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Rossinière
Rossinière, Rossinière

Kategorie:
Wohnen (bis 2 Wohneinheiten)
Fertigstellung:
2012

Rossinière ist ein kleines, idyllisch gelegenes Dorf in den Bergen des Kantons Waadt. Das Haus, welches im 17. Jahrhundert zentral im Dorfkern errichtet wurde, befand sich zu Beginn der Arbeiten in einem desolaten Zustand. Verschiedene Bewohner des Hauses hatten es innerhalb vieler Jahre durch fragwürdige Eingriffe umgebaut und damit teilweise oberflächlich, teilweise bis in die Grundsubstanz zerstört. Es galt, die deutlich spürbare, jedoch stark überlagerte architektonische Kraft des Hauses wiederherzustellen. Die Eingriffe beschränkten sich dabei auf das Innere des Hauses.



In Nachbarschaft zum Haus befindet sich das Grand Chalet, eines der grössten historischen Holzhäuser Europas, welches 1752 erbaut wurde und einen neuen Blick auf die Welt des Chalet-Baus öffnet. Das Grand Chalet befand sich im Besitz des Maler Balthus, welcher mit seinen archaischen, in erdigen Tönen gemalten Bildern sowie seinem Umbau der Villa Medici in Rom eine wichtige Referenz für das Umbauprojekt waren. Für die Grundstrategie der Eingriffe ebenso wichtig war der italienische Maler Giorgio Morandi. Seine Kompositionen von unterschiedlichsten Objekten und Gefässen treten durch ruhige, angeglichene Farbgebungen als kraftvolles, einheitliches Ensemble in Erscheinung.



In Anlehnung an diese Vorbilder wurden helle, erdige Grautöne verwendet, um den lang gestreckten Eingangsbereich sowie dass Esszimmer und das Wohnzimmer farblich zu gestalten und in Beziehung zueinander zu bringen. Die ehemalige Küche im Erdgeschoss wurde in Anlehnung an die vorgefundenen verkohlten Holzwände und Balkendecke schwarz gestrichen und mit dunklen, schweren Filzvorhängen verkleidet. Der zentrale, fensterlose Raum erhält damit in Bezug auf die räumliche Mehrdeutigkeit des Hauses eine neue Lesbarkeit und Präsenz.



Einzelne, objekthafte Ergänzungen wurden gezielt und mit wenigen, einfachen Materialien ausgeführt. In Anlehnung an die traditionellen, skulptural-massiven Öfen der Umgebung wurde ein monolithisch in Sichtbeton gegossenes Cheminée im Wohnzimmer erstellt. Trotz des Kontrastes zu den Holzoberflächen zeigt der Beton eine starke Zugehörigkeit zu dem neuen, erdigen Mineralputz der Steinwände. Die durchgehende Arbeitsfläche der neuen Küche wurde aus demselben Sichtbeton wie das Cheminée hergestellt, so dass beide Objekte deutlich aufeinander verweisen. Die einheitliche Beleuchtung, welche mittels Porzellanfassungen und Glühbirnen geschaffen wurde, sowie diverse Metallarbeiten aus gebogenem, dunkel lackiertem Rundstahl in Wohnräumen und Badezimmern stellen eine prägende Ergänzung dar. Sämtliche neu hinzugefügten Elemente wurden nach dem Vorbild Morandis trotz unterschiedlicher Materialitäten durch ihre ähnliche Farbgebung zusammengebunden und stehen so in einem engen Dialog zueinander sowie zum Bestand.

Sika Schweiz AG

Sika Schweiz AG


Tüffenwies 16
8048 Zürich

Architekt/Planer,

Conen Sigl Architekten


Letzigraben 114
8047 Zürich
044 400 18 85

Grundriss Erdgeschoss Rossinière von Conen Sigl Architekten
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss Rossinière von Conen Sigl Architekten
Grundriss Obergeschoss
Ansicht Platzfassade + Querschnitt Rossinière von Conen Sigl Architekten
Ansicht Platzfassade + Querschnitt
Ansicht Gartenfassade + Längsschnitt Rossinière von Conen Sigl Architekten
Ansicht Gartenfassade + Längsschnitt
Projektbeschrieb Rossinière von Conen Sigl Architekten
Projektbeschrieb