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Siemens BT@Zug Bürogebäude
Zug


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Aussenszene aus VR-Anwendung © STRABAG SE, Siemens AGRendering Fachmodell ARC-TWP © STRABAG SE, Siemens AGRendering Facmodell FAS © STRABAG SE, Siemens AGRendering Fachmodell HKLE © STRABAG SE, Siemens AGRendering Fachmodell Sanitär © STRABAG SE, Siemens AGVirtual Reality meets Reality [Lift Lobby] © STRABAG SE, Siemens AGVirtual Reality meets Reality [Meeting Area] © STRABAG SE, Siemens AG
Kategorie:
Büro und Verwaltung
Fertigstellung:
2018
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
7
Untergeschosse:
2
Parkplätze:
265
Geschossfläche:
24'000 m²
Nutzfläche:
18400 m2
Gebäudekosten BKP 2:
60 Mio. CHF

Die STRABAG führte als TU den Neubau eines Bürogebäudes für die Siemens AG aus. Die Realisierungszeit für Planung und Ausführung lag bei zwei Jahren.
Die Beauftragung des TU erfolgte massgeblich aufgrund der BIM.5D® Kompetenzen.
Die Umsetzung der Methode, die Zusammenarbeit, der Informationsaustausch wurde im Zuge des BIM-Abwicklungsplan (BAP) festgelegt, wobei im „Big Room“ auf dem Siemens Areal geplant und gebaut wurde. Da eine Vielzahl der Anforderungen im Projektverlauf durch Abstimmung zwischen Auftraggeber, Auftragnehmer sowie FM-Betreiber spezifiziert wurden, galt es den BAP stetig fortzuschrieben. In Summe setzte die STRABAG 14 BIM-Anwendungsfälle um, welche sich auf die Planung, die Ausführung und den Betrieb des Bauwerks bezogen.
Die Umsetzung erfolgte in einer „closed BIM“ Lösung. Die Modellierung erfolgte auf Basis einer 2D-Planung des Bauprojektes. Die Modelle der Architektur, Tragkonstruktion, Fassade, HLKKS+E / MSRL-Anlagen wurden hierbei in einer vorab vereinbarten Software erstellt. Es wurde eine modellbasierte Planungskoordination inkl. Kollisionskontrollen durchgeführt. Der Kunde bekam regelmässig Modelldaten übermittelt.

Für die Parametrisierung der Objekte wurden gemeinsam mit der Bauherrenschaft Anforderungen erarbeitet. In Verbindung mit Datenbanklösungen wurden über den Projektverlauf Daten (u.a. Herstellerangaben, Wartungszyklen, Flächen) gesammelt. Nach der as-built-Erfassung und Umsetzung des Gebauten im „digitalen Zwilling“ wurden Extrakte (Raumbuch, Anlagenkataster) zur Verfügung gestellt. Während des Betriebs des Gebäudes können die hinterlegten Informationen per QR-Code abgegriffen werden.
Weiter wurde eine Virtual Reality (VR)-Anwendung erstellt, wodurch die Bauherrenschaft resp. der Nutzer virtuell durch das Gebäude laufen kann. Mit einer VR-Brille wurden Möblierungen in verschiedenen Farbkombination und Varianten im virtuellen Gebäude visualisiert. Basierend darauf wurden Entscheidungen bzgl. der Ausführung getroffen.

BIM-Organigramm und Verantwortlichkeiten
Aufgrund der neuartigen Herangehensweise durch die BIM-Methode entstehen neue Verantwortlichkeiten und
Rollen. Hierzu gab es im vorliegenden Projekt folgende Rollen und Funktionen:
- BIM Manager (zentraler Ansprechpartner für alle BIM-Themen, steuert und verantwortet die Implementierung der Methodik inkl. der Anwendungsfälle, erstellt und schreibt den BAP fort, koordiniert entstehende Zwangspunkte), Leistung STRABAG
- BIM Koordinator Bauherr (vertritt den Bauherr und wirkt bei der detaillierten Ausarbeitung der Anwendungsfälle mit), Projektsteuerer von SIEMENS
- BIM Koordinator FM (vertritt den lokalen Betreiber, Ansprechpartner für die Betriebsphase), Leistung SIEMENS
- BIM Koordinator TU (unterstützt den BIM Manager, verantwortlich für Modellkoordination inkl. Kollisionsprüfung), Leistung STRABAG
- BIM Ansprechpartner Architektur (erstellt in Abstimmung mit BIM Manager Anwendungsfälle auf technischer Ebene und , liefert und verknüpft Daten), Leistung STRABAG
- BIM Ansprechpartner Tragwerk (analog zum BIM Ansprechpartner Architektur), Leistung STRABAG
- BIM Ansprechpartner Fassade (analog zum BIM Ansprechpartner Architektur), Leistung STRABAG
- BIM Ansprechpartner Haustechnik (analog zum BIM Ansprechpartner Architektur), Leistung STRABAG
- BIM Ansprechpartner Terminplanung (analog zum BIM Ansprechpartner Architektur), Leistung STRABAG
- BIM Modeller (Ersteller der Modelle, liegt in jeder mehrfach Fachplanungsdisziplin vor), Leistung STRABAG
- 3D-Artist (Verarbeitung verschiedener BIM-Fachmodelle zur Erstellung von VR (Virtual Reality) Anwendungen zur digitalen Bemusterung), Leistung STRABAG

