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Verwaltungs- und Besucherzentrum, Borer Chemie AG
Waldeggstrasse 10, Zuchwill

Burckhardt+Partner AG Architekten Generalplaner


Virtual Reality Sitzung © Burckhardt+Partner AGVirtual Reality Sitzung © Burckhardt+Partner AGVirtual Reality Sitzung © Burckhardt+Partner AGBorer Chemie - Aussenraum © Burckhardt+Partner AGBorer Chemie - Innenhof © Burckhardt+Partner AGBorer Chemie - Koordination © Burckhardt+Partner AG
Kategorie:
Industrie und Handel
Fertigstellung:
2018
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
3
Untergeschosse:
1
Parkplätze:
44
Grundstücksfläche:
3246 m²
Geschossfläche:
2291 m²
Nutzfläche:
1573 m2
Gebäudevolumen:
9580 m³
Gebäudekosten BKP 2:
10 Mio. CHF

In der Gewerbezone Kreuzung Waldeggstrasse - Schützenweg in Zuchwil plant die ortsansässige Firma Borer Chemie AG einen Neubau als Ergänzung zu ihren bereits bestehenden Firmengebäuden in der näheren Nachbarschaft. Der dreigeschossige Bau soll künftig im Ober- und Erdgeschoss einen Teil der Verwaltung aufnehmen, die sich heute an der Gewerbestrasse 13 befindet. Im Weiteren liegt im EG das Technikum, welches zu Präsentations- und Schulungszwecken dient. An das Technikum ist ein grosser Schulungsraum und eine kleine Cafeteria angegliedert. Insgesamt bietet das Gebäude Platz für 40 – 50 Mitarbeitende. In einer Bürolandschaft im OG spannt sich rund um ein lichtdurchflutetes Atrium der Verwaltungsbereich auf. Erschlossen wird das Gebäude über den Haupteingang im Hochparterre sowie über eine Rampe ins Sous-Parterre, wo sich die Mitarbeiter - und Besucherparkplätze befinden. Eine grosszügige und offene Treppenanlage im Herzen des Gebäudes erschliesst alle Etagen, zwei seitlich am Gebäude angeordnete Aussentreppenhäuser gewährleisten die Fluchtwege. Damit im Gebäude gute Lichtverhältnisse sichergestellt werden können, sind EG und OG zueinander vertikal verschoben. Mit diesem Versetzen spannen die Geschossvolumina differenzierte Zwischenräume auf, welche interessante Durchblicke in die Tiefe des Gebäudes zulassen. Das zur Hälfte aus dem Terrain ragende Parkinggeschoss ist wie ein gedeckter, offener Aussenraum gestaltet. Die Pfosten-Riegelfassade unterstützt zusätzlich die guten Lichtverhältnisse im Innenraum, währenddessen ein umlaufender Putzbalkon die direkte Sonneneinstrahlung und den damit verbundenen Wärmeeinfall reduziert. Geheizt wird mit einer Wasser-Wasser Wärmepumpe. Das Grundwasser wird im Sommer zur Kühlung genutzt. Die Kälte- und Wärmeverteilung erfolgt über Deckensegel. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit im Technikum wird dieser Bereich über die Lüftung gekühlt. Die Masse der Betondecken und – wände wird zusätzlich als Wärme- bzw. Kältespeicher aktiviert.

BIM-Organigramm und Verantwortlichkeiten
BIM-Projektleiter - Patrik Borer
- Leitung und Koordination des Planerteams
- Kommunikation mit allen Planungsbeteiligten
- Überprüfung und Validierung der Fach- und Teilmodelle (z.B. Clash-Detection)
- Bestimmung der notwendigen Änderungen in Zusammenarbeit mit der Gesamtleitung und den beteiligten Disziplinen
- Formulierung der BIM-Ziele des Auftragnehmers
- Erstellung und Nachführung des Prozessplans in Zusammenarbeit mit dem BIM-Manager
- Mitwirkung bei Erstellung und Nachführung des BIM-Projektabwicklungsplans
- Genehmigung des BIM-Projektabwicklungsplans einschliesslich aller Nachführungen

