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Raiffeisenbank
Glennerstrasse 7, Ilanz

Kategorie:
Büro und Verwaltung
Fertigstellung:
2013
Geschossfläche:
5697 m²
Gebäudevolumen:
17'614 m³

Städtebau, Architektur
Die Parzelle für den Neubau des Geschäfts- und Wohnhauses der Raiffeisenbank Surselva befindet sich in einem städtebaulich spannenden Gebiet, zwischen der historischen Kernbebauung von Ilanz und den Schwerpunkten Brücke und Bahnhof am Vorderrhein. Dieses erste städtische Erweiterungsgebiet ausserhalb der kleinräumigen Altstadt ist geprägt durch die typischen Nutzungen eines expandierenden Regionalzentrums mit dem Bild selbstbewusst gesetzter grosser Einzelvolumen. Innerhalb dieser generellen Haltung zeigen einzelne Gebäude interessanter Weise eine differenzierte architektonische Ausformung, die sich spezifisch an regionalen Bautraditionen anlehnen und Zeugen einer eigenständigen Haltung in der städtischen Entwicklung von Ilanz sind.
Genau in diesem semantischen Spannungsfeld versucht der Entwurf des Neubaus für die Raiffeisenbank anzusetzen. Es werden regionale Material- und Bautypologien als Basis für die Entwicklung eines zeitgemäßen Gebäudes verwenden und damit versucht, das Gebäude an die vorhandene eigenständige, regionale Moderne anzubinden, aber auch einen selbstbewussten Baukörper mit Authentizität zu schaffen, der als neuer Identifikationspunkt im städtebaulichen Feld der Glennerstrasse wirken kann.
Der in seiner Grundform rechteckige Baukörper steht selbstverständlich mit seiner leicht überhöhten Hauptfront in der Gebäudeflucht der Glennerstrasse. Die Dimensionen des Gebäudes sind jedoch so gewählt, dass eine massstäbliche und rücksichtvolle Einpassung in die kleinräumige Nachbarschaft gewährleistet ist. Vor allem gegenüber der Kirche mit Pfarrhaus wird der Gebäudeabstand etwas erhöht um diesem historisch wichtigen Bauensemble den nötigen Umraum zu geben.
Die Zeilenstruktur an der Glennerstrasse wird mit dem aufgesetzten Dachgeschoss weitergeführt und als Schwerpunkt in der Gebäudemodulation berücksichtigt. Zudem kann durch die leichte Versetzung der Firstlinie aus der Mitte des Gebäudes sowie der unterschiedlichen Schnittgeometrie des Daches eine präzise aber zurückhaltende aussenräumlich Reaktion auf die unmittelbar angrenzenden Gebäude erfolgen.
Der für den Innenraum des städtebaulichen Bebauungsfeldes zwischen Glenner- und Bahnhofstrasse wichtige Grünbereich wurde durch die sorgfältige Tiefenentwicklung des neuen Gebäudes aufgenommen und weitergeführt sowie gegen die Glennerstrasse hin abgeschlossen. So erhält auch der angelegte äussere Grüngürtel der Kirche seine nötige Dominanz im städtebaulichen Bild der Vorstadt von Ilanz.


Erschliessung
Die Einfahrt auf das Grundstück, zwischen Pfarrhaus und Neubau wird gemeinschaftlich mit Kirche und Pfarrhaus genutzt und gewährleistet die Gesamterschliessung des Grundstückes. So können, ökonomisch sinnvoll, die öffentlichen Kundenparkplätze, behindertengerecht, direkt vor der erdgeschossigen Bankfiliale angeordnet werden. Weiter sind über den gemeinsamen Erschliessungsweg zusätzlich öffentliche Parkplätze in einer Tiefgarage, auf einfachste Weise, erschlossen.
Die Kundenhalle der Raiffeisenbank ist direkt von der Glennerstrasse aus und von den anschliessenden Kundenparkplätzen erreichbar. Eine durch den Einzug der Fassade im Bereich der Bank geschaffene Vorzone ermöglicht es, den öffentlichen Nutzungen wie Bankomat, Briefeinwurf oder dem Eingangsbereich zum Windfang mit der 24 Stundenzone mit zusätzlichem neuen Schliessfachzugang genügend geschützten Raum zu geben, ohne die durchgängige Fussgängerzone zu behindern. Zudem wird die Präsenz der Raiffeisenbank, im Kontext des Gesamtvolumens des Neubaus, angemessen akzentuiert.
Im Erdgeschoss befinden sich zwei weitere Ladengeschäfte mit direkter Anbindung an den Strassenraum. Der Eingangsbereich für die Fremdnutzungen der weiteren Dienstleistungsbereiche sowie den Wohnungen in den Obergeschossen ist direkt von der Glennerstrasse her zugänglich. Die Anlieferung aller Geschäftsbereiche ist auf der Nordseite des Gebäudes angeordnet mit direkter Zufahrtsmöglichkeit.

