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Neubau Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16, Basel

Christ & Gantenbein AG
Architekten ETH/SIA/BSA


Eingang / Treppenhaus © Stefano GrazianiBlick in Austellungsraum OG © Stefano GrazianiBlick in Ausstellungsräume UG © Stefano GrazianiOberlicht © Stefano Graziani © Stefano Graziani © Stefano Graziani
Kategorie:
Kultur und Kult
Fertigstellung:
2016
Grundstücksfläche:
3636 m²
Geschossfläche:
11'481 m²
Nutzfläche:
4426 m2
Gebäudevolumen:
64'621 m³
Gebäudekosten BKP 2:
100 Mio. CHF

Kunstmuseum Basel - Ein Haus für die Kunst

Mit dem Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel wird eine prominente Stelle in der Basler Innenstadt neu besetzt. Als Ausstellungs-, Aufbewahrungs- und Veranstaltungsort ist der Neubau ein Zeichen des Aufbruchs und der Kontinuität zugleich. Das neue, erweiterte Museum besteht aus zwei Häusern, die zusammen eine gemeinsame Erscheinung im Stadtraum bilden. Über die Strasse stehen die beiden Gebäude in einer direkten räumlichen Beziehung zueinander. Ihre Traufen sind gleich hoch. Der Neubau befindet sich damit auf Augenhöhe mit dem Hauptbau. Der Eingang des Erweiterungsbaus schaut zu den Arkaden des Hauptbaus hinüber und ist von dort entsprechend prominent sichtbar. Die markant einspringende Ecke im Volumen des Neubaus ist die zeichenhafte Antwort auf die ebenso markant vorspringende Ecke des alten Kunstmuseums. Zudem macht die einknickende Neubaufront eine einladende, räumliche Geste. Sie fasst den ganzen Raum der Kreuzung und macht ihn so zu ihrem Vorplatz.
In jedem Geschoss des Erweiterungsbaus befinden sich zwei Ausstellungstrakte, die durch die zentrale, monumentale Treppe vertikal verbunden werden. Zusammen mit den Foyerzonen beschreibt die Treppe eine freie, expressive Raumfigur, die über ein grosses, rundes Oberlicht belichtet wird. Im Unterschied dazu sind die Ausstellungstrakte in sich rechtwinklig. Das Spektrum der Räume variiert zwischen Kabinett und Halle. Alle diese Ausstellungssäle sind im Durchschnitt deutlich grösser und damit auch flexibler als die alten, sie entsprechen aber ebenso sehr einer klassischen Vorstellung von Museumsraum: ruhig und zurückhaltend, wohl proportioniert und mit zeitlosen Materialien gebaut. Räume, die der Kunst den Vortritt lassen.
Die Räume haben eine starke physische Präsenz. Die raumbildenden Elemente sind als klar artikulierte, gefügte Teile inszeniert, um ihnen dadurch in ihrer Tektonik maximale architektonische Präsenz zu verleihen. Der Boden in den Ausstellungsräumen ist ein Eichenboden in Form eines Klebeparketts, bei dem die Eichenbretter vollflächig verklebt und untereinander mit einem Holzzementmörtel verfugt werden. Auch die grau verputzte, tragende Betonwand wird explizit vor Augen geführt. Sie tritt in Tür- und Fensterlaibungen in Erscheinung. Klar davorgestellt und an den Kanten abgesetzt ist die massive, zehn Zentimeter starke Gipswand. Sie bildet den eigentlichen Unter- und Hintergrund für die Bilder. Vorgefertigte, sandgestrahlte Betonelemente überspannen als sichtbare Konstruktionsteile die Ausstellungsräume und inszenieren so das Lasten der Decke auf den Wänden. Die Decke selbst erhält dank der Elemente eine eigene Struktur und gibt dem Raum eine Richtung.
Im Foyer verbindet sich der Marmor des Bodens mit dem feuerverzinkten Stahl an den Wänden zu einer ästhetischen Einheit, die Kontrast und Harmonie zugleich zum Ausdruck bringt. Das Cross-over, die Kreuzung zweier so unterschiedlich konnotierter Materialien erzeugt aber erst den unverwechselbaren, einmaligen Charakter des Gebäudes, das beides in sich trägt, das zeitgebunden Technische und das ewig gültig Architektonische.
Die eigentliche Verbindung zwischen Hauptbau und Neubau unter der Strasse ist keine Unterführung, sondern ein grosszügiges Raumgefüge, das in eine grosse Halle mündet, die Foyer, Ausstellungssaal, Bühne, Experimentierfläche, Vortrags- und Veranstaltungsraum zugleich ist. An sie schliesst direkt die zentrale Haupttreppe, die Motive der Treppe des Hauptbaus aufnimmt: hellgrauer, geäderter Bardiglio-Marmor aus Carrara am Boden, rauer, strukturierter Kratzputz in kühlem Grau an der Wand. Die Fassade, eine ruinös anmutende, graue Backsteinwand hat einen zeitlosen, archaischen Charakter. Sie ist als selbsttragendes, monolithisches Mauerwerk konzipiert. Die Präsenz der Wand wird durch eine ausgeprägte Horizontalbetonung noch erhöht. Dazu tragen die nur vier Zentimeter hohen Backsteine bei. Zusätzlich verstärken die vor- und rückspringenden Backsteinlagen den horizontalen Eindruck über ein markantes Schattenbild. Ähnlich wie die Fassade des Hauptbaus deutet auch die Neubaufassade eine klassische Gliederung von Sockel, Körper und Abschluss an. Diese Gliederung wird einerseits über die unterschiedlich hellen Grautöne des Backsteins, andererseits über einen als feines Relief ausgebildeten Fries sichtbar gemacht. Der Fries ist zwar in seiner Grundform durchaus dem tradierten Architekturkanon zuzuordnen, in seiner konkreten Ausführung ist er allerdings neuartig. In die Rillen der Friessteine sind LED-Streifen eingelegt, welche die Hohlkehlen der Backsteine beleuchten und so ein indirektes Licht in den Stadtraum werfen. Die archaisch anmutende Mauer beginnt zu leuchten oder, bei wenig Strom, zu glimmen.
So spricht der Neubau zwar dieselbe Sprache wie der Hauptbau, erzählt dabei jedoch eine andere, eine neue Geschichte. Der Erweiterungsbau ist keine Wiederholung oder Kopie des Alten, sondern ein ausgesprochen zeitgenössisches und zukunftsgerichtetes Gebäude, das ganz neue Formen von Kunst und Kunstvermittlung aufnehmen kann.

