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Neubau Mehrfamilienhaus edensieben, Zürich
Staffelstrasse 13, Zürich

Kategorie:
Wohnen (ab 3 Wohneinheiten)
Fertigstellung:
2018
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
7
Untergeschosse:
1
Parkplätze:
20
Anzahl Wohnungen:
17
Geschossfläche:
3230 m²

Ungeschminkt urban

Kann das Normale besonders sein? Architekt Philipp Wieting ist davon überzeugt. Er hat seine Philosophie, die primär auf dem Raumerlebnis beruht, danach ausgerichtet. Die Wohnüberbauung Edensieben in Zürich verkörpert sie. Das Projekt lässt erkennen, wie sich Regeln und Standards mit gestalterischer Verve und einer effizienten, kostenoptimierten Realisierung kombinieren lassen.


Edensieben ist der Nachbar der Wohnüberbauungen Edeneins und Edendrei. Der Name stammt nicht direkt vom biblischen Paradiesgarten sondern von der Edenstrasse im Südwesten der Stadt Zürich. Sie führte einst von der Brücke über die Sihl zum Friedhof Enge am Fusse des Uetlibergs. Schon vor dessen Aufhebung diente sie ausserdem der Erschliessung eines zunehmend dichter überbauten Gebietes zwischen dem Fluss, der alten Hauptstrasse nach Zug und dem Gleisfeld des Güter-, Rangier- und Personenbahnhofs Giesshübel. Seit je durchdringen sich Industrie- und Wohngebiet entlang der der Eden- und der Staffelstrasse und in den ausgedehnten, hofartigen rückwärtigen Bereichen, die von den Gebäuden entlang der Bahnlinie ins Sihltal begrenzt werden.
Werktag wie Feierabend haben auch bei der jüngsten Umgestaltung des kleinen Quartiers ihre Bedeutung behalten. Die genannten Überbauungen wurden allesamt von Philipp Wietings Büro Werknetz Architektur für die Bauherrschaft SGI, Schweizerische Gesellschaft für Immobilien AG, Zürich, geplant und realisiert. Hinzu kam auch noch die Sanierung des Bürobaus Edenstrasse 20, ein Schutzobjekt und südliches Gegenüber von Edensieben, sowie die westlich an diese Bestandesliegenschaft anschliessende Wohnüberbauung Edenfünf. Die verdichtete und «entrümpelte» Hofsituation mit ihren befahrbaren Asphaltfächen und diversen, klar abgegrenzten Grünräumen wurde als Ensemble behandelt, welche nicht nur die Philosophie von Werknetz Architektur widerspiegelt sondern auch deren Durchschlagskraft: Nach einem Wettbewerbserfolg mit Edeneins, konnte Philipp Wieting die Bauherrschaft für die anschliessenden Direktaufträge gewinnen.

Skulpturaler Baukörper
Edensieben ist ein unterkellerter siebengeschossiger Solitär im nordwestlichen Bereich der hofartigen Situation. Sein kubisch geschlossenes Volumen ist dunkelblau verputzt, fällt Sonne auf die Fassade funkelt Eisenglimmer auf. Das Haus grenzt rundum direkt an den öffentlichen Aussenraum und nimmt bestehende Gebäudefluchten auf. Die Grundrisse der vier unteren Geschosse bilden ein Fünfeck. Darüber erfolgt auf der Ostseite eine baurechtlich nötige Staffelung. Das skulpturale Potenzial dieser zwingenden Vorgabe wurde kreativ genutzt; die Umrisse der drei oberen Geschosse sind Sechsecke, Terrassen mit zueinander verdrehten Brüstungsverläufen, steigen auf zum allseitig zurückspringenden Attikageschoss. Diese Abweichungen bewirken, dass das Haus nach alle Seiten ein unterschiedliches Erscheinungsbild aufweist.
Die im oberen Bereich zur Geltung kommende horizontale Schichtung findet im Erdgeschoss seine Entsprechung; hier sind fünf Ateliers untergebracht, die direkt vom Aussenraum erschlossen sind. Der schräg von der Südostecke her in die Südfassade eingekerbte Haupteingang und besondere Fensterelemente heben diese Sockelzone vom darüber liegenden Bereich des «piano nobile» ab.
Der zentrale, in Sichtbeton gehaltene Erschliessungskern wird durch ein Oberlicht und ein dreieckiges Treppenauge mit Tageslicht versorgt. Ein weiss gestrichenes Brüstungsband aus Stahlplatten geleitet in die oberen Geschosse, begleitet von einer abstrakten Lichtspirale, die in die Decken und die Untersichten der Stufenfolgen integriert ist. Sie zeichnet den Rand des Treppenauges nach und spiegelt sich in der Brüstung. Diese Installation verbindet alle Ebenen des Hauses und reicht bis ins Untergeschoss, das über einen Tunnel mit der gemeinsam genutzten Einstellhalle verbunden ist. Das grosszügige Treppenhaus mit seinen blauen Terrazzoböden erschliesst in den Obergeschossen jeweils drei Geschosswohnungen. Alle verfügen über eine Loggia in einem Eckbereich und grenzen an mindestens zwei Fassaden. Mit den zwei Wohnungen im Attikageschoss zählt Edensieben 17 Eigentumswohnungen mit zweieinhalb bis viereinhalb Zimmern.

