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St. Claraspital | Neubau Hirzbrunnenhaus
Hirzbrunnenstrassse, Basel

Aussen_Haupteingang © BFB ArchitektenAussen_Neubau © BFB ArchitektenAussen_Neubau © BFB ArchitektenAussen_Notfallvorfahrt © BFB ArchitektenPatientenzimmer © BFB ArchitektenUmgebung © BFB ArchitektenKapelle_Teilprojekt_Nord © BFB Architekten
Kategorie:
Fürsorge und Pflege
Fertigstellung:
2021
Gebäudeanzahl:
3
Stockwerke:
6
Untergeschosse:
2
Parkplätze:
190
Grundstücksfläche:
30'500 m²
Geschossfläche:
90'300 m²
Nutzfläche:
56400 m2
Gebäudevolumen:
220'000 m³
Gebäudekosten BKP 2:
245 Mio. CHF

Generalplaner

BFB Architekten AG
Staubstrasse 15
8038 Zürich
043 399 80 40

Eröffnet im Jahr 1928, hat sich das St. Claraspital immer wieder verändert und ist sich dennoch treu geblieben.
Seine christlichen Werte und die soziale Ethik teilen nicht nur die Ordensschwestern, die eine Konstante bilden, sondern auch Ärzte und Patienten, die dem Spital über Jahrzehnte treu geblieben sind. In seiner bald 90-jährigen Geschichte geniesst das St. Claraspital einen ausgezeichneten Ruf als regionales und erfolgreiches Privatspital, das Allen offen steht und eine ganzheitliche Pflege und Sorge um und für den Menschen bietet.
Die Anforderungen und die Bedürfnisse des St. Claraspitals haben sich in den letzten Jahrzehnten laufend verändert.
Aus einem Grundversorger ist ein hoch spezialisiertes Spital mit den Schwerpunkten Bauchzentrum und Tumorzentrum geworden. Diese Profilierung hatte auch immer wieder bauliche Massnahmen zu Folge.
Die Anlage des St. Claraspitals wurde nach der Erstellung im Jahr 1928 in mehreren kleineren und grösseren Bauetappen erweitert. Prägend ist aber nach wie vor der ursprüngliche Altbau. Die letzten grossen Erweiterungen waren in den 1980er Jahren der Südtrakt inklusive Zivilschutz-/GOPS-Anlage und von 2005-2007 die Radioonkologie und die Aufstockung des Westtraktes.
Um den Patienten auch weiterhin Geborgenheit, Zuwendung und Wertschätzung in allen Bereichen bieten zu können, entschied sich das St. Claraspital 2012 einen Architekturwettbewerb für die im Masterplan vorgesehenen Erweiterungen auszuschreiben. Das Generalplanerteam BFB Architekten AG gewann diesen Wettbewerb mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Erfüllung der Bedürfnisse des St. Claraspitals.

Die grundlegende Idee des Projektes beruht auf dem Verständnis des St. Claraspitals als Gesamtanlage. Auf dieser Basis wurde entschieden, das bestehende Hirzbrunnenhaus durch einen viergeschossigen Neubau zu ersetzen, um die notwendigen Flächen für die Zukunft des St. Claraspitals bereitzustellen.


BIM-Organigramm und Verantwortlichkeiten
BIM Informationsmanager | BFB Architekten AG in Zusammenarbeit mit St. Claraspital
- Festlegen BIM Ziele
- Datensicherheitskonzept
- BIM Prüfberichte
- LOD, LOI Anforderungen
- Anforderung BIM2FM
- Freigabeprozessabläufe Konzept
- Zentrale Datenbank
- Umsetzung Zentrale Datenbank
- Kontrolle / Verwaltung Zentrale Datenbank

BIM Manager | BFB Architekten AG
- BAP erstellen / revidieren
- Kollaborations- und Kommunikationsplattform
- BAP Implementierung im Projekt
- Kontrolle Umsetzung Vorgaben BIM Informationsmanager
- Festlegen QS Konzept
- Konzept CDE
- Konzept BIM2Field
- Konzept CDE2Field
- Konzept BIM2FM
- QM Umsetzung
- Terminkoordination und Kontrolle

BIM Gesamtkoordinator | BFB Architekten AG
- Mitarbeit bei der Erstellung BAP
- Leitung BIM Koordinationssitzungen
- Abstimmung BIM Manager
- Kontrolle Umsetzung BAP
- Aufzeigen Schulungsbedarf GP-Team
- Erstellen Gesamtmodell
- Modellprüfung Gesamtmodell

BIM Koordinator | Jedes Fachgewerk
- Mitarbeit in vorgegebener Umgebung
- Umsetzung der Vorgaben BAP
- Abgleich / Anpassung Kommunikationsschnittstellen
- Interne Weiterbildung
- Modellprüfung des Teilmodells
- Erstellen Teilmodelle
- Teilnahme ICE Session
- Informationslieferung via Zentraler Datenbank


