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Mottahütte
Postfach 9, Lenzerheide

Kategorie:
Gastgewerbe und Tourismus
Fertigstellung:
2017
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
2
Untergeschosse:
1
Geschossfläche:
1780 m²
Nutzfläche:
1264 m2
Gebäudevolumen:
7400 m³

Geberit Vertriebs AG
Geberit Vertriebs AG
Schachenstrasse 77
8645 Jona
Tel. 055 221 61 11
Fax. 055 212 42 69
sales.ch@geberit.com
www.geberit.ch

Architekt/Planer

Giubbini Architekten ETH SIA AG
Bahnhofplatz 7
7001 Chur
081 650 25 25
Bauingenieur

Liesch Ingenieure AG
Ingenieurbüro
Wiesentalstrasse 83
7000 Chur
081 354 95 50
Bauphysiker

Kuster + Partner AG
Bauphysik und Akustik
Hartbertstrasse 10
7000 Chur
081 258 45 00
Bauleiter

Feiner Baumanagement GmbH
Gäuggelistrasse 1
7000 Chur
081 254 70 20
Zimmermann

ARGE Möhr AG & Salzgeber + Co. Holzbau
Obere Industrie 11
7304 Maienfeld

Rückbau und Neuerrichtung der Mottahütte
Die Mottahütte im Skigebiet der Lenzerheide auf einer Höhe von 2277 m.ü.M. ist dank dem vorteilhaften Standort und der ausgezeichneten Küche sehr beliebt bei den Gästen. Das alte Restaurant entsprach jedoch nicht mehr heutigen Anforderungen und sollte durch einen Neubau ersetzt werden. Für eine qualitativ hochwertige Evaluation hat die Lenzerheide Bergbahnen AG im Jahr 2015 einen Projektwettbewerb durchgeführt, den GIUBBINI ARCHITEKTEN mit dem 1. Preis für sich entscheiden konnte.

Architektonisches Konzept und Organisation
Der gewählte architektonische Ausdruck soll einerseits in Anlehnung an die bekannte Formensprache von Bauten im Berggebiet die lange Tradition des Skitourismus vermitteln, andererseits mit der neuen Interpretation der Konstruktion die Aufbruchstimmung in einer der absolut führenden Skidestinationen in Graubünden dokumentieren.

Prägendes Entwurfselement ist dabei die offen gefügte Holzkonstruktion, welche zugleich statisch trägt, den Raum gliedert und durch ihre markante formale Ausbildung eine von Aussen nach Innen durchgängige Identität stiftet.

Die dunkel gehaltene Dämmebene befindet sich hinter der offenen Tragkonstruktion, wodurch die Gebäudehülle leicht und filigran erscheint. Das traditionell konstruierte, stattlich auskragende Dach schützt die Fassade und einen Teil der Terrasse. Die markanten Fensteröffnungen sorgen für Helligkeit, Leichtigkeit und faszinierende Lichteffekte im Innern und verleihen dem Gebäude eine differenzierte Massstäblichkeit.

Im Inneren gliedert die gestapelte Holzkonstruktion den Raum in verschiedene Zonen. Im Zentrum der Hütte befindet sich ein Lounge-Bereich mit ausladendem, hochaufragendem Kamin, darum herum gruppieren sich entlang der Aussenfassade verschieden grosse Sitznischen. Der transparente, tragende Holzfilter trennt die unterschiedlich ausgeprägten Sitzbereiche, der ganze Innenraum bleibt dennoch überschaubar und behält seine Grosszügigkeit, ohne dass Behaglichkeit und die Hütten Atmosphäre verloren gehen.

Funktionale Organisation
Organisatorisch gliedert sich die Motta Hütte in die drei Hauptelemente Gastraum als Kernstück im Zentrum der Anlage, rückwärtiger Querriegel mit den Infrastrukturen und geschützte, südwestorientierte Terrasse mit Bar und Liegebereich.

Im Zentrum des Gastraumes sorgt ein offenes Feuer für eine angenehme Atmosphäre. Eine lounge-artige Möblierung, die auch das Einnehmen von Mahlzeiten zulässt, schafft ein differenziertes Platzangebot. Entlang der Aussenwand angeordnet befinden sich grössere und kleinere Sitznischen. Die Möblierung mit Bänken unterstützt die Gemütlichkeit und den Hüttencharakter, die Anordnung der Tische erlaubt eine flexible Möblierung.

Der rückwärtige, massive ausgebildete Servicetrakt mit Küche und Office ist derart organisiert, dass sowohl der Gastraum als auch die Terrasse ptimal bedient werden können. Die Wege sind kurz und betrieblich optimiert, unerwünschte Kreuzungen von Gäste-und Servicewegen bