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Die führende Schweizer Informationsplattform für Bauprodukte, Architekturprojekte und Expertenprofile

Siège du Comité International Olympique (CIO)
Route de Vidy 9, 11, Lausanne

Kategorie:
Büro und Verwaltung
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
4
Untergeschosse:
1
Parkplätze:
330
Grundstücksfläche:
15'426 m²
Geschossfläche:
28'075 m²
Nutzfläche:
16977 m2
Gebäudevolumen:
134'674 m³

Architekt/Planer

Itten+Brechbühl SA
Avenue d'Ouchy 4
1006 Lausanne
021 560 24 11
Architekt/Planer

3XN Copenhagen A/S
Kanonbådsvej 8
1437 Copenhagen K
+45 7026 2648
Elektroplaner

MAB - Ingénierie SA
Avenue de la Gottaz 32 Case postale 105
1110 Morges
HLK-Planer, Sanitärplaner

Weinmann-Energies SA
Route d'Yverdon 4
1040 Echallens
021 886 20 20
Bauingenieur

Ingeni Ingénierie Structurale
Rue du Jura 9
1004 Lausanne
+41 21 644 22 22

Die Gruppierung der Arbeitsplätze in zentralen Clustern ist die Antwort auf eine dynamische Nachfrage nach Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Kommunikation und Flexibilität, die derzeit für große Unternehmen von imensen Interesse ist. Aus diesem Grund hat das IOC beschlossen, alle seine Mitarbeiter, die bisher auf 4 verschiedene Standorte in Lausanne verteilt waren, in seinem neuen Hauptsitz zusammenzuführen. Das neue 24.000 Quadratmeter große Gebäude bietet Platz für 600 Arbeitsplätze. Es befindet sich neben dem historischen Schloss von Vidy im wunderschönen Bourget Park. Unter den Projekten der zwölf ausgewählten internationalen Architekturbüros entschied sich die Jury für das dänische Büro 3XN, das sich durch seine Dynamik und seine Raumvorschläge auszeichnet. Itten+Brechbühl wurde als lokaler Architekt ausgewählt, um ein Architektenkonsortium zu gründen und dieses internationale Projekt durchzuführen.

Das Gebäude zeichnet sich durch drei wesentliche Elemente aus: Mobilität, Flexibilität und Zukunftsorientierung. Diese Herausforderungen spiegeln sich besonders gut in den wellenförmigen Fassaden wieder, die einen Eindruck von Entwicklung und Bewegung vermitteln und symbolisch die Dynamik des Sports und der olympischen Bewegung widerspiegeln.

Besonderes Augenmerk wird auf den Einsatz nachhaltiger und effizienter Energiesysteme gelegt: So nutzt das Gebäude beispielsweise eine Seewasserpumpstation, Photovoltaikanlagen, ein Regenwasserauffangbecken zur Nutzung als Grauwasser und eine optimale Nutzung des natürlichen Lichts. Das IOC strebt die Zertifizierung seiner Gebäude LEED v4, Minergie und LNBS an.

BIM-Organigramm und Verantwortlichkeiten
Consortium 3XN (Gewinner Architektur Wettbewerb) et Itten+Brechbühl SA (Architekt)

Ingeni (Bauingenieur)

Weinmann Energie (HLKKS-Ingenieur)

MAB (Elektroingenieur)

3XN begann bereits zu Beginn der Entwurfsphase mit der Entwicklung des 3D-Modells unter Verwendung mehrerer Softwarepakete entsprechend den Anforderungen der parametrischen Modellierung. Itten+Brechbühl entwickelte dann das Revit-Modell bis zur Genehmigungsphase. Sie führten die Aktualisierung der Modelle nach Schweizer Baunormen und -techniken durch und nahmen am Austausch zwischen Planern und Bauherrschaft teil. Der Bauingenieur (Ingeni) erstellte ein Tragwerksmodell, mit dem er die Machbarkeit des Gebäudes und die Kohärenz zwischen komplexer Struktur und Architektur überprüfen konnte. Die CVSE-Ingenieure (MAB und Weinmann) erstellten ebenfalls Modelle, mit denen die technische Koordination durchgeführt wurde.

