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Tagesstätte Stiftung Weidli
Weidlistrasse 4, Stans

Kategorie:
Fürsorge und Pflege
Fertigstellung:
2016
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
4
Untergeschosse:
1
Grundstücksfläche:
4204 m²
Geschossfläche:
2983 m²
Nutzfläche:
2331 m2
Gebäudevolumen:
9960 m³
Gebäudekosten BKP 2:
9.12 Mio. CHF

Ausgangslage
An der Buochserstrasse 9a waren die Platzverhältnisse für die arbeitenden behinderten Menschen sehr eng. Die dort eingerichtete Tagesstätte mit damals 18 Klienten mit schweren Beeinträchtigungen kam aus Platzgründen an ihre Grenzen. Die Bedarfsplanung des Kantons Nidwalden weist für das Jahr 2030 einen Platzbedarf von 40 Plätzen aus. Durch die intensive Betreuung dieser Menschen werden sich gesamthaft 60 Personen (40 Klienten und 20 Betreuer) in der Tagesstätte aufhalten. Auf Grund dieser Situation beschloss die Stiftung Weidli Stans, auf der von der Gemeinde Stans zur Verfügung gestellten Baurechtsparzelle südlich des bestehenden Wohnhauses Weidli einen Neubau für die Tagestätte.

Vorausschauende Planung
Gemäss Gestaltungsstudie Areal Milchbrunnen konzipiert sich der Neubau folgendermassen: Ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss und drei Obergeschosse erfüllen die Anforderungen des Raumprogramms. Im Untergeschoss ist die Tiefgarage mit zusätzlichen Parkplätzen angeordnet. Bei der Planung wurde auf die speziellen Bedürfnisse der künftigen Nutzer bezüglich hindernisfreien Bauens Rücksicht genommen.
Das Gebäude sollte statisch so ausgelegt sein, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Aufstockung um zwei zusätzliche Obergeschosse möglich ist (Pfahlfundation und verstärkter Statik). Auch bei der Tiefgarage sollte eine spätere Erweiterung an die zukünftigen Nachbargebäude des Areals Milchbrunnen eingeplant werden. Die bestehende Umgebung beim Wohnhaus mit Spielplatz und Café Weidli ist auch vom Neubau aus in Kurzdistanz erreichbar und kann so mitgenutzt werden.

Materialisierung
Das neue Haus wurde in Massivbauweise erstellt. Der Ausbau der Innenräume entspricht einem einfachen und zweckmässigen Standard mit kostengünstigen Materialien. Alle statisch tragenden Teile sind in Sichtbeton ausgeführt. Alle nichttragenden, nur raumbildenden Unterteilungen sind mit Industriesperrholz verkleidet, was den Charakter des Hauses als Atelier unterstreicht.

Gestalterische Überlegungen
Die Fassaden mit den umlaufenden Fensterbändern orientieren sich optisch am bestehenden Wohnhaus mit den ebenfalls markanten Fensterbändern und den geschlossenen Brüstungen. Im Fassadenbild erinnern die farblich unterschiedlich erdig-rot eingefärbten Betonelemente an übergrosse Dachziegel. Angelehnt an die landwirtschaftlichen Nachbarbauten formulieren die Betonelemente eine Art Klebedach, jedoch in der Dimension und Materialität verändert, was dem Gebäude eine eigenständige Charakteristik verleiht. Im Spiel mit den umgebenden Dächern tragen sie die etagenmässig verteilten Einfarben-Klänge aus dem Innern nach aussen und säumen als gezacktes Band in leichter Weise die horizontal verlaufenden Fenster. Die Beschattung wird mit aussen aufgesetzten Stoffmarkisen gelöst. Die Tiefenwirkung je nach Sonnenstand prägt zusammen mit den ausgekerbten Betonelementen ein sich stets differenzierendes Erscheinungsbild.

Verbindungswege als Begegnungszonen
Begegnung durch Bewegung – mit diesem Leitsatz wird die schwach geneigte, rollstuhlgängige Rampe, welche ähnlich einer Kugelspielbahn die oberirdischen Geschosse miteinander verbindet, begründet. Der Bewegungsraum ist das Herzstück der neuen Tagestätte. Die Verbindungswege sollen nebst der spielerischen Art von Bewegung auch andere Wahrnehmungen und Sinne anregen, was für behinderte Menschen im Alltag als bereichernd empfunden wird. Über die Rampe soll das Haus erlebt, Geräusche, Laute und Gespräche ermöglicht, der Aussenraum aus verschiedenen Höhen wahrgenommen und Begegnungen mit Mitklienten und Betreuern erfahren werden. Es werden pro Geschoss rund 55 Meter an Lauflänge überwunden mit einer Steigung von maximal sechs Prozent. Nebst den Verbindungswegen erschliessen ein Treppenhaus sowie ein Personen- und ein Bettenlift die Geschosse miteinander.

