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Limmat Tower
Überlandstrasse 18, Dietikon

huggenbergerfries Architekten AG
Architekten ETH SIA BSA

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Limmat Tower, aussen, Rapidplatz  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, aussen, Geroldswil  © Georg Aerni Sihlquai 268 8005 ZürichLimmat Tower, aussen, Wehr  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, aussen, Lagerstrasse  © Georg Aerni Sihlquai 268 8005 ZürichLimmat Tower, aussen, Viaduktstrasse  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, aussen, Überlandstrasse  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, aussen, Dietikon  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, aussen, nahe  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, aussen, nahe  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, aussen, Kolonnade  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, innen, Eingangsbereich  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, innen, Wohnung  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, innen, Wohnung - Loggia  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, innen, Wohnung - Zimmer  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 ZürichLimmat Tower, innen, Wohnung - Bad  © beat bühler fotografie Flüelastrasse 10 8048 Zürich
Kategorie:
Wohnen (ab 3 Wohneinheiten)
Fertigstellung:
2015
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
25
Untergeschosse:
2
Parkplätze:
244
Anzahl Wohnungen:
136
Geschossfläche:
23'766 m²
Gebäudevolumen:
79'150 m³

Allega GmbH
Allega GmbH
Seeblerstrasse
8172 Niederglatt ZH
Tel. 044 852 41 11
Fax. 044 852 43 44
info@allega.ch
www.allega.ch
Rascor International AG
Rascor International AG
Gewerbestrasse 4
8162 Steinmaur
Tel. 044 857 11 11
Fax. 044 857 11 00
info@rascor.com
www.rascor.com
Wyss Aluhit AG
Wyss Aluhit AG
Grossmatte 9
6014 Luzern
Tel. 041 259 11 00
Fax. 041 250 21 75
info@wyssaluhit.ch
www.wyssaluhit.ch

ALUCOBOND®
ALUCOBOND®
Fassadenverkleideplatten und -paneele aus Metall
Allega GmbH
Wyss Aluhit AG – Lift
Wyss Aluhit AG – Lift
Aufzugsschächte und Liftkabinen aus Glas (Metallprofilkonstruktion)
Wyss Aluhit AG

Architekt/Planer

huggenbergerfries Architekten AG
Architekten ETH SIA BSA
Badenerstrasse 156
8004 Zürich
044 298 88 70


