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Weingut zum Schloss
Schlossgasse, Fürstenau

Kategorie:
Studentenentwürfe
Fertigstellung:
2018
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
2
Parkplätze:
2
Grundstücksfläche:
394 m²
Geschossfläche:
541 m²
Nutzfläche:
365 m2
Gebäudevolumen:
2080 m³
Gebäudekosten BKP 2:
2.18 Mio. CHF

Architekt/Planer

larissa cavegn
talstrasse 26c
8852 Altendorf
41793462437
Universität / Fachhochschule

HTW Chur
Hochschule für Technik und Wirtschaft
Pulvermühlestrasse 57
7000 Chur
081 286 24 24

„Fürstenau als Genussstadt“
Das Ziel dieses Projekts ist eine unterstützende und erweiternde Nutzung für die von Andreas Caminada angestrebte Entwicklung von Fürstenau als Genussstadt. Dazu wird der kleine Weinrebenbestand im Ort auf der leeren landwirtschaftlichen Nachbarsparzelle erweitert und der bestehende Stall zu einer unabhängigen Produktionsstätte mit Degustationserlebnis umgebaut.
Der Bestand wird stark geprägt durch die karge Stadtmauer und die minimalen Lichtverhältnisse. Die dadurch entstehende mystische Atmosphäre, diente als Inspiration für die neue Nutzung des Bauwerks, sowie der Ausformulierung der Räume in Material und Licht.
Im Erdgeschoss ist die gesamte Weinproduktion angeordnet. Die Nutzung und Anordnung der Räume berücksichtigt sowohl die Produktionsabläufe, als auch die bestehende Struktur des Stalls. Ein zentrales und traditionelles Element in der Weinproduktion ist das Barriquelager. Durch die besondere Ausformulierung dessen, werden sowohl die bauphysikalischen wie auch marketingtechnischen Anforderungen erfüllt. Die optisch wirkungsvolle Inszenierung, unterstützt die Produktion durch die feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft des Backsteins. Die Perforation der Wände, welche durch das Drehen des Steins entsteht, verbessert die Raumakustik nachhaltig. Somit bietet sich die Möglichkeit, im Barriquelager kleinere Degustationen durchzuführen.
Im Obergeschoss be ndet sich die Besucherstätte mit Degustationsbar und Eventsaal. Sämtliche dafür benötigte Räume werden ausschliesslich über freistehende, halbhohe Wände de niert, die in ihrem Ursprung ein Quadrat bilden. Dadurch bleibt die ursprüngliche Geometrie des Raums, sowie die Dachkonstruktion weiterhin spürbar. Um den Wänden die nötige Präsenz und Wirkung zu verleihen, werden sie 30cm stark ausgeführt. Als zusätzliche Funktion sind Regale eingelassen. Als Ober ächenmaterial dient matt gespritzter Stahl, welcher die gewünschte Atmosphäre im Raum erzielt und zugleich die Gewichtung auf dem Wein belässt. Der bestehende Anbau wird ersetzt und dient zukünftig der Ankunft und Erschliessung. Die Südfassade des Anbaus ö net sich vollständig zum Hof hin. Der vorgelagerte Laubengang inszeniert das Ankommen auf dem Weingut und bietet zusätzlich Schutz vor den Witterungsein üssen. Die Konstruktion des Anbaus wird angelehnt an den Gedanken der „Verbindung“. Daraus folgend, werden die bestehenden Bruchsteinmauern des Untergeschosses im Erdgeschoss erweitert und bilden eine Schale für den Holzbau.
Die Problematik der unbenutzten Ställe an historisch wertvollen Orten und der richtige Umgang dessen, war auch hier ein zentrales Thema. Die Möglichkeit, solche Bauwerke zu erhalten und ö entlich zugänglich zu machen, sollte unbedingt genutzt werden. Es sind Gelegenheiten, eine Stadt wie Fürstenau lebendig zu halten und übergeordnet ein neuer Anziehungspunkt für eine ganze Region zu bieten.


Situationsplan Weingut zum Schloss von larissa cavegn
Situationsplan
Grundriss Erdgeschoss Weingut zum Schloss von larissa cavegn
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss Weingut zum Schloss von larissa cavegn
Grundriss Obergeschoss
Fassade Nord Weingut zum Schloss von larissa cavegn
Fassade Nord
Fassade Süd Weingut zum Schloss von larissa cavegn
Fassade Süd
Detailschnitt Weingut zum Schloss von larissa cavegn
Detailschnitt