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Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf
Hilfikerstrasse 1+3, Bern

Kategorie:
Büro und Verwaltung
Fertigstellung:
2014
Gebäudeanzahl:
2
Stockwerke:
8
Untergeschosse:
2
Parkplätze:
219
Grundstücksfläche:
9356 m²
Geschossfläche:
51'271 m²
Nutzfläche:
31987 m2
Gebäudevolumen:
202'000 m³

Situation / Erschliessung
Das Baugrundstück ist direkt an einer der wichtigsten Verkehrsadern der Schweiz positioniert. Eingebettet zwischen Eisenbahnlinie und Autobahn wird Mobilität zum zentralen Thema für das Projekt. Der Atriumbau ist folgerichtig in paralleler Ausrichtung, direkt den Bahngeleisen entlang, konzipiert. Anders verhält es sich mit dem Gebäude auf dem Baubereich Nord. Der Längsbau orientiert sich quer zur Wankdorf-Allee entlang der Hilfikerstrasse. So wird ein Aussenraum erzeugt, welcher einen stimmungsvollen Garten zum offenen Erdgeschoss bildet. Das Gebäudeensemble tritt dabei als Ganzes in seiner Funktion, Visualität und Massstäblichkeit, in einen konzeptionellen Dialog mit den Vorbeifahrenden. Präzision, Sicherheit, Freundlichkeit, Transparenz, technologische Innovation, Effizienz und Tradition bilden die massgeblichen unternehmerischen Kernkompetenzen und Ziele der Schweizerischen Bundesbahnen im 21. Jahrhundert. Der neue SBB Hauptsitz im Berner Wankdorfquartier soll durch seine architektonische Konzeption und Haltung diese Inhalte nach Innen und Aussen hin widerspiegeln.
Der Standort ist optimal mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen: Bahn, Tram und Bus stellen die Nah- und Fernerschliessungen sicher. Über die Personenüberführung der S-Bahn-Station Bern Wankdorf können Fussgänger zum Rosalia-Wenger-Platz direkt vor den SBB Hauptsitz gelangen.

Gebäudetypologie
Der Atriumbau ist ein mittels Lichthöfen konzipiertes Gebäude. Das Erdgeschoss mit Empfang, Café und dem grossen Restaurant ist öffentlich zugänglich. Über eine Treppe erreicht man das Niveau des oberen Foyers, wo sich die Konferenzräume befinden. In den weiteren Geschossen liegen die Arbeitszonen. In den Bereichen zwischen den beiden Lichthöfen sind gemeinsame Sitzungsräume und Aufenthaltszonen vorhanden. Die Arbeitszonen befinden sich umlaufend entlang den Fassaden und können entsprechend segmentiert werden. Den Längsbau betritt man über die doppelgeschossige Eingangshalle, von welcher aus man das zweite öffentliche Restaurant und die grosszügige Foyer- und Kommunikationszone erreicht. Diese erschliesst die vier Treppenhäuser, über welche die Mitarbeitenden direkt an ihren Arbeitsplatz gelangen. Auch hier befinden sich die Arbeitszonen umlaufend entlang den Fassaden und können entsprechend segmentiert werden. So entstehen Arbeitszonen, welche den gewünschten Gruppengrössen entsprechen. Drei doppelgeschossige Aufenthaltsbereiche sind im Gebäude verteilt und dienen als Kommunikationszonen sowie gemeinsame Pausenräume. Diese verbinden räumlich jeweils zwei Arbeitsebenen und sind Orientierungs- sowie Identifikationsorte. Ihnen vorgelagert sind loggienartige Aussenräume, die den Mitarbeitenden zur Verfügung stehen.

Bürolayout
Im Multispace-Konzept werden verschiedene Bürofunktionen miteinander im gleichen Raum kombiniert. Die offene Bürofläche ist in Zonen und Bereiche gegliedert, die eine breite Spanne an Tätigkeiten ermöglichen beziehungsweise unterstützen: Arbeiten alleine oder im Team, kommunizieren, nachdenken sowie erholen. Dazu steht den Mitarbeitenden ein entsprechend vielfältiges Angebot zur Verfügung: Neben den eigentlichen Arbeitsflächen beinhaltet das Multispace-Büro Besprechungs- und Rückzugsräume, Sitzecken und Stehkonferenzzonen sowie Service-und Verpflegungsinseln. Die Struktur (Gebäuderaster von ca. 1.25m) bietet eine maximale Flexibilität in der Raumgliederung. Aufgrund des Innenhofes im Atrium- und der geringen Gebäudetiefe im Längsbau ist in den Bürozonen für ein angenehmes, helles Arbeitsklima nahe der Fassade gesorgt.