Leuchtturm der Urbanisierung im Limmattal

Das Limmattal ist eines der grossen Entwicklungsgebiete im Grossraum Zürich. Die urbane Verdichtung zwischen Zürich und Baden wurde in den letzten Jahren kontinuierlich vorangetrieben. Dietikon liegt im Zentrum des Limmattales, verkehrstechnisch optimal erschlossen sowohl mit dem Zug als auch mit dem Auto sind die grösseren Deutschschweizer Städte schnell erreichbar. Mit der Limmattalbahn wird die urbane Vernetzung zusätzlich gestärkt. Die Tendenz der Urbanisierung zeigt sich in Dietikon mit der Entwicklung diverser Areale in Richtung Spreitenbach. Auch in den andern Limmattaler Gemeinden hat sich diese Entwicklung in den letzten Jahren manifestiert.
Das Limmatfeld-Quartier liegt zwischen dem Bahnhof Dietikon und der Limmat. Das ehemalige Industrieareal auf welchem bis zur Jahrtausendwende Landwirtschaftsmaschinen produziert wurden, war mit dem Wegzug von Rapid frei für eine neue Entwicklung. Der aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangene Masterplan von Prof. Hans Kollhoff sah ein durchmischtes, urbanes Wohnquartier mit einem grossen zentralen Platz vor.
Die Grundstruktur des Quartieres bilden orthogonal zueinander verlaufende Strassen, welche sich aus der bestehenden Erschliessung heraus entwickeln. Der Rapidplatz, der zentrale öffentliche Raum, ist gefasst von grossmassstäblichen Wohn- und Geschäftshäusern mit öffentlicher Erdgeschossnutzung. Entlang der Hauptachse durch das Quartier wird der Platz von einer durchgehenden Kolonnade begleitet. Die Baufelder zur Limmat hin sind in kleinere Einheiten parzelliert und durch Vorgärten zum Strassenraum hin abgeschlossen. Das von Halter AG entwickelte Quartier wurde seit 2007 mit Architekuren von Hans Kollhoff, Gigon/Guyer, Adolf Krischanitz, Baumschlager Eberle und diversen jüngeren Architekturbüros umgesetzt.
Der Limmathof mit dem Limmat Tower auf dem Baufeld E bildet den städtebaulichen Schlussstein. Das bereits im Masterplan vorgesehene Hochhaus, welches die mögliche Ausnutzung des Rapidplatzes kompensiert, verbindet das neue Quartier visuell mit dem Zentrum von Dietikon. Der Limmat Tower steht in der Verlängerung der Achse vor dem Stadthaus von Dietikon. So wird das Limmatfeld, als Auftakt der Entwicklung im Industriequartier Silbern mit dem alten Kern in Beziehung gesetzt.
Der Limmat Tower markiert den Eintritt in das neue Stadtquartier. In der Fernwirkung tritt das Hochhaus als Solitär in Erscheinung. In der Nahwirkung ist es in die städtische Struktur eingebunden. Diese Dialektik generiert das städtebauliche Muster des gesamten Baufeldes. Der Block wird aufgelöst in vier Solitärbauten, welche als Gesamtkomplex zu einem Cluster zusammengehalten werden. Der Limmathof wird ein Bindeglied zwischen der offenen Bebauung an der Limmatfeld-Strasse und den Blockrandbebauungen am Rapidplatz. Die vier Gebäude sind nach ihrer Funktion aufgeteilt und erlauben eine adäquate Adressbildung jeder Nutzung. Das Baufeld tritt als Ensemble von Gebäuden mit Handschriften von verschiedenen Architekten in Erscheinung. Dadurch wird die Inselwirkung des Blockes gebrochen und der Massstab dem Kontext angepasst. Die Volumetrie der Gebäude baut auf dem siegreichen Entwurf aus einem international besetzten Wettbewerb auf. Unter der Gesamtleitung von huggenbergerfries wurde das Pflegeheim sowie das begleitete Wohnen von Harry Gugger Studio und das Wohnhaus zur Überlandstrasse von Max Dudler Architekten entworfen. Der Limmat Tower mit dem Sockelbau und dem verbindenden Plateau stammt aus der Feder von huggenbergerfries.
Die Umgebungsgestaltung von Balliana Schubert Landschaftsarchitekten führt das Konzept des Gestaltungsplanes mit den Baumgruppen aus Säuleneichen im Vorbereich zur Überlandstrasse weiter. Die mit Stampfbetonmauern umfassten Pflanzbereiche bilden einen Abschluss des grosszügigen Vorplatzes zur Strasse. Das Plateau im Hof ist über drei grosszügige Treppenmit dem Strassenraum verbunden. So entsteht ein reger Austausch zwischen dem öffentlichen Raum und dem vornehmlich von den Bewohnern des Pflegeheimes genutzten Plateau. Grosse Bäume und ein Wasserbecken sorgen für Aufenthaltsqualität und Atmosphäre.

