Die führende Schweizer Informationsplattform für Bauprodukte, Architekturprojekte und Expertenprofile

Neues Theater Dornach
Bahnhofstrasse 32, Dornach

Kategorie:
Kultur und Kult
Fertigstellung:
2015
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
3
Untergeschosse:
1
Grundstücksfläche:
797 m²
Geschossfläche:
910 m²
Nutzfläche:
735 m2
Gebäudevolumen:
4630 m³
Gebäudekosten BKP 2:
4.1 Mio. CHF

Im September 2015 wurde das Neue Theater feierlich eröffnet. Ein privates Theaterhaus in Dornach bei Basel, welches für rund vier Millionen Franken erbaut wurde.

Seit vielen Jahren betrieben der Schauspieler und Theaterregisseur Georg Darvas und Johanna Schwarz, Theaterleiterin, ein Theater im ehemaligen Kino in Dornach, einer Gemeinde nicht unweit von Basel, einer Stadt, die viel Wert auf ihre Kulturinstitute legt und jährlich knapp 70 Millionen Franken in Kultur investiert.

Während zehn Jahren stellten Georg Darvas und Johanna Schwarz Saison für Saison ein anspruchsvolles Programm zusammen, welches Zuschauer aus der ganzen Region anzog.

Wegen des Umbaus des Bahnhofs-Areals Dornach-Arlesheim in ein attraktives modernes Zentrum und eine regionale Verkehrsschnittstelle musste das alte Kino weichen und das Theater einen neuen Standort finden.

Während die Theaterleute in einer ehemaligen Buchdruckerei Zwischenhalt fanden, begann die Planung des neuen Theaters am Bahnhof Dornach-Arlesheim auf dem Grundstück eines früheren Restaurants, welches von der Edith Maryon Stiftung erworben wurde.
Bauherrin und Eigentümerin des neuen Theaters in Dornach ist die Stiftung Kultur am Bahnhof.

Das Baugrundstück, mit Abmessungen von 50 auf 16 Meter, beidseitig an Strassen angrenzend und in einer Wohn- und Gewerbezone liegend, bedeutete für die Architekten eine grosse Herausforderung. Realisiert wurde ein kompaktes und funktional linear organisiertes Theatergebäude, welches sich trotz seiner kubischen Prägnanz harmonisch in seinen Kontext integriert.

Ein neues Theater zu entwerfen und zu bauen, gehört zu den speziellsten Herausforderungen eines Architekten.

Der gleichzeitige Anspruch an die architektonische Qualität, die innere Organisation komplexer betrieblicher Abläufe und spezifischer Ausbauten bilden ein dynamisches Spannungsfeld während des gesamten Entwurfsprozesses.

Dieser Schwierigkeitsgrad wurde in Dornach zusätzlich durch das enge finanzielle Budget potenziert. Dies erforderte eine äusserst konsequente Disziplin, eine Reduktion der Mittel und ein spezifisches Gestaltungs- und Materialkonzept.

Entstanden ist ein Bau, der dank seines flexibel gestaltbaren Zuschauerraums auch für Empfänge, Generalversammlungen oder sonstige Festivitäten mit Catering genutzt werden kann. Neben dem Theater findet die Geschäftsstelle von Schwarzbubenland Tourismus im Foyer des Neubaus Platz und seit Januar führt der Verein für Sozialpsychiatrie das Café neuestheater im Foyer.
Dadurch wird das Theater auch tagsüber mit einem zusätzlichen Anziehungspunkt ausserhalb der Spielzeiten belebt.

Von aussen betrachtet macht vor allem die Schlichtheit des neuen Theaters auf sich aufmerksam.
Pragmatisch und selbstbewusst präsentiert es sich. Auffallend ist die gegen den Bahnhof gewandte riesige Fensterfront, die einen direkten Einblick in das Foyer und auf die Büroräumlichkeiten im Obergeschoss erlaubt.

Die Architektur des Neuen Theaters wird dominiert vom Sichtbeton der Aussenwände. Auch im Gebäudeinnern, bei wichtigen Bauteilen und Wänden wird er manifest. Die nach Westen gerichtete und einzige Öffnung des Baukörpers perforiert seine schützende Hülle. Mit der konsequenten Verglasung resultiert eine einladende Geste und mit der Transparenz wird ein Teil des Innern fassbar. Die linearen Seitenwände, in grauer Farbe behandelte Vorsatzschalen in Gips, führen in den Theaterraum. Hier werden ihre glatten Oberflächen aufgebrochen und mutieren zu akustischen Elementen.
Gussasphalt, in Verbindung mit dem Aussenraum und dem Eingangsbereich, konsequent in allen Räumen eingebaut, schafft eine Grosszügikeit und betont das stringente Materialkonzept.

Der neue Theaterraum erinnert mit seinen Raumproportionen an barocke Kirchen und Theater und schafft damit räumliche und akustische hochwertige Attribute eines anspruchsvollen und polyvalenten Kulturraumes.

Austarierte Proportionen und eine stringente Gestaltung der Oberflächen wirken einladend und spannungsvoll. Die sichtbare Haus- und Theatertechnik ist Teil der Ästhetik.

Bühne und Zuschauerraum bilden eine Einheit und schaffen Nähe. Die Besucher mutieren zu Statisten, werden Teil der Szenerie.

Publikation
Basler Zeitung, 21.8.2015 / Kultur
Basler Zeitung, 28.9.2015 / Kultur
Wochenblatt / Amtlicher Anzeiger für das Dorneck und das Birseck, 1.10.2015
Basler Zeitung, 21.11.2015 / Kultur

RAICO Swiss GmbH

RAICO Swiss GmbH


Delfterstrasse 10
5000 Aarau

Architekt/Planer

Jeker Architekten SIA AG


Freie Strasse 88
4051 Basel
061 500 11 11
Sanitärplaner

Sanplan Ingenieure AG


Büro für Haustechnik
Gewerbestrasse 2
4415 Lausen
061 927 20 00
Bauherr

Stiftung Kultur am Bahnhof


Nepomukplatz 3
4143 Dornach
061 701 72 32
Generalunternehmer

Priora AG


Margarethenstrasse 38
4002 Basel
061 277 07 07
Bauingenieur

Jauslin + Stebler Ingenieure AG


Elisabethenanlage 11
4051 Basel
061 206 65 65
HLK-Planer

Scholer + Blatter AG


Kasernenstrasse 63
4410 Liestal
061 921 23 23
Bauphysiker

Ehrsam & Partner AG


Oberemattstrasse 35
4133 Pratteln
061 826 95 00

Situationsplan 1:500 Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Situationsplan 1:500
Grundriss EG Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Grundriss EG
Grundriss UG Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Grundriss UG
Grundriss OG Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Grundriss OG
Süd-Nord Schnitt Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Süd-Nord Schnitt
Ost-West Schnitt Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Ost-West Schnitt
Nordansicht Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Nordansicht
Ost- Westansicht Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Ost- Westansicht
Südansicht Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Südansicht
Detailplan Neues Theater Dornach von Jeker Architekten SIA AG
Detailplan