Fassade
Gleich den Blüten einer Sonnenblume reagieren die farbigen Glaslamellen auf den Sonnenstand. Die auf allen Fassadenseiten beweglichen Lamellen ermöglichen ein intelligentes, regulierbares Fassadensystem mittels einer bewährten Technik. Einlaminiert in Verbundglas der Glaslamellen reflektiert das einseitig beschichtete Gewebe die Sonnenstrahlen und gewährt die Durchsicht von innen nach aussen. Diese Glaslamellen bieten auch in grossen Höhen einen windtauglichen, aktiven Sonnenschutz. Ähnlich einem fahrenden Schnellzug mäandrieren fünf verschiedene ‚metallische Farbklänge‘ auf allen Stockwerken, um die einzelnen Gebäude herum. Abwechselnd werden die ‚intensiveren‘ mit den ‚neutraleren‘ Farben aneinandergereiht und um alle vier Gebäudeseiten herum appliziert. Die einzelnen ‚Stockwerk-Farbbänder‘ sind jeweils zueinander versetzt und die Farben sind so verknüpft, dass kein offensichtlicher Farbraster erkennbar ist. Die farbigen Gebäude wirken leicht und verspielt. Sie erzeugen eine unverwechselbare Identität für den neuen SBB Hauptsitz. Das Farbkonzept der Glaslamellen und des Atriums wurden in Zusammenarbeit mit dem Künstler Mayo Bucher aus Zürich gestaltet.

Umgebung
Der öffentliche Aussenraum wird durch die Stadt Bern bearbeitet, geplant und realisiert. Die städtebauliche Lösung eines schmalen Baukörpers im Baubereich Nord ermöglicht einen attraktiven, SBB eigenen Gartenraum. Wege und Flächen mit Aufenthaltsqualität sind Bestandteil des Gartens und bilden einzelne Aussenräume für das Personalrestaurant und das Arbeiten im Freien. Die Pflanzen differenzieren in der Höhe gegenüber der Wankdorfallee. Ein ‚grünes Dach’ mit malerischen Solitärsträuchern auf einem Gräser-, Stauden- oder Wiesenteppich bildet das charakteristische Element. Der Kronenansatz bleibt dabei über Blickhöhe, sodass die Transparenz und Durchlässigkeit gewährleistet sind. Einzelbäume durchstossen den Grünkörper und integrieren gleichzeitig die Veloüberdachung in das Baumkonzept. Die Velos sind unter einem mit Oberlichtöffnungen versehenen Dach mit extensiver Begrünung zusammengefasst und in Gebäudenähe platziert. Von den 470 Veloabstellplätzen sind ca. 330 gesichert und abgeschlossen; alle sind gedeckt. Für Besucher sind im öffentlichen Aussenraum Veloabstellplätze vorhanden. Die Anlieferungsfläche ist Teil des umlaufenden Belages.

Bauphysik
Ein wichtiges Kriterium zur Erlangung des Labels ‚MINERGIE-P’ ist eine thermisch überdurchschnittlich gute Gebäudehülle. Der Heizwärmebedarf muss mindestens 40% geringer sein als bei Bauten, die nur das Energiegesetz erfüllen. Dank der geschickten Wahl der Gebäudehülle mit beweglichen Glaslamellen, Reduktion der Transmissionswärmeverluste (Bauteile und Bauteilübergänge) und möglichst hoher solarer Wärmegewinnung bei den offenen Glaslamellen können diese hohen Anforderungen erfüllt werden. Die thermisch robuste Gebäudehülle bietet die Voraussetzung, um auch bezüglich der energiegewichteten Energiekennzahl die erforderlichen Kennwerte zu erfüllen.
Dem sommerlichen Wärmeschutz wurde besondere Beachtung geschenkt. Daher wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern mittels Gebäudesimulation die Gewährleistung der Arbeitsplatzqualität im Sommer optimiert. Die dynamischen Simulationen zeigten, dass die Glaslamellen für die Verschattung effizient sind und im Vergleich mit herkömmlichen Systemen (Stoffstoren, Rafflamellenstoren u.ä.) gut abschneiden. Die Behaglichkeit kann auch im Sommer mit den drehbaren Glaslamellen gewährleistet werden. Zudem stellt die Fassade hinsichtlich der Primärenergie-Betrachtung (Wärme, Kälte, Luft und Licht) ein ideales Konzept dar.

