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WOHN-UND GESCHÄFTSHAUS I BAHNHOFSTRASSE 53 I 3400 BURGDORF BE
Bahnhofstrasse 53, Burgdorf

Kategorie:
Industrie und Handel
Fertigstellung:
2016
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
6
Untergeschosse:
1
Anzahl Wohnungen:
4
Grundstücksfläche:
81'800 m²
Geschossfläche:
234'300 m²
Nutzfläche:
2084 m2
Gebäudevolumen:
9900 m³
Gebäudekosten BKP 2:
12 Mio. CHF

DAS WOHN UND GESCHÄFTSHAUS AN DER BAHNHOFSTRASSE

Das Grundstück an der Bahnhofstrasse 53 in der Burgdorfer Unterstadt ist durch die privilegierte Lage als Aussenraumgrenze des Bahnhofplatzes bemerkenswert prominent. Der erste Eindruck der Stadt wird nicht zuletzt bei der Ankunft der Bahnreisenden aus den Personenunterführungen mitbestimmt. Die Neubebauung der Parzelle eröffnete die Chance, einen gewichtigen weil imagebildendenden Teil der Stadt zu vervollkommnen und die Stadt blockrandtypologisch zu ergänzen. Das Geviert zeigte sich als fragmentierten und in den städtebaulich wichtigen Eckpunkten aufgelösten Blockrand, bleibt jedoch durch die langen Fassadenfronten an der Bahnhofstrasse gefasst, so dass es lohnenswert schien, die städtebauliche Absicht des Bahnhofquartiers in der blockrandtypischen Gelassenheit zu unterstreichen.
Dabei musste eine Klarheit der Mittel gewahrt werden; vielmehr sollte eine selbstbewusste und deutliche Präsentation der Haltung sichtbar werden, eine neue Offenheit dem Platz gegenüber.

DIE STRASSENEBENE

Gesucht wurde ein gelassenes und selbstbewusstes Volumen, welches sich auf verschiedenen Einflussebenen der Stadt unterschiedlich, in Abhängigkeit der beschriebenen und zu erreichenden Wirkungen, verändert. Es soll in keinem Fall störend oder aufgeregt erscheinen und in seinen Ausrichtungen glaubwürdig klärend und verbindend sein. Im Besten Fall soll es ein verbindendes Puzzleteil bilden. Im intensiven Zwiegespräch mit der internen städtebaulichen Kompetenz der Stadt entwickelten wir ein eigentliches Passstück. Unaufgeregt und ergänzend, als wohlwollender Empfang der Bahnreisenden.

Die gegen innen gewölbte Fassadenflucht des Nachbarhauses 45 wird als subtile Reaktion auf den Platz verstanden und wird als positiver Beitrag gewertet. Es wurde räumlich auf respektvolle Weise eine Platzerweiterung angedeutet. Dies war eine begrüssenswerte Reaktion. Die veränderte Situation in Bezug auf den neuen Bahnhofplatz würde jedoch die konzentrische Ausrichtung der Fassade etwas ins Leere laufen lassen.
In jedem Fall sollte jedoch der bestehende Bau in seiner Absicht wahrgenommen werden und als Initiant der Eckbesetzung Einfluss auf die Weiterführung der Fassung des Platzes gelten. Wichtig schien hier einen guten weiterentwickelnden Dialog zwischen dem Neubau und dem bestehenden Bau zu gewährleisten.
Es wurden volumetrisch zwei zu berücksichtigende Ebenen herauskristallisiert. Auf der Strassenebene ist es deren Ausrichtung zum Platz hin ganz zu öffnen. Eine frontale Gegenüberstellung zum neuen Platzzentrum hin bildet hier einen direkten Kontakt und meint damit unverhohlen die ankommenden, wartenden und einkaufenden Fussgänger.
Es konnte hier mit einfachen Mitteln sowohl die Anknüpfung an die Strassenflucht des Blockrandes, als auch der Übergang zum dem Mülibach zugehörigen Freiraum geschaffen werden. In Verwandtschaft mit der vorliegenden Traufsituation des Nachbargebäudes wurde das neue Volumen auf der gleichen Höhe geknickt. Eine Verbindung zwischen Alt und Neu.