Rational und freie Wahl
Philipp Wieting ist überzeugt, dass man einer Kundschaft ein Projekt «über die Architektur» verkaufen soll – kostengerecht, aber mit einem «künstlerischen Mehrwert», welche sinnliche Qualitäten erzeugt und das Gebäude, so rational es auch aufgebaut ist, zu einem Unikat macht. Diese Haltung äussert sich in unkonventionellen Raumkonfigurationen, welche die gestalterische Kraft des Tageslichts nutzen. Ausserdem gewähren sie den Käuferinnen und Käufern auch die Möglichkeit zur Konfiguration ihrer Wohnung – nach klaren Regeln. Im Falle von Edensieben sorgt schon Abweichung von der Orthogonalität zwischen dem Fünfeck der Fassade und dem Dreieck des Treppenauges für räumliche Spannungsfelder. Schwellenlose Blockrahmentüren, die bis zur Decke reichen, sorgen für ein räumliches Kontinuum, und eine unerwartete Grosszügigkeit.
Die fünf standardisierten Sanitär- und Versorgungskerne wurden so entlang den Fassaden angeordnet, dass sie das Licht in die Tiefe Raums lenken. Wahlweise konnte das Bad bis an die Fassade verlängert werden, der Zwischenraum zwischen dem Kern und der inneren Fensterfront liess sich aber auch als Ankleide herrichten. Die Käufer hatten die Möglichkeit, aus zwei verschiedenen Farbkonzepten für die Nasszellenkerne und die integrierten Schränke zu wählen. Je nach Wahl änderte sich die Zuordnung und somit die räumliche Erfahrung der Wohnung.
Struktur und Konstruktion von Edensieben beruhen auf einem stringenten Konzept. Die als BIM-Projekt organisierte Planungs- und Bauaufgabe entstand unter Verwendung zahlreicher vorfabrizierter Elemente im Rohbau und mit wenigen Parametern im Käuferausbau. Dies erlaubte neben einem schnellen, effizienten Baufortschritt erst die architektonische Grosszügigkeit – mit der erwähnten Wahlfreiheit im gegebenen Kostenrahmen und unter Einhaltung aller bauphysikalischen und gebäudetechnischen Vorgaben. So erfolgt beispielsweise die Komfortlüftung des nach Minergie zertifizierten Gebäudes ausschliesslich über die abgehängten Decken der Sanitär- und Versorgungskerne.
Doch jenseits aller technischer und digitaler Hilfsmittel zeigt sich die Qualität von Edensieben in der sorgfältigen Planung, die auf die Details achtet und nicht zuletzt auf der handwerklichen Qualität, die man sich dank effizienter Vorbereitung leisten konnte. Deshalb wird Edensieben trotz der Hoflage und einem auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit getrimmten Konzepts als einmaliges architektonisches Objekt wahrgenommen.

Bauherr: SGI, Schweizerische Gesellschaft für Immobilien AG
Jahr: 2012 Vorprojekt
Mitte Juli 2013 Baueingabe
April 2018 Bezug der Ateliers und Wohnungen
Architekt: Philipp Wieting – Werknetz Architektur, Zürich
HLKS Planer: Balzer Ingenieure AG/Büro 349 GmbH
Elektroplaner: HKG Engineering AG, Zürich
Bauingenieur: Ingenieurbüro Heierli AG
Bauphysik: Kuster und Partner AG, Chur
Programm: 17 Eigentumswohnungen und 5 Ateliers
Geschossfläche: 3'230 m2


Zertifikat
Minergie

Publikation
BIM ARC Award 2016
Zürcher Wohnungsbau 1995 - 2015
Hochparterre, Sonderheft, Das informierte Modell

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HG COMMERCIALE

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Stauffacherquai 46
8004 Zürich

Architekt/Planer

Philipp Wieting - Werknetz Architektur


Seebahnstrasse 85
8003 Zürich
044 450 35 00
HLK-Planer

Balzer Ingenieure AG/Büro 349 GmbH


Schützenstrasse 1
8400 Winterthur
052 544 17 17
Elektroplaner

HKG Engineering AG


Rütistrasse 22
8952 Schlieren
058 360 66 66
Bauingenieur

Ingenieurbüro Heierli AG


Culmannstrasse 56
8006 Zürich
044 360 31 11
Bauphysiker

Kuster und Partner AG


Hartbertstrasse 10
7001 Chur
081 258 45 00
Bauphysiker

Kuster + Partner AG


Bauphysik und Akustik
Sagenriet 9
8853 Lachen SZ
055 462 10 62

edensieben_Situation Neubau Mehrfamilienhaus edensieben, Zürich  von Philipp Wieting - Werknetz Architektur
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edensieben_EG Neubau Mehrfamilienhaus edensieben, Zürich  von Philipp Wieting - Werknetz Architektur
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Schnitte Neubau Mehrfamilienhaus edensieben, Zürich  von Philipp Wieting - Werknetz Architektur
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