnung durch die grosse Wohnküche mit seitlicher Schrankwand. Auf der Rückseite gelangt man vom Wohnzimmer in das angegliederte Gartengrundstück: mit zwei Bädern und grosszügigen Zimmern im oberen Geschoss ein attraktives Angebot.

Einheimische Hölzer bestimmen in Form von Sichtbalken aus Fichtenholz kombiniert mit Eichenparkett die Innenräume. Das Tannenholz für die äussere Holzverschalung und die Klappläden wurde zuerst witterungsbeständig druckimprägniert und anschliessend mit dunkelgrüner bzw. graugrüner Lasur gestrichen.

Wohnhof mit Vorbild
Zusammen mit den begleitenden Stützen des Verandastreifens kommen einem unweigerlich Bilder vom Hinterhaus von Herzog & de Meuron an der Hebelstrasse 11, etwa 300 Meter Luftlinie entfernt, in den Sinn, das den Zürcher Architekten inspirierend zur Seite stand.

1988, also vor genau dreissig Jahren, hatte das junge Büro Furore gemacht mit diesem ausgefeilten Holzbau, den Ulrike Jehle-Schulte Strathaus sehr treffend beschreibt: «Das schmale Haus entlang einer Hofmauer folgt im Grundriss dieser linearen Struktur. Aussen ganz mit Eiche verkleidet, wird es zum ‹Möbel›, das an die Wand geschoben ist.»

Während dort Privatheit und Abgeschlossenheit oberstes Gebot waren, gilt an der Maiengasse der offene Gemeinschaftshof als zentrales Motiv. Man darf gespannt sein, wie sich der Wohnhof im Praxistest bewährt!

Text: Sibylle Hahner

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Architekt/Planer

Esch Sintzel GmbH


Architekten ETH SIA BSA
Badenerstrasse 156
8004 Zürich
044 297 99 00
Bauherr

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Fischmarkt 10
4051 Basel
061 267 47 00

Grundriss Erdgeschoss Wohnüberbauung Hebelstrasse / Maiengasse in Basel von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 1. Obergeschoss Wohnüberbauung Hebelstrasse / Maiengasse in Basel von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 1. Obergeschoss
Schnitt Wohnüberbauung Hebelstrasse / Maiengasse in Basel von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Schnitt
Lage im Basler  Quartier «Am Ring» Wohnüberbauung Hebelstrasse / Maiengasse in Basel von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Lage im Basler Quartier «Am Ring»