BIM-Meilensteine
Folgende BIM-Nutzungen wurden im Projekt erfolgreich etabliert
– Referenzmodell für die Tragwerksplanung
– Räumliche Koordination
– Referenzmodell für Fachplaner und Lieferanten
– Regelbasierte Planungskontrolle
– Planableitung von 2D Plänen
– Einfacher Informationszugang für die Bauleitung mit mobilen Geräten
– Terminkoordination 4D
– Unterstützung von Entscheidungsprozessen
– Verknüpfung BIM Modell mit CDE
– Digitales Raumbuch

BIM-Kommunikation und -Kollaboration
Die Veränderung unserer Arbeitsweise war ein bewusst diskutierter und selbstreflektierter Prozess.
Innerhalb unserer Workshops des GP-Teams zur Verbesserung unserer Zusammenarbeit wurde ein Sinnbild
geprägt, das auf folgender Logik beruht. Arbeit, die nicht das smarte Niveau (Grafik nach Gunter Dueck) erreicht hat,
erzeugt beim Partner einen erhöhten Initialaufwand in der Weiterbearbeitung. Das Erreichen und Diskutieren von smarten
Lösungen ist, neben der alltäglichen Planungskoordination, ein steter Wegbegleiter innerhalb unserer Projektkoordinations- und ICE Sessions.

Leitlinien der Zusammenarbeit
–Definiere das Ziel bevor du anfängst (end in mind)
–Automatisiere Arbeitsvorgänge, wenn sie in einem Projekt häufiger als 3x vorkommen
–Bilde ein Team von Gleichgesinnten mit Verständnis für die digitale Arbeitsweise
–Telefoniere anstatt Emails zu schreiben
–Diskutiere und löse gemeinsam im Team
–Bedenke: bequeme Lösungen = Mehrarbeit für Team


BIM-Modellplan
Es wurde nach der Open BIM Methode, mit einer zentralen Datenbank, gearbeitet.
Detailbeschrieb siehe Präsentation (Anhang).

Information Delivery Manual (IDM)
Der Datenaustausch der 3D-Modelle und Pläne erfolgte via CDE (Olmero).
Die Kommunikation / Dokumentation von Informationen zu Räumen und objektbasierten Planungsangaben erfolgte innerhalb von dRofus.
Die Datenpflege erfolgte über den BIM Informationsmanager.


BIM-Leistungsbild
Es wurden verschiedene messbare Kriterien im Projekt definiert.
Die Auswertung der Kriterien ist nur subjektiv möglich.
Das grundsätzliche Feedback zur BIM-Planungsmethode eindeutig positiv und wird selbst von ursprünglichen Skeptikern zunehmend mehr gefordert.

BIM-Ziele mit Messkriterien:

Referenzmodell für die Tragwerksplanung
- Qualitätsindikator ist die absolute Übereinstimmung der beiden Modelle

Räumliche Koordination
- Kontrolle der Planungsqualität via Solibri
- Erster Indikator ist die Fehlerdichte
- Zweiter Indikator ist Abnahme der Fehleranzahl

Planableitung von 2D Plänen aus 3D Modellen und zentraler Datenbank
- Teaminterne Audits zur Kontrolle der Modellierung und Informationsableitung
- Informationsmanager hat die Rolle des Kontrolleurs

Einfacher Informationszugang für die Bauleitung mit mobilen Geräten
- Kontrolle gültiger Dokumente via QR-Code auf Plänen
- Quartalsweise Audits für Feedback Verbesserungswünsche

Terminkoordination 4D
- Verknüpfung Bauterminpläne mit 3D Modelle zur Visualisierung und frühzeitiger Konflikterkennung

Unterstützung von Entscheidungsprozessen
- Durch den Wechsel des Besprechungsmediums von 2D auf 3D / VR haben wir deutlich schneller und präzisere Entscheide erhalten


Digitales Raumbuch / Zentrale Datenbank
- Uneingeschränkte Übersicht aller Raum und Objektparameter für alle Projektbeteiligte
- Automatische Kontrolle der Planungsvorgabe (Soll) mit der effektiven Planung (Ist) und daraus generierten Berichten


BIM Transparenz und Stabilität
Innerhalb der von uns gelebten BIM Projekte hat sich die Vorlaufzeit der Arbeitsplanung deutlich erhöht.
Sämtliche Projektbeteiligte kommunizieren mit dem Focus auf das Endergebnis und über den Weg zum Ziel.
Die kurzfristigen Anfragen anderer Projektbeteiligter haben deutlich nachgelassen.
Trotz oftmals noch rollender Planung sind die Projekte kontrollierbarer geworden.


BIM-Modell (BIM-Viewer kann hier heruntergeladen werden)
https://qr1.at/d3hz2l

Publikation
"Der BIM Manager", Mark Baldwin, 2018, ab Seite 180