Die führende Schweizer Informationsplattform für Bauprodukte, Architekturprojekte und Expertenprofile

Sanierung und Erweiterung Universität St. Gallen
Dufourstrasse 50, St. Gallen

Kategorie:
Unterricht, Bildung und Forschung
Fertigstellung:
2011
Geschossfläche:
14'980 m²
Gebäudevolumen:
94'894 m³

Auf einer sanften Hügelkuppe des Rosenbergs stehen die ausdrucksstarken Bauten der Universität St. Gallen. Die 1963 erstellten Bauten stammen von den Architekten Förderer, Otto und Zwimpfer und sind wichtige Zeitzeugen der Schweizer Architekturgeschichte. Aus historischer Sicht werden die Bauten dem Brutalismus zugeordnet, einem Architekturstil, der sich in den 50er- und 60er-Jahren herausgebildet hatte. Merkmale dieses Stils sind die Verwendung eines rohen Betons sowie die Betonung des Schweren und des Skulpturalen.

Die ursprünglich für 3500 Studierende konzipierten Bauten, reichten für die rund 5000 Studierenden um die Jahrtausendwende nicht mehr aus. Die 40-jährige Bausubstanz wurde gesamthaft saniert, die bestehenden Universitätsbauten baulich angepasst und unterschiedliche Neubauten erstellt. Eine Parkgarage, eine Mensa und eine Technikzentrale ergänzen die Infrastruktur.
Im Zuge der Erneuerung der Universitätsbauten wurden alle Sichtbetonflächen im Aussenbereich saniert. Durch Verwitterung und Karbonatisierung im Beton fanden sich schadhafte Stellen sowie Durchrostungen an den bestehenden Stahlfenstern. Damit erhielt der Beton seine ursprüngliche Ausdrucksstärke zurück. Ein Grossteil der Stahlfenster wurde nach denkmalpflegerischen Kriterien neu ersetzt. Dabei wurden alle Teile mit der für die Bauten charakteristischen dunkelgrauen Schuppenpanzerfarbe beschichtet.

Das Gesamtensemble blieb äusserlich weitgehend erhalten, da sich die Erweiterungen auf unterirdische Bauten beschränken und nur teilweise sichtbar sind. So entstand zwischen dem ehemaligen Institutsgebäude und dem Nebengebäude eine zweigeschossige Parkgarage. Die Einbauten im Nebengebäude wurden umstrukturiert und die Treppe bis auf das Eingangsniveau geführt. In der ursprünglichen Turnhalle und Umkleide befinden sich neu die Essräume der neuen Mensa und Schulungsräume. Küche und Zusatzräume sowie Lager- und Technikräume wurden im neu erstellten Bau unter der Anlieferungszone platziert. Angrenzend steht das neue Dienstgebäude, ein Zweckbau mit Abluftturm. Die alte Mensa wurde Anlaufstelle für Studenten umfunktioniert. In der Aula befindet sich neu eine Hebebühne, um das Mobiliar vom Saal auf direktem Wege ins darunterliegende Lager zu befördern. Alle diese baulichen Anpassungen wurden mit grösster Sorgfalt vor den bestehenden, denkmalpflegerisch geschützten Bauten ausgeführt. Alle Gebäude wurden neu unterirdisch durch einen Medienkanal erschlossen.

Die räumlich eindrucksvolle Eingangshalle des Hauptgebäudes wird von der frei tragenden, skulpturalen Betontreppe geprägt. Die Materialien Terrazzo, Beton, das Edelholz Sapelli und die lichtgrauen Holzwerkstoffplatten erzeugen eine angenehme ruhige Stimmung, in der die unterschiedlichen Lichteinfälle sehr schön zur Geltung kommen. Um die Treppe sind Seminar-, Gruppenräume und Arbeitszonen angesiedelt. Im obersten Geschoss fällt das Tageslicht nur über Oblichter in die Räume und die Kunstwerke wurden in wunderbarer Weise in den Bau integriert und sind damit ein wichtiger Bestandteil der Architektur. Bei allen Arbeiten standen der integrale Erhalt und die subtile Adaption des Bestehenden im Vordergrund.

Albanese Baumaterialien AG

Albanese Baumaterialien AG


Maienriedweg 1a
8408 Winterthur
Paul Bauder AG

Paul Bauder AG


Alte Zugerstrasse 16
6403 Küssnacht am Rigi

Architekt/Planer

RLC Architekten AG


Thalerstrasse 10
9424 Rheineck
071 886 17 17

Situation Sanierung und Erweiterung Universität St. Gallen von RLC Architekten AG
Situation
Südost- und Nordostansicht Sanierung und Erweiterung Universität St. Gallen von RLC Architekten AG
Südost- und Nordostansicht
Nordwest- und Südwestansicht Sanierung und Erweiterung Universität St. Gallen von RLC Architekten AG
Nordwest- und Südwestansicht