Nutzung
Die öffentliche Nutzung der Raiffeisenbank entspricht dem gewünschten Konzept der offenen Bank. Dabei wurde versucht, mit der Einhaltung der Anforderungen an die Sicherheit, über eine grosse Belichtungsöffnung im Zentrum der Bank auch die Bereiche des ersten Obergeschosses in dieses Konzept mit einzubeziehen. So wird die Bank als räumliche Einheit über beide Geschosse für Kunden und Mitarbeiter angemessen erlebbar. Die vorgesehene Erschliessungs- und Raumstruktur des ersten Obergeschosses, mit der ringartigen Erschließung im Zentrum, ermöglicht es, die geforderte Erweiterungsmöglichkeit für die Bank auf einfachste Weise, nach Wunsch auch in unterschiedlich grossen Etappen, zu realisieren, ohne dabei die Gebäudestruktur zu beeinträchtigen. Der durchgehende Belichtungsraum sorgt nicht nur für die Räume der Bank für Tageslicht im Zentrum des Hauses, sondern auch für die anschliessende Vertikalerschliessung im öffentlichen Teils des Gebäudes. Horizontale und vertikale Sichtverbindungen verbinden die unterschiedlichen Nutzungen hier zum spannungsvollen Grossraum.
In den drei obersten Geschossen sind acht 4 1/2 Zimmerwohnungen, eine 5 1/2 sowie eine 1 Zimmerwohnungen geplant. Die grosszügigen Grundrisse entsprechen den verschiedensten Ansprüchen zeitgemäßen Wohnens und sind so konzipiert, dass alle Wohnungen über gut besonnte und attraktive Ausblicke verfügen. Private, grosse, gedeckte Terrassenräume, die wahlweise auch als temporär verglaste Wintergärten die Nutzungszeit erheblich verlängern können, ergänzen alle Wohnungen im Aussenbereich.

Konstruktion, Flexibilität, Material
Die gewählte statische Struktur des Gebäudes, mit einem massiven Kern im Zentrum und dem ringförmigen Stützenraster in der Ebene der Fassaden, ermöglichen es, über weit gespannte Decken, eine mehrheitlich frei unterteilbare Nutzungszone zu schaffen.
Dies führt zu einer zukunftsfähigen Flexibilität der Raumstruktur über alle Geschosse, die auch eine geforderte Entwicklung der Raiffeisenbank in die oberen Geschosse ermöglicht. Das neue Geschäfts- und Wohnhaus soll in einer Kombination von einheimischen Materialien, wie Holz oder Naturstein, in zeitgemässer Umsetzung, zum Beispiel in einer Kunststeinfertigung, eine auf einem regionalen Fundament aufgebauten Modernität ausstrahlen und so das zurückhaltende aber bestimmte Selbstverständnis der Raiffeisenbank Surselva zum Ausdruck bringen.

BASWA acoustic AG

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Marmorweg 10
6283 Baldegg
Sika Schweiz AG

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Tüffenwies 16
8048 Zürich

Architekt/Planer,

Jüngling Hagmann Architekten


Rätusstrasse 7
7000 Chur
081 257'18'80

Erdgeschoss Raiffeisenbank von Jüngling Hagmann Architekten
Erdgeschoss
1. Obergeschoss Raiffeisenbank von Jüngling Hagmann Architekten
1. Obergeschoss
3. Obergeschoss Raiffeisenbank von Jüngling Hagmann Architekten
3. Obergeschoss
Schnitt Raiffeisenbank von Jüngling Hagmann Architekten
Schnitt
Ansicht Süd Raiffeisenbank von Jüngling Hagmann Architekten
Ansicht Süd
Situationsplan Raiffeisenbank von Jüngling Hagmann Architekten
Situationsplan