BIM-Manager - Ulrich Prestle
- Unterstützung des BIM-Projektleiters in der Führung des BIM-gestützten Planungsprozesses.
- Fachlicher Ansprechpartner für den BIM-Prozess
- Aufbereitung disziplinärer Fachmodelle für den Austausch bzw. die Integration in andere Modelle
- Umsetzung der vereinbarten Koordinationsmassnahmen
- Erstellung von Koordinationsmodellen
- Überprüfung und Validierung der Fach- und Teilmodelle (z.B. Clash-Detection),
- Erstellung und Nachführung des BIM-Projektabwicklungsplans in Zusammenarbeit mit dem Gesamtleiter, den Teilprojektleitern und den BIM-Verantwortlichen der Fachplaner
- Steuerung und Überwachung des BIM-Planungsprozesses und der BIM-gestützten Zusammenarbeit mit den Fachplanern
- Schulung, fachliche und organisatorische Unterstützung des Planungsteams in der BIM-Anwendung

BIM-Modellverantwortlicher Markus von Bergen
- Verantwortlich für die Umsetzung der Modellierstandards
- Modellerstellen
- Qualitätssicherung für den BIM-Einsatz innerhalb der Disziplin,

BIM-Modellplan
open BIM - Austausch über IFC:
Die nativen Modelle wurden mit Autodesk Revit (Architektur) und Trimble Plancal nova (Gebäudetechnik) angefertigt. Die Modelle wurden gemäss LOI- und LOG-Anforderungen (BIM-Modellplan) erstellt. Die eingesetzte BIM-Modelliersoftware Autodesk Revit ermöglicht den IFC-Export (zertifiziert für IFC4, IFC 2x3) und IFC-Import (zertifiziert für IFC 2x3, IFC 2x2), sowie die direkte Anbindung an gängige online Datenbanken. Die Modellbearbeitung erfolgte dezentral / disziplinär in den nativen Modellen der Planungsbeteiligten. Die fachliche Koordination fand in den wöchentlichen Koordinationssitzungen statt, ergänzt durch übliche bilaterale Absprachen. Alle zwei Wochen wurde ein Datenaustausch über eine Planplattform (Truninger) durchgeführt.

Information Delivery Manual (IDM)
Auf Grund der internen Modellverwendungen gibt es bei Burckhardt+Partner klare Vorgaben für Geometrie und Daten (Attribute) im Modell. Die Informationsanforderungen des Bauherrn waren vorwiegend geometrischer Natur, um den Entwurf, die Materialisierung und die Kunst am Bau beurteilen zu können. Auf der Basis dieser Ausgangslage definierte das GP-Team gemeinsam die Strategie für die Umsetzung der BIM-Methodik. Bei Projektstart wurden gemeinsame BIM-Anforderungen definiert. Diese beinhalteten geometrischen und datenmässigen Informationsanforderungen.
Der Datenaustausch beinhaltet ein IFC des kompletten Gebäudes (je nach Anforderung auf Ebenen gesplittet) dwg und pdf aller Geschosse und Schnitte.

