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Sanierung und Erweiterung Berggasthaus Bollenwees
Bollenwees 2, Rüte

Kategorie:
Gastgewerbe und Tourismus
Fertigstellung:
2011
Geschossfläche:
471 m²
Gebäudevolumen:
2060 m³

Das Berggasthaus liegt hinter dem Stiefel am Fälensee, zwischen zwei geologischen Falten des Alpsteins und genau auf dem Bruch Saxerlücke-Stiefel-Bogarten. Die Kraft des Ortes, über Jahrmillionen entstanden, überwältigt jeden Besucher. Eine besondere Aufgabe, an einem aussergewöhnlich schönen Ort. Es galt das richtige Gespür zu entwickeln, mit den Strukturanpassungen einen reibungslosen Gastbetrieb zu ermöglichen ohne das Ambiente und die Stimmung der Berghütte in einer sensiblen Naturlandschaft zu stören.



Die Strukturen des „alten“ Berggasthauses entsprachen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen der Gäste und erfüllten auch die Anforderungen von Brandschutz und Lebenmittelinspektorat nicht. Zudem konnten die Räumlichkeiten des Personals und der Pächterfamilie nur ungenügend von den Gästebereichen getrennt werden. Gegenseitige Störungen von Gästen und Personal waren unumgänglich und die Sanitärräume mussten teilweise gemeinsam genutzt werden. Diese unbefriedigenden Verhältnisse veranlassten die Bollenwees GmbH nach neuen Lösungsmöglichkeiten zu suchen.



Nach einjähriger Planungszeit konnte mit den Vorbereitungsarbeiten im Herbst 2010 begonnen werden. Die Massivbauarbeiten im Keller konnten noch vor dem ersten Schneefall fertiggestellt werden. Danach fiel die Bollenwees in den Winterschlaf aus dem sie - etwas früher als sonst – Anfang April 2011 wieder aufgeweckt wurde. In nur drei Monaten wurden sämtliche Rück-, Wiederauf- und Ausbauarbeiten durchgeführt. Die Bauzeit wurde auf ein Minimum beschränkt und der Sommerbetrieb wurde kaum beeinträchtigt. Ein Ziel, das durch eine genaue Planung, optimierte Materialtransporte, dem Einsatz von Bauleitung und Ausführenden vor Ort und etwas Wetterglück möglich wurde.



Die Architektursprache und Gestaltung der Bollenwees wurde gegen Aussen kaum sichtbar verändert. Die neue Grundrisskonzeption im südlichen Bau aus dem Jahre 1942 folgt dessen alten Strukturen. Der Bau „Nord“ aus dem Jahre 1986 blieb unangetastet.



Erst wer das Innere des Berggasthauses betritt, erlebt die Neuerungen. Das neue Treppenhaus kam mittig im Gebäude zu liegen. Gegen Westen und Süden wurde die Raumeinteilung beibehalten und gegen Osten gespiegelt. Der damit entstandene neue Raum, bietet nun Platz für die Pächterfamilie und das Personal. Im Zwischenbau wurde die Küche modernisiert.



Mit den Materialien und Farben wurden die Bergwelt und die Stimmung der Alpen eingefangen. Böden, Wände und Decken sind entsprechend der Beanspruchung in Eiche oder Fichte gehalten. In den Nasszellen kamen fugenlose und leicht zu reini-gende Materialien, teilweise in Himmelblau zum Einsatz. Ein helles Frühlingsgrün begleitet die Gäste im Treppenhaus nach oben zu den Schlafräumen. Wer die Fählensee-Suite gebucht hat wird überwältigt von der Aussicht. Wer hier schläft, sieht abends den Sonnenuntergang und wird morgens begrüsst vom Fälensee, in dessen Wasser sich die imposante Bergkulisse spiegelt.




Architekt/Planer

RLC Architekten AG


Thalerstrasse 10
9424 Rheineck
071 886 17 17

Westfassade Sanierung und Erweiterung Berggasthaus Bollenwees von RLC Architekten AG
Westfassade
Südfassade Sanierung und Erweiterung Berggasthaus Bollenwees von RLC Architekten AG
Südfassade
Grundriss Erdgeschoss Sanierung und Erweiterung Berggasthaus Bollenwees von RLC Architekten AG
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 1. Obergeschoss Sanierung und Erweiterung Berggasthaus Bollenwees von RLC Architekten AG
Grundriss 1. Obergeschoss
Grundriss 2. Obergeschoss Sanierung und Erweiterung Berggasthaus Bollenwees von RLC Architekten AG
Grundriss 2. Obergeschoss
Grundriss Dachgeschoss Sanierung und Erweiterung Berggasthaus Bollenwees von RLC Architekten AG
Grundriss Dachgeschoss