Landmark aus dem Kontext entwickelt

Das Hochhaus schreibt sich in die schiefwinklige Geometrie des Grundstückes ein. Aus dem Sockelbau über die Rücksprünge entwickelt sich der Limmat Tower von der Strassengeometrie zu einem regelmässigen Fünfeck. Der sechsgeschossige Sockelbau mit der doppelgeschossigen Kolonnade leitet den Stadtraum der Überlandstrasse ins Quartier ein. Aus diesem, in der Situation verankerten Volumen entwickelt sich das Hochhaus. Ein Rücksprung im 11. Geschoss auf der Ostseite und ein Rücksprung im 15. Geschoss auf der Westseite verleiht dem Limmat Tower seine Charakteristische Silhouette. Diese richtet sich frontal zum Bahnhof und zum Zentrum von Dietikon aus.
Die Gestaltung der Fassade unterstreicht die volumetrische aufstrebende Entwicklung des Limmat Towers. Gefaltete Formelemente zeichnen den Baukörper nach und unterstützen optisch die Vertikale. Gegen die Turmspitze wird das Relief tiefer und die Faltung grösser. Dies bildet sich sowohl in den Fassaden wie auch in den Grundrissen ab. Die Oberfläche der Fassade nimmt durch einen feinen Glanz die Licht- und Wetterstimmungen der Umgebung auf. So verzahnt sich der Baukörper mit dem Himmel und unterstreicht die Höhe des Gebäudes. Als Krone des Turmes zeichnen sich die zweigeschossigen Maisonetten in der Fassade ab.
Der Limmat Tower nimmt vielfältige Nutzungen auf. Im Erdgeschoss zur Kolonnade orientiert bilden 700 m2 Ladenlokale und Gastronomie eine öffentliche Adresse. Zusammen mit den beiden Eingangshallen zum Sockelbau und zum Hochhaus beleben diese den Stadtraum. Im Sockelbau und den untersten Geschossen des Limmat Towers sind zur Strasse hin 1800 m2 Gewerberäume angeordnet. Hier finden sich Arztpraxen, Dienstleistung und Büros in unterschiedlicher Grösse. Zur ruhigen Hofseite hin sind 38 Mietwohnungen platziert. Diese Wohnungen profitieren von den grösseren Raumhöhen der Bürogeschosse und sind dadurch räumlich sehr grosszügig. Die Wohnungsgrössen der Mietwohnungen verteilen sich zwischen 60 m2 bei den kleinsten 2.5-Zimmer Wohnungen und 130 m2 bei den grossen 4.5-Zimmer Wohnungen. Die Wohnungen im 6. Obergeschoss sind zum Rapidplatz auf eine vorgelagerte Attikaterrasse orientiert. In den oberen Geschossen des Limmat Towers befinden sich 98 Eigentumswohnungen. Ab dem 7. Obergeschoss sind bis zum 23. Obergeschoss je 5 Geschosswohnungen angeordnet. Den oberen Abschluss bilden 8 Maisonetten mit Zugang auf eine private Dachterrasse in 80 Metern Höhe. Die zwei grösseren Maisonetten haben zusätzlich ein Atrium auf dem oberen Wohngeschoss. Die 6 kleineren Maisonetten sind zu jeweils einem paar über Eck und über 2 Geschosse verschränkt. Die Schlafräume im unteren Geschoss sind zur einen Seite, die Wohnräume im oberen Geschoss zur anderen Seite hin orientiert.
Die Erschliessung des Limmat Tower erfolgt über die Kolonnade frontal von der Überlandstrasse. Der Zugang wird begleitet von einer Wand aus hinterleuchtetem Onyx über der Briefkastenanlage. Die mit Travertin verkleidete zentrale Halle zeichnet den fünfeckigen Grundriss des Limmat Tower ab. Auf jeder Seite dieses Pentagons ist ein Element der vertikalen Erschliessung angeordnet. Zwei Treppenhäuser gewährleisten die Entfluchtung und Erschliessung der Wohngeschosse. Über drei Lifte mit Zielwahlsteuerung und einer Geschwindigkeit von 6,5 m/s gelangt man in die oberen Geschosse. Hier werden aus der zentralen Halle die fünf über Eck orientierten Wohnungen erschlossen.