BIM-Leistungsbild
Mehrwert für den Architekten generieren
Das Modell muss zu jeder Zeit betrachtet werden können, um Kollisionen und Modellierungsfehler in allen Dimensionen erkennen zu können. Diese Echtzeit-Kontrolle darf nicht nur auf die Koordination bzw. auf die Qualitätskontrolle und Beurteilung des Modellierfortschritts beschränkt bleiben. Die neuen Möglichkeiten müssen bereits im Entwurfsprozess aktiv genutzt werden um gestalterische Aspekte wie Architekturausdruck und Raum-wirkung direkt am Modell evaluieren zu können. Es wird das Echtzeit-Virtuell-Reality-Tool Enscape eingesetzt, mit dem wir bereits in diversen Projekten sehr gute Ergebnisse erzielen konnten. Mit Hilfe dieses Tools und durch entsprechend detailliertere Modelle, können alle Planungsbeteiligen den aktuellen Entwurfsstand live und aus Nutzerperspektive beurteilen. Dies geschieht fortlaufend, während des gesamten Projektentwicklungsprozesses. In der ersten Planungsphase sind dies z.B. die städtebauliche Struktur, Ausrichtung, Wirkung und das Grössenverhältnis im Vergleich zu den umliegenden Gebäuden.
Später im Prozess, wenn z.B. Erkenntnisse aus der Kostenermittlung und Koordination vorliegen, welche in die Planung einfliessen müssen, sollen notwendige Anpassungen und Optimierungen direkt am Digital Twin evaluiert werden können. In der Ausführungsphase müssen einzelne Details und Ausführungsvarianten in 3D visualisiert werden können.
Erkenntnisse aus diesen «virtuellen Baustellenbesuchen» werden dann über die Möglichkeiten des kollaborativen BIM-Prozesses in die Planung rückgeführt. Die Fach- und Teilmodelle der Planer werden mit dem Architekturmodell verknüpft, die Planung mit den architektonischen und funktionalen Ansprüchen abgeglichen und dementsprechend angepasst und optimiert. Ein logischer Schritt auf dem Weg von der koordinativen, hin zur integralen Planung.
Ein wichtiger Anspruch des Bauherrn war eine frühzeitige, konzeptionelle Integration von Kunst am Bau ins Projekt. Vorstellungen und Ideen des Künstlers sollen direkt am Digital Twin, und somit im Kontext der baulichen Gegebenheiten, entwickelt, überprüft und somit phasengerecht in den Gesamtprozess integriert werden.
Der gewählte Weg führte rasch weg von 2D-Bildern (Visualisierungen) hin zu direkten Live-Eindrücken. Echtzeit-Virtual-Reality wurde zu etwas Alltäglichem, löste die 2D-Bilder ab und ergänzte die planbasierte Koordination in wertvoller Weise. «Konventionelle» Visualisierungen wurden fast ausschliesslich durch Screenshots aus dem Echtzeit-Rendering ersetzt, Planstände wurden stets mit 3D-Darstellungen ergänzt.
Ein grosser Vorteil war dabei, dass sich die Planungsbeteiligten jederzeit sehr schnell ein umfängliches Bild vom aktuellen Stand der Planung machen konnten und somit die architektonische Präzisierung des Projekts direkt beeinflussen konnten.
Für uns wurde das BIM-Modell zum «lebenden» Digital Twin. Es spiegelte zu jedem Zeitpunkt den Stand der architektonischen Entwicklung wider.
Die Tatsache, dass die virtuelle Realität selbstverständlicher Teil des Projektalltags geworden ist, stellt für uns einen grossen Erfolgsfaktor dar.
Das zeigt sich vor allem darin, dass die Nutzung des Digital Twins von den Planungsbeteiligten nicht als Last, sondern als Chance und hilfreiche Unterstützung des Planungsprozesses wahrgenommen wird.
Messbare Kriterien, welche mittels Excel-Listen aufzeigen, wie die Effizienz gesteigert und die Qualität verbessert werden konnte, oder welche Kosten eingespart wurden, gab es jedoch nicht.
OpenBIM Technologien und Standards wie IFC, BCF bringen neue, hilfreiche Möglichkeiten in der Koordination und Kommunikation innerhalb des Planerteams und mit dem Bauherrn. Tools wie Solibri, Navisworks oder BIM Collab bilden dabei wertvolle Schnittstellen zwischen der «Digitalen Welt» und den Menschen, die sich der neuen Möglichkeiten bedienen.

BIM-Modell (BIM-Viewer kann hier heruntergeladen werden)
https://biminnovation.page.link/3ddaten

Publikation
https://biminnovation.page.link/3ddaten
https://biminnovation.page.link/VR1
https://biminnovation.page.link/VR2
https://biminnovation.page.link/VR3

Architekt/Planer, Bauleiter, Projektmanager

Burckhardt+Partner AG


Architekten Generalplaner
Laupenstrasse 18a
3008 Bern
031 335 21 11
Bauingenieur

H. Katzenstein AG


Bauingenieurbüro
Rötistrasse 22
4500 Solothurn
032 622 60 12
HLK-Planer, Sanitärplaner

Enerconom AG


Krummturmstrasse 11
4500 Solothurn
032 625 04 25
Spezialist

Prometplan AG


Fassadenplanung
Wasserstrasse 10a
2555 Brügg BE
032 372 72 33
Spezialist

Zeugin Bauberatungen AG


Ingenieurbüro für Bauphysik und Akustik
Schulhausgasse 14
3110 Münsingen
031 721 23 67