Brandschutz
Aufgrund der Gebäudehöhe musste der Brandschutz bei beiden Gebäuden nach den Hochhausvorschriften realisiert werden. Dies bedeutet, dass die Treppenhauskerne (Sicherheitstreppenanlagen mit Schleusen) über das Dach geführt und mit einer RDA-Überdruckanlage versehen wurden.
Das Atriumgebäude ist mit einer Vollschutz-Sprinkleranlage ausgestattet. Im Erdgeschoss des Gastrobereiches und in den Verkehrswegen in den Obergeschossen wurden zusätzliche Brandmelder zur Teilüberwachung mit reduziertem Überwachungsumfang installiert. Die Atrien sind mechanisch entrauchbar und mit linearen Brandmeldern überwacht. Der auf eine Belegung von 200 Personen ausgelegte Konferenzraum verfügt über eine eigene RWA-Anlage. Der Längsbau ist mit einer Brandmelde-Vollüberwachung ausgestattet. Im inneren Erschliessungsbereich des Erdgeschosses entlang der Ostfassade sind die gesicherten Ausgangsmöglichkeiten durch brandmeldegesteuerte Brandschutztore sichergestellt.
Die Einstellhalle ist mit einer Vollschutz-Sprinkleranlage ausgestattet. Für die Ansteuerung der mechanischen Entrauchungsanlage wurde zusätzlich eine Brandmeldeanlage mit reduziertem Überwachungsumfang installiert. Beide Geschosse sind mittels einer separaten RWA-Anlage mechanisch entrauchbar.

Tragkonstruktion
Beide Gebäude weisen eine gut ablesbare und einfache Tragstruktur auf, welche sowohl im normalen Nutzungszustand als auch im aussergewöhnlichen Lastfall eines Erdbebens eine optimale Lastabtragung sicherstellt. Die Gebäude sind als Skelettbauten konzipiert, welche über Kerne stabilisiert werden. Die horizontalen Elemente der Tragkonstruktion sind im Wesentlichen Stahlbeton-Flachdecken die monolithisch erstellt wurden. Die vertikale Lastabtragung erfolgt über die Stützen, die Erschliessungskerne sowie die Tragwände. Die Stützen wurden vorfabriziert und weisen einen quadratischen Querschnitt auf. Die zwischen den Randstützen liegenden Brüstungen haben eine Stärke von 20cm, wurden als vorfabrizierte Elemente in die Schalung gelegt und stützen im Endzustand den Deckenrand zur Fassade. Bei beiden Gebäuden sind die Auskragungen über dem Eingangsbereich mit Hilfe von Stahlbetonscheiben abgefangen. Die beiden Lichthöfe des Atriumbaus sind mit einer Betontragwerkskonstruktion überspannt. Die leicht geneigte Horizontalverglasung ist in einer Stahl-/Glaskonstruktion ausgebildet. Sämtliche Lasten der Tragkonstruktion werden mit Hilfe von Pfählen auf die tragfähige Moräne übergeben. Die unterirdische Gebäudehülle befindet sich im Grundwasser und wurde im System der ‚Weissen Wanne’ ausgeführt.

Zertifikat
Minergie-P

Publikation
Schweizer Baujournal - Dez 2014
Bauwelt - Oktober 2014
Photography essay SBB - 2014
metall - 2014

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Umgebung Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
Umgebung
2. Untergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
2. Untergeschoss
1. Untergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
1. Untergeschoss
Erdgeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
Erdgeschoss
1. Obergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
1. Obergeschoss
2. Obergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
2. Obergeschoss
3. Obergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
3. Obergeschoss
4. Obergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
4. Obergeschoss
5. Obergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
5. Obergeschoss
6. Obergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
6. Obergeschoss
7. Obergeschoss Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
7. Obergeschoss
Schnitte Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
Schnitte
Ansichten Ost und West Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
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Ansichten Süd Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
Ansichten Süd
Detailschnitt Neuer SBB Hauptsitz Bern Wankdorf von Halter Casagrande Partner AG
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