DIE OBEREN GESCHOSSE

Die oberen Geschosse haben ortsbaulich zusätzlich zu der Aufgabe, sich dem Platz hin zu öffnen und den neuen Platz weiträumiger zu fassen, unserer Meinung nach noch weitere klärende Eigenschaften zu erfüllen.
Der Anschlusspunkt am südlichsten Ende des Aussenradius des Gebäudes 45 sollte im Wesentlichen übernommen werden. Eine Weiterführung des vorgegebenen Radius des Gebäudes 45 schien auf Grund der Verschiebung des künftigen Platzmittelpunktes unklug. Vielmehr ist in Zusammenarbeit mit dem bestehenden Gebäude 45 eine Erweiterung des „Fassungsvermögens“ der beiden Fassaden im Zusammenspiel gesucht. Die Fassadenfluchten der Häuser 57 und 59 sollten zur Fassung der Strassenkante integrierter Bestandteil des Volumens in den Obergeschossen sein. Unserer Meinung nach kann hier mit einfachen Mitteln sowohl die Anknüpfung an die Strassenflucht der Häuser 57 und 59 erfüllt werden, als auch der Übergang zum dem Mülibach zugehörigen Freiraum geschaffen werden.
Im Freiraum kann hier parallel zum Mülibach ein lauschiger, überdeckter Aussenraum gestaltet werden.

NUTZUNG
Die unteren drei Geschosse wurden durch eine Schweizer Bank gemietet. Diese profitiert von der äusserst prominenten Lage direkt am Bahnhof. Im Erdgeschoss ist die publikumsintensive Zone eingerichtet, wobei in den Obergeschossen die zugehörigen Büros untergebracht sind. Im vierten Geschoss wurde auf über 300 m2 eine dermatologische Praxis eingerichtet.
Die Geschosse fünf und sechs beinhalten 4 Wohnungen.

VOLUMEN MINUS VOLUMEN

Das Volumen soll aus einem Guss wahrgenommen werden. Dies konnte am besten durch die Reduktion des Grossvolumens durch das “Herausschneiden“ einzelner, nicht verwendeter Volumenteile erreicht werden. Hierdurch wurde eine monolithische und selbstbewusste Haltung erreicht. Gesucht wurde ein gelassenes und selbstbewusstes Volumen, welches sich auf verschiedenen Einflussebenen und zu klärenden Situationen der Stadt unterschiedlich, in Abhängigkeit der beschriebenen und zu erreichenden Wirkungen, verändert. Es soll in keinem Fall störend oder aufgeregt erscheinen und in seinen Ausrichtungen glaubwürdig klärend und verbindend sein. Im Besten Fall soll es ein verbindendes Passstück bilden.
Innerhalb des Grossvolumens und der Fassade wurden, je nach Nutzung verschiedenartige Ausschnitte gewählt. Tiefe Ausschnitte bilden die Loggien, weniger tiefe die Fenster und schräg ausgestanzte Einheiten die Fenster im geknickten Dachgeschoss.

MATERIALISIERUNG

Die Suche nach einer geeigneten Materialisierung hat einen wichtigen Teil der Projektentwicklung ausgemacht.Gesucht wurde ein monolythisches und homogeneses Erscheinungsbild aus der städtebaulichen Perspektive welche sich mit der Annäherung in eine strukturierte Erscheinung konkretisiert. Hierzu wurden Serien von Keramikplatten mit unterschiedlichen Fugenfarben geprüft. Im Ergebnis erscheint das Gebäude aus grösserer Entfernung absolut homogen. Mit der Näherung an das Volumen, werden die horizontale Gliederung der Keramikplatten und die unterschiedlichen Verhalten gegenüber der Lochsituationen erkennbar.


Schnellfugenmörtel «Ultracolor Plus»

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Hochwertige, ausblühungsfreie, schnell erhärtende und trocknende Flexfuge mit wasserabweisendem DropEffect® und schimmelhemmender BioBlock®-Technologie für Fugen von 2 bis 20 mm


Mapei Suisse SA

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Route Principale 127
1642 Sorens

Architekt/Planer

MIRRA ARCHITEKTEN AG


Tösstalstrasse 212
8405 Winterthur
078 699 65 28
Generalunternehmer

Ramseier Integral AG


Totalunternehmung
Riedbachstrasse 201
3020 Bern
031 980 08 08
HLK-Planer

RSZ Planung GmbH


Sensemattstrasse 3
3174 Thörishaus
031 889 18 18
Bauingenieur

Bill Weyermann Partner AG


Ingenieurbüro
Hauptstrasse 29
3425 Koppigen
034 413 71 00
Elektroinstallateur, Elektroplaner

ETAVIS Beutler AG


Buchmattstrasse 5
3400 Burgdorf
034 421 44 44
HLK-Planer

CONCEPT-G AG


Rychenbergstrasse 67
8400 Winterthur
055 536 10 10

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