Regelmässige Besprechungstermine, wie beispielsweise Jour-Fixe, Planungsbesprechungen sowie BIM Workshops, fanden hierbei vor Ort in Zug sowie teilweise standortübergreifend statt.

BIM-Modellplan
Die Modellierung erfolgte gemäss der STRABAG BIM.5D®-Arbeitsweise in Autodesk Revit und im vorliegenden Projekt mit folgenden vier Zentraldateien: Architektur-Tragwerksplanung, Fassade, Heizung-Kühlung-Lüftung-Elektro und Sanitär. Diese wurden miteinander verknüpft, sodass stets aktuelle Daten im Team vorlagen.

Information Delivery Manual (IDM)
Die Planfreigabe durch den Bauherren erfolgt über einen vordefinierten Freigabeprozess über eine Bauherrenplattform anhand von 2D-Plänen. Die Modelle wurden unterstützend herangezogen. Bei den einzelnen Lieferung der Architektur-Grundrisse wurden entsprechende Teilmodell mitgeliefert.
Zusätzlich zu den vier Information Drop Points (IDP) gemäss Gesamtterminplan wurde ein kompletter Datensatz – resultierend aus den jeweiligen, aktuellen BIM-Anwendungsfällen – übergeben. Die vier IDPs lauten:
- IDP 1: Zwischenstände der Ausführungsplanung
- IDP 2: Abschluss Ausführungsplanung
- IDP 3: FM/FS-Ausschreibung
. IDP 4: Wie-gebaut (bei Übergabe)

BIM-Leistungsbild
Im TU-Vertrag wurden Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) sowie ein Lastenheft BIM als Beilage hinzugefügt. In diesen wurden bereits erste zwölf BIM-Anwendungsfälle definiert. In regelmäßigen Abständen erfolgen hierzu Reviews mit Vertretern der Bauherrenschaft. Zu jedem BIM-Anwendungsfall wurden verschiedene Übergabezeitpunkte der einzelnen Projektphasen definiert und umgesetzt. Zur Evaluation der FM-Themen diente ein Prototyp (Teil des Gebäudes).
Konkret wurden folgende BIM-Anwendungsfälle basierend auf den fachbereichsübergreifenden Modellen im BIM-Abwicklungsplan beschrieben und umgesetzt (Bezeichnung gem. AIA des Bauherren):
- 3D-Kollisionsprüfung
- 3D-Wartungsräume
- 4D-Soll-/Ist-Terminfortschreibung und Statusreport
- 3D-Raumbuch
- Verknüpfung Raumbuch mit Facility Services relevanten Daten
- Anlagenkataster
- Anlagensteckbrief mit QR-Code
- 3D-Übergabedokumentation
- Mietflächenklassifizierung
- Änderungsmanagement
- Virtual-Reality-Anwendung
- Nutzung Modell durch Projekt- und Bauleitung
Für alle Anwendungsfälle wurden Datenübergabezeitpunkte inkl. Reviews vereinbart.

Die Anwendungsfälle werden im Detail in der angehängten Präsentation inkl. Abbildungen erläutert.


BIM-Modell (BIM-Viewer kann hier heruntergeladen werden)
https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=kdCMJXDJaa4

Zertifikat
MINERGIE
LEED Platin

Publikation
Schweizer Bautagung (November 2017)
Lake Constance 5D Conference (Mai 2018)
BIM Clusters Baden-Württemberg e.V. (April 2018)
Der BIM-Manager, Beuth Verlag (2018)
Fokus Modernes Bauen, smartmedia (Januar 2018)

Bauherr

Siemens Schweiz AG


Real Estate
Freilagerstrasse 40
8047 Zürich
Bauherrenvertreter, Spezialist

Amstein + Walthert AG


Andreasstrasse 5
8050 Zürich
044 305 91 11
Bauherrenvertreter, Spezialist

Emch + Berger AG Bern


Schlösslistrasse 23
3008 Bern
058 451 61 11
Totalunternehmer

Strabag AG


Unterrohrstrasse 5
8952 Schlieren
044 874 26 00
Generalplaner

Ed. Züblin AG / Strabag SE


Zentrale Technik
Albstadtweg, 3
70567 Stuttgart
+4971178830