Auszug aus: Emanuel Christ, Christoph Gantenbein, „Ein Haus für die Kunst“, aus: Kunstmuseum Basel, Neubau, herausgegeben von Kunstmuseum Basel/ Bernhard Mendes Bürgi, Hatje Cantz, Ostfildern, 2016


Publikation
Architektur-Jahrbuch der Schweizer Baudokumentation 2018
VISO 01/2017

Elektrobodenkanal

Elektrobodenkanal


Elektrobodenkanäle, abdeckbare Bodenkanäle, Bodendosen, Unterflurkanäle etc.

Krüger + Co. AG im Architektur-Jahrbuch 2018

Krüger + Co. AG im Architektur-Jahrbuch 2018


Produktinformation der Krüger + Co. AG im Projekt Erweiterung Kunstmuseum, Basel (BS)

Polyurethanklebstoff «Ultrabond P990 1K»

Polyurethanklebstoff «Ultrabond P990 1K»


Sehr emissionsarmer, einkomponentiger, gebrauchsfertiger, elastischer Polyurethanklebstoff für Mehrschichtparkett und Massivparkett mit Nut-Feder


EHB Brüstungstechnik AG

EHB Brüstungstechnik AG


Alte Strasse 11
4665 Oftringen
Krüger + Co. AG

Krüger + Co. AG


Winterhaldenstrasse 11
9113 Degersheim
Mapei Suisse SA

Mapei Suisse SA


Route Principale 127
1642 Sorens
AS Aufzüge AG

AS Aufzüge AG


Erlistrasse 3
6403 Küssnacht am Rigi
PSS Interservice AG

PSS Interservice AG


Poststrasse 1
8954 Geroldswil

Architekt/Planer

Christ & Gantenbein AG


Architekten ETH/SIA/BSA
Spitalstrasse 12
4056 Basel
061 260 90 20
Umweltplaner,

Bau- und Umweltchemie Beratungen + Messungen AG


Thurgauerstrasse 60
8050 Zürich
044 440 72 11

Situationsplan Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
Situationsplan
Lageplan Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
Lageplan
Erdgeschoss Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
Erdgeschoss
1. OG Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
1. OG
2. OG Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
2. OG
Attikageschoss Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
Attikageschoss
1. UG Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
1. UG
Schnitt B-B Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
Schnitt B-B
Schnitt A-A Neubau Kunstmuseum Basel von Architekten ETH/SIA/BSA<br/>
Schnitt A-A