BIM-Meilensteine
Das ursprüngliche Ziel war, dass jedes Gewerk sein eigenes Modell erstellt und entsprechend den Phasen der SIA 102 weiterentwickelt. Dazu hat der 3XN BIM Manager die Informationsebene 2 für Phase 31, Ebene 3 für Phase 41 und Ebene 3.5 für Phase 51 definiert. So müssen z.B. in der Phase 51 die Modelle bis zu einem Zeichnungsmaßstab von 1:50 modelliert werden, damit die erstellten Pläne den Erwartungen des Standards und der Baustelle entsprechen. Diese Modelle dienten als Grundlage für die technische und architektonische Koordination zwischen den Akteuren. Ziel war es, alle 2D-Ausschreibungs- und Ausführungspläne aus dem 3D-Modell zu erstellen, indem nur grafische und textuelle Informationen hinzugefügt wurden. Darüber hinaus wurden die Bauteile um digitale Informationen ergänzt, um Lagepläne für Konzepte und Ausschreibungen sowie Raumlisten und komplette Türlisten zu erstellen.

BIM-Kommunikation und -Kollaboration
Das Modell mit seinen laufenden Aktualisierungen hat eine sofortige internationale Zusammenarbeit ermöglicht. Als Arbeits- und Austauschsprache wurde Englisch gewählt, so dass das Modell in englischer Sprache erstellt wurde und eine gute Zusammenarbeit zwischen Architekten mit der gleichen Arbeitsgrundlage ermöglichte. Der Austausch, die Diskussionen und wichtige Entscheidungen bezüglich des BIM-Managements und der Architektur des Gebäudes erfolgten per E-Mail und Telefon. Die BIM-Manager jedes Teams trafen sich auch bei jedem SIA-Phasenwechsel zu einem 2-3-tägigen Workshop, um die für die neue Phase spezifischen Herausforderungen und Modellierungsregeln zu definieren. Der 3XN-Projektmanager war einmal pro Woche in Lausanne anwesend, um die Sitzungen mit Kunden und Vertretern zu verfolgen und mit dem Team vor Ort die technischen und architektonischen Lösungen für das Projekt zu diskutieren.

BIM-Modellplan
Das Basismodell wurde mit Revit erstellt, da 3XN schon lange mit dieser Software arbeitet. Itten+Brechbühl hat sich dieser Entscheidung angeschlossen, damit die Architekturmodelle mit der gleichen Software erstellt werden und die Zusammenarbeit so einfach wie möglich ist. Das IFC-Format sollte für den interdisziplinären Austausch verwendet werden, aber es stellte sich heraus, dass alle Planungsbeteiligten Revit nutzen wollten: Das .rvt-Format wurde so zu einer Austauschdatei und die Zusammenarbeit erfolgte über einen nativen Prozess. Die ICT, die von 3XN zu Beginn des Projekts erstellte CAD-Spezifikation, definiert für jeden Auftragnehmer, welche Komponenten aus welcher Phase und bis zu welchem Umfang modelliert werden müssen.
Neun Teilmodelle wurden für das Gesamtmodell erstellt.

Information Delivery Manual (IDM)
Itten+Brechbühl verwendet einen Revit-Server, der ihm den Zugriff auf den internen 3XN-Server und damit eine direkte Verbindung zum Modell ermöglicht, was nur möglich ist. Einmal pro Woche erstellen alle Agenten eine Kopie ihrer Modelle und legen sie auf einer externen Plattform ab, so dass jeder von ihnen über die aktuellsten Modelle verfügt, die entsprechend der technischen Abstimmung und Planung mit dem Kunden modifiziert wurden. Dazu erstellen die Planer 3D-Revisionswolken, die sie in ihrem Modell platzieren, mit einer Beschreibung der Modifikation. Auf diese Weise können sie eine Liste der Änderungen erstellen, die mit jedem Datenaustausch gesendet werden, und andere Beteiligte können direkt in der Vorlage sehen, was geändert wurde.