Das Raumkonzept
Dank des erweiterten Raumangebots können die Schwerpunkte Sinneserfahrungen, kreatives Gestalten, spielerische Aktivitäten oder Musik ausgebaut werden. Der grosszügige, gedeckte Hauszugang erlaubt eine bequeme und wettergeschützte Verbindung zwischen bestehendem Wohnhaus und der Tagesstätte. Nebst der Verwaltung befinden sich im Erdgeschoss der Mehrzweckraum, Sitzungszimmer und das Altersatelier.
Die drei Obergeschosse sind identisch konzipiert. Vom Erschliessungsfoyer sind über eine gemeinsame Garderobe zwei Ateliers erschlossen. Diese Ateliers umfassen zwei unterteilte, grössere Räume und den innenliegenden Snoezelraum. Ergänzt werden die Ateliers durch einen Büroraum für das Fachpersonal. Für zwei Ateliers zusammen stehen ein rollstuhlgängiges WC, ein rollstuhlgängiges WC mit Dusche und Hilfslift sowie eine Toilette zur Verfügung. Pro Atelier kann jeweils zusätzlich ein Pflegeraum genutzt werden.
Vom ersten Obergeschoss ist ein Balkon erreichbar. Dieser ist wie das ganze Haus rollstuhlgängig und allen Personen im Haus zugänglich. Die Klienten können so das Wetter (Sonne, Regen, Hitze, Kühle, Wind) erleben, ohne das Haus zu verlassen. Die Erschliessung des Untergeschosses erfolgt ab der bestehenden Einstellhalle des Wohnhauses Weidli. Nebst den Technikräumen befinden sich dort ein Archiv, der Serverraum sowie Kellerräume. Die Klienten der Tagesstätte werden neu im Speisesaal des Wohnhauses essen. Um dies zu ermöglichen, wurde der bestehende Essraum um 105 m2 gegen die Weidlistrasse erweitert.

Farbkonzept
Vier Farbtöne begleiten und akzentuieren die Architektur. Jedes der vier Geschosse zeigt sich auf diese Weise in seinem ganz eigenen Farbklang, der sich – in die benachbarten Farbtöne überfliessend – allmählich über die geschwungenen Wege und Treppen von unten nach oben hochschraubt und umgekehrt auch, von oben nach unten niedergleitet.
Innerhalb der Geschosse variieren diese vier Farbtöne leicht von kühlen zu wärmeren Farbabstufungen und finden auf diese Weise zu einem spielerisch lockeren Farbakkord. So entwickelt sich diese Farbkadenz zu einem lichten, monochromen Farbreigen. Die Farben sind lasiert, zart und durchsichtig aufgetragen, was den Materialcharakter von Holz und Beton bestehen lässt, sogar noch zusätzlich betont.

Publikation
Architektur-Jahrbuch 2019 der Schweizer Baudokumentation

Compactus®
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Mobile Archivregale

Architektur-Jahrbuch 2019
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Produktinformation der Compactus & Bruynzeel AG zum Projekt Tagesstätte Stiftung Weidli, Stans (NW)

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Trüssel und Partner AG
Ingenieurbüro
Spichermatt 14
6370 Stans
041 61 64 40

Situation Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Situation
Untergeschoss Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Untergeschoss
Erdgeschoss Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Erdgeschoss
1. Obergeschoss Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
1. Obergeschoss
2. Obergeschoss Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
2. Obergeschoss
3. Obergeschoss Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
3. Obergeschoss
Dachaufsicht Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Dachaufsicht
Schnitt A-A Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Schnitt A-A
Schnitt B-B Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Schnitt B-B
Schnitt C-C Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Schnitt C-C
Schnitt D-D Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Schnitt D-D
Schnitt E-E Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Schnitt E-E
Südost-Fassade Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Südost-Fassade
Südwest-Fassade Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Südwest-Fassade
Nordwest-Fassade Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Nordwest-Fassade
Nordost-Fassade Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Nordost-Fassade
Detailschnitt Tagesstätte Stiftung Weidli von plus architekten ag
Detailschnitt