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Umnutzung Hammergut
Hammergut, Cham

Kategorie:
Wohnen (ab 3 Wohneinheiten)
Fertigstellung:
2014
Anzahl Wohnungen:
36
Geschossfläche:
7000 m²

Der Gutsbetrieb Hammer ist ein kräftiges, über 150 Jahre gewachsenes Ensemble. Durch innere und äussere Faktoren wie Änderungen im Produktionsablauf, Brände etc., hat sich das bauliche Ensemble seit jeher in einem Transformationsprozess befunden. Dass sich die neuen Bauten jeweils erfolgreich integrieren liessen, liegt an der kraftvollen orthogonalen Grundstruktur mit den charakteristischen Hofräumen und der zusammenbindenden Dachlandschaft. Innerhalb dieser übergeordneten Grundelemente ist über die Jahre ein interessanter Katalog differenzierter Grundriss- und Konstruktionstypologien mit unterschiedlichen Körnigkeiten entstanden.

Unser Vorschlag betrachtet die heutige Umnutzung als weiteren ‘natürlichen’ Entwicklungsschritt. Die vorgefundenen räumlichen und typologischen Regeln bilden dabei die Basis für die bauliche Entwicklung. Die Altbauten werden mit zurückhaltenden Eingriffen umgenutzt. Das Verwalterhaus kann neu zwei Wohnungen aufnehmen, oder als Grosswohnung vermietet werden. In der Scheune und im Kälberstall werden Büro- und Atelierarbeitsplätze eingerichtet, welche von der spezifischen räumlichen Stimmung profitieren. Die neuen Räume werden über offenfugige, filterartige Holzverschalungen belichtet, ohne dass die homogene Wirkung der Wandflächen verloren geht oder Dachoberlichter eingefügt werden müssen.

Die Typologie der Neubauten denkt das Vorhandene weiter und interpretiert es neu, ausgehend von der Situierung im Ensemble. Jeder Neubau verfügt somit über eine eigenständige Grundrisstypologie. Die Sprache nimmt Bezug auf die vorgefundenen architektonischen Themen (Dachformen, diverse Arten von Holzverschalungen). So entstehen differenzierte, kräftige Typen, die miteinander einen spezifischen Ort mit eigener Identität schaffen. Es wird ein atmosphärisch verdichtetes Ensemble angestrebt, in dem alte und neue Bauten gleichberechtigt miteinander koexistieren können. Die bestehende Hofstruktur wird beibehalten und punktuell gestärkt. Eine lebendige Mischung aus Wohnen und Arbeiten soll weiterhin Markenzeichen des Gutsbetriebs bleiben.

Architekt/Planer

EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli
Architekten AG | ETH | SIA | BSA


Josefstrasse 92
8005 Zürich
+41 44 215 60 10
Bauherr

Seewarte Zentralschweiz AG c/o Ernst Göhner Stiftung


Artherstrasse 19
6300 Zug

Situation Umnutzung Hammergut von EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli<br>Architekten AG | ETH | SIA | BSA
Situation
Erdgeschoss Umnutzung Hammergut von EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli<br>Architekten AG | ETH | SIA | BSA
Erdgeschoss
1. Obergeschoss Umnutzung Hammergut von EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli<br>Architekten AG | ETH | SIA | BSA
1. Obergeschoss
2. Obergeschoss Umnutzung Hammergut von EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli<br>Architekten AG | ETH | SIA | BSA
2. Obergeschoss
Schnittansichten Ost Umnutzung Hammergut von EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli<br>Architekten AG | ETH | SIA | BSA
Schnittansichten Ost
Schnittansichten Süd Umnutzung Hammergut von EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli<br>Architekten AG | ETH | SIA | BSA
Schnittansichten Süd
Entwicklung 1854 – 2014 Umnutzung Hammergut von EM2N | Mathias Müller | Daniel Niggli<br>Architekten AG | ETH | SIA | BSA
Entwicklung 1854 – 2014