Die Wohnungsgrundrisse verschmelzen die schiefwinklige Geometrie des Pentagons mit den orthogonalen Zimmer-Ankleide-Bad Einheiten. Der Zugang zur Wohnung erfolgt über ein grosszügiges Entrée, das jeweils von den vertikalen Erschliessungskernen geformt wird und öffnet den Blick in die Ferne. Die Wohn- und Essräume entwickeln sich jeweils vom Zugang über Eck. So öffnet sich in jeder Wohnung der Panoramablick über das Limmattal. Die privaten Aussenräume sind als Loggien mit einer wegklappbaren Verglasung versehen. So können sie auch in der Übergangszeit und als Wintergarten benutzt werden. Die Wohnungen bei den Volumenrücksprüngen haben zusätzlich eine grosse vorgelagerte Terrasse. Um die Tiefe des Baukörpers optimal nutzen zu können, ist mindestens ein Zimmer pro Wohnung als Suite aufgebaut. Durch eine Ankleide und ein Bad gelangt man in die Schlafzimmer. Die grösseren Wohnungen sind in den unteren Geschossen angeordnet, die kleineren in den zurückgestaffelten oberen Geschossen.
Die Fassade entwickelt sich aus dem zweigeschossigen Sockel mit Kolonnade, welcher mit einem hellen Jurakalkstein verkleidet ist. Die sandgestrahlte und gebürstete Oberfläche unterstützt das lebendige Muster des Natursteines. Die Grundlage für die Fassade bildet ein absolut regelmässiges Masssystem, das von der Firma Digitales Bauen in Karlsruhe entwickelt wurde. Die Fassaden sind dadurch, trotz schräger Geometrie äusserst seriell aufgebaut. Die gefaltete Fassadenstruktur entwickelt sich kontinuierlich von den unteren Geschossen zum oberen Abschluss des Limmat Towers. In den unteren drei Bürogeschossen ist die Fassade lediglich ein Relief. Aus diesem Relief entwickelt sich in drei Schritten eine Serie von Bow-Windows, für die Wohnungen räumlich prägend sind. Die Entwicklung hin zu einem baukörperlichen Prinzip lässt den Limmat Tower in den obersten Geschossen feingliedrig erscheinen und unterstützt so die vertikale Struktur der Fassade. Die durchlaufenden Lisenen sind aus dem Fassadenprinzip gefaltet und entwickeln einen aufstrebenden Zug zum Himmel.
Die Fassadenverkleidung in Alucobond gewährleistet höchste Präzision, die für dieses feingliedrige System entscheidend ist. Die vorgehängten Fassadenelemente wurden im Werk zugeschnitten und genutet, angeliefert und dann vor Ort in ihre dreidimensionale Form gefaltet. So konnten die Lastwagenfahrten auf ein Minimum beschränkt werden.
Die Oberflächenbeschichtung ermöglicht ein reiches Lichtspiel auf der Fassade. Licht- und Wetterstimmungen lassen die Fassade lebendig erscheinen und verleihen dem Limmat Tower einen vielfältig wechselnden Ausdruck.
Die Materialisierung der Eigentumswohnungen ist zurückhaltend und edel. Die Wohn- und Schlafräume sind mit einem breiten Riemenparkett in Eiche ausgeführt. In den Bädern prägt Naturstein den Raumeindruck. Die Küchen von Bulthaup sind Teil des Wohn- und Essraumes. Je nach Wohnung sind sie als Wohnküchen oder als Zeilen mit einer Mittelinsel angeordnet. Um den unterschiedlichen Wünschen der Eigentümer gerecht werden zu können, wurden zusammen mit dem Innendesigner Gaetano Irpinio die drei Designlinien Pure, Present und Prestige entwickelt. In der Linie Pure dominieren weisse und warmgraue Farbtöne. Der Eichenparkett ist weiss geölt, die Wände und die Schreinerarbeiten sind weiss und der Naturstein in den Bädern ist ein warmes Grau. Die Linie Present spielt mit zeitgenössischen Farbkombinationen in beige. Der graue Eichenparkett ist kombiniert mit einem beigen Glattputz an den Wänden und lehmfarbenen Küchen und Schreinerarbeiten. Die Linie Prestige kombiniert einen Parkett in geräucherter Eiche mit Travertin Naturstein in den Bädern, weissen Wänden und dunklen Schreinerarbeiten. Mit den unterschiedlichen Spielmöglichkeiten der Designlinien konnte ein Grossteil der Käuferwünsche befriedigt werden.