BIM-Leistungsbild
Die in der ICT definierten Informationsebenen beschreiben genau, was ein Modell in welcher Phase, in welchem Umfang und mit welcher Genauigkeit enthalten sein soll.
Auf der Informationsebene 2 spielten nur die strukturellen und architektonischen Volumenmodelle eine wichtige Rolle. Die Komponenten wurden im Maßstab 1:200 modelliert, so dass es möglich war, die der Projektstudienphase (Phase 4.31) entsprechenden Pläne zu erstellen, das Projekt räumlich zu organisieren und seine Machbarkeit zu prüfen. Nur die Volumina, die Räume repräsentieren, enthielten bereits numerische Informationen über ihre Funktion, ihren Standort und ihre Grundwerte. Die Komponenten werden generisch verwendet und enthalten nur ihre eigenen Basisinformationen (Geometrie&Werkstoffe).
Auf der Informationsebene 3 werden die Modelle mit einer Genauigkeit von 1:100 (Phase 4.32) entwickelt und die technische Abstimmung zwischen Ingenieuren und Architekten begann.
Auf der Informationsebene 3.5 wird ihre Genauigkeit auf 1:50 erhöht, um die Grundlage für die Erstellung von Ausschreibungen (4.41) und Plänen und Ausführungsabschnitten (4.51) zu schaffen. Zu den Komponenten werden digitale Informationen hinzugefügt, insbesondere solche, die für die Erstellung von Architekturplänen, wie Akustikklasse, Feuerwiderstandsklasse, Elektro-, Zugangs- und Sicherheitsdaten für Türen oder SIA-Flächenbeschreibungen, benötigt werden. Alle detaillierteren grafischen Informationen werden in 2D direkt auf dem Revit-Modell erstellt und basieren auf den Hintergrundinformationen des Modells.
In zwei großen BIM-Workshops zwischen den BIM-Managern von 3XN und I+B wurden die einzugebenden Daten sowie die Art und Weise ihrer Benennung und Klassifizierung definiert. Das erste Treffen fand in Kopenhagen vor der Projektphase der Arbeiten statt, um die Art der zu erstellenden Dokumente, ihre Genauigkeit und grafischen Qualitäten sowie die Arbeitsteilung zwischen den beiden Büros zu definieren. Die zweite fand vor der Ausschreibungsphase statt, um die Arten von Informationen, Materialien, genaue Listen und Nomenklaturen der einzelnen Komponenten und die Art der Darstellung für jedes zu erstellende Element festzulegen.
Der BIM-Manager von 3XN war stets für die Kontrolle und Kohärenz der Modelle nach den in diesen Sitzungen getroffenen Entscheidungen und nach eigenen Modellierungskriterien verantwortlich, die von Itten+Brechbühl dann übernommen wurden, wenn die Modellierungsfragen nur die spezifischen Schweizer Baumethoden betrafen (Phasen 4.41&4.51).
Die Modelle werden hauptsächlich über die zuvor erstellten Klassifikationstabellen der Elemente und Komponenten und mit einer visuellen Kontrolle der Projektleiter der beiden Büros überprüft.
Die 3D-Revisionswolken waren ebenfalls ein sehr wichtiges gemeinsames Kommunikationsmittel und ermöglichten es jedem Team, den Fortschritt der anderen in Echtzeit zu verfolgen. Aus diesen Wolken wurden Änderungslisten erstellt, in denen alle Revisionskommentare nummeriert und mit Datum und Position im Gebäude zusammengefasst wurden. Revisionspläne, inkl. 3D-Wolken und ihre Nummern, wurden mit jedem Datenaustausch übermittelt, um einen Überblick über die Änderungen zu erhalten, ohne das Modell öffnen zu müssen, und um ein Archiv dieser Änderungen zu führen.
Nachdem das Modell hochgeladen und die Wolken aufgelistet und klassifiziert wurden, ist jeder Planer dafür verantwortlich, die Wolken aus seinem eigenen Modell zu entfernen, so dass in den Modellen und in den Revisionsansichten und Listen immer nur die aktuellste Planungssituation sichtbar ist.
Außerdem werden regelmäßig alle 2D-Pläne sowie die dazugehörigen Details übermittelt, um die Bauanforderungen zu erfüllen und mit dem Bauherrn, den Stadtvertretern und den externen Mitarbeitern, die über keine 3D-Visualisierungssoftware verfügen, kommunizieren zu können.

BIM Transparenz und Stabilität
Dank des gemeinsamen Servers hatten beide Teams jederzeit Zugriff auf den aktuellsten Planungsstatus, obwohl die verschiedenen Mitglieder des Planungsteams in verschiedenen Ländern ansässig waren. Dadurch wurde eine hohe Transparenz in jeder Projektphase und für alle Beteiligten geschaffen.


Plan de situation Siège du Comité International Olympique (CIO)  von Itten+Brechbühl SA
Plan de situation