Innovation in Nachhaltigkeit und Technik

Der Limmat Tower ist nach den Kriterien von LowEx konzipiert. Dabei wird der hochwertige Anteil der Energie (Exergie) minimiert. Es wurden verschiedene Massnahmen umgesetzt. Einerseits bezieht der Limmat Tower für die Wärmeversorgung aus Abwärme der Abwasserreinigungsanlage Dietikon. Dank einem System welches konsequent auf tiefe Temperaturen setzt kann sowohl in der Warmwasserproduktion wie auch in der Bereitstellung der Heizenergie der Niedertemperatur-Bodenheizungen die Exergie zusätzlich reduziert werden. Das Warmwasser wird in fünf im Gebäude verteilten Frischwasserstationen hygienisch einwandfreie im Durchlauf bereitgestellt.
Die kontrollierte Komfortlüftung ist als System mit dezentraler Zuluft über die Fassade mittels Airbox konzipiert. Dies hat den grossen Vorteil, dass die vertikalen Steigzonen für die Lüftung auf etwa die Hälfte reduziert werden kann. Dies ist in einem Hochhaus ein wesentlicher Faktor der Ökologie und der Ökonomie. Die Komfortlüftung hilft in den unteren Geschossen die Lärmbeeinträchtigung zu minimieren und löst in den oberen Geschossen die Problematik der hohen Winddrücke an der Fassade.
Ein weiteres Element der Ökologie und des Komforts wird mit dem Digitalstrom zur Verfügung gestellt. Digitalstrom benützt die gewöhnliche Verkabelung um Informationen zu transportieren und erlaubt es einzelne Bezüger zentral zu steuern. Die hat neben Komfortfragen den Vorteil, dass die Bezüger auch zentral oder zeitgesteuert ausgeschaltet werden können, was wiederum den Energieverbrauch reduziert.
Der Limmat Tower ist ein Massivbau in Skelettbauweise. Die in einem iterativen Prozess von Synaxis Bauingenieuren mit den Architekten entwickelte Tragstruktur besteht aus vorfabrizierten Stahlbetonstützen entlang der Fassaden und im Innern, sowie dem stabilisierenden Erschliessungskern in hochfestem Stahlbeton und den Flachdecken. Fundiert ist der 28 Geschoss hohe Turm mit einer kombinierten Pfahlplattenfundation (Anteil Flachfundation =50 %). Die gemessenen Setzungen von 15-25 mm liegen unter den Prognosen von ca. 40 mm und zeigen die Effizienz und Wirtschaftlichkeit dieses Fundationskonzepts.
Herausfordernd sind auch die Vor- und Rücksprünge der Fassade auf verschiedenen Geschossen, weil dies eine direkte Kraftdurchleitung einschränkt. Um die Stützen im Bereich der Fassadenrücksprünge abzufangen wurden einzelne Wohnungstrennwände tragend in Beton ausgeführt, um so die Kräfte auf die darunterliegenden Fassadenstützen umzulenken. Dadurch konnte auf massive Abfangdecken verzichtet werden. Damit die 28 cm schlanken Decken die Verformungsbedingungen trotz grosser Spannweiten einhalten, wurden die Brüstungen umlaufend tragend in Stahlbeton erstellt. Die Verbindung der vorfabrizierten Betonstützen mit den vor Ort erstellten Brüstungen erfolgte je nach Beanspruchung mit Bewehrungsanschlüssen oder Schraubbewehrungen. Die Brüstungen gewährleisten zudem die gesetzlichen Anforderungen betreffend Brandüberschlag zwischen den Geschossen in einem Hochhaus.
Der Limmat Tower wurde bezüglich Wind und Erdbeben mit der Sophistik-Software analysiert und mit einem weiteren Statikprogramm überprüft. Um die Belastung der Windkräfte auf die Struktur und die Fassaden planen zu können, wurde zudem ein Modell des Limmat Towers im Windkanal untersucht. Die aussteifenden Kernwände umfassen einen inneren, fünfeckigen Ring sowie die daran anschliessenden U-förmigen Querschnitte der beiden Treppenhäuser und der Lifte. Die statischen Analysen zeigten, dass nicht Erdbeben, sondern Wind die massgebende Einwirkung verursacht, diese aber mit den stabilisierenden Lift- und Kernwänden aufgenommen werden können. In der Bauausführung wurden alle Kernwände mit einer Kletterschalung jeweils in einer Etappe betoniert, und zwar mit einem Vorlauf von drei Geschossen auf die Decken. In einem Takt von jeweils sechs Arbeitstagen wurde Geschoss um Geschoss erstellt. Die statische Verbindung von vorauslaufendem Kern und den nachfolgenden Decken war eine weitere Herausforderung, weil durch die um den Kern angeordneten Schächte für Lifte und Treppenhäuser sowie die Aussparungen für die Steigzonen die Auflagerzonen für die Decken empfindlich reduzierten. Deshalb wurden an den Schächten so genannte «Wandfortsätze» angeordnet. Das sind zusätzliche Wandscheiben als Auflager für die Decke. An Stellen mit grosser statischer Beanspruchung erfolgte eine zusätzliche Einlage von Schraubbewehrung und Endverankerungen. Der Deckenanschluss an den Kern erfolgte, auch in Abhängigkeit der Beanspruchung, mit Bewehrungsanschlüssen oder Schraubbewehrung. Statisch und konstruktiv äusserst anspruchsvoll war auch die Abfangscheibe im Erdgeschoss: Mit einer Spannweite von knapp 19 Metern mussten die darüber liegenden Stützen und Wandscheiben des 80 m hohen Towers abgefangen werden.

Der Limmat Tower bildet am Anfang des Entwicklungsgebietes im ehemaligen Industriegebiet von Dietikon ein Landmark mit Leuchtturmcharakter, nicht nur in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht. Auch betreffend Wohnkonzeption und technischem Standard werden im mittleren Preissegment der Eigentumswohnungen neue Massstäbe gesetzt. Der Limmat Tower ist ein Landmark für die nachhaltige Urbanisierung des Limmattales.

Publikation
Facettenreich, In: Bauwelt 11.2016
Leuchtturm der Urbanisierung, In: Architektur+Technik, 1/2016
Himmelsstürmend weitmaschig, In: Fassade 2/2016
Limmat Tower & Senevita Betreutes Wohnen und Pflege, Dietikon, In: Bauen heute, 2-3 2016
Poetische Anspielung in polygonaler Form, In: Komplex Nr. 7/2014 Halter AG
Hoch hinaus, In: Dadi, Nr.4/Winter 2012
De aedibus, huggenbergerfries: Monografie über Arbeiten von 1998-2015, Quart Verlag, Luzern
Architektur-Jahrbuch 2017 der Schweizer Baudokumentation


Situation MST 1:2500 Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Situation MST 1:2500
Grundriss Erdgeschoss MST 1:1000 Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss Erdgeschoss MST 1:1000
Grundriss 1.Obergeschoss Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 1.Obergeschoss
Grundriss 2.Obergeschoss Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 2.Obergeschoss
Grundriss 5.Obergeschoss Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 5.Obergeschoss
Grundriss 6.Obergeschoss Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 6.Obergeschoss
Grundriss 12.Obergeschoss Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 12.Obergeschoss
Grundriss 16.Obergeschoss Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 16.Obergeschoss
Grundriss 20.Obergeschoss Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 20.Obergeschoss
Grundriss 24.Obergeschoss Maisonette Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 24.Obergeschoss Maisonette
Grundriss 25.Obergeschoss Maisonette Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Grundriss 25.Obergeschoss Maisonette
Schnitt E-E Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Schnitt E-E
Schnitt F-F Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Schnitt F-F
Ansicht Heimstrasse Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Ansicht Heimstrasse
Ansicht Überlandstrasse - Innenhof Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Ansicht Überlandstrasse - Innenhof
Ansicht Innenhof Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Ansicht Innenhof
Ansicht Überlandstrasse Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Ansicht Überlandstrasse
Detail Fassade Limmat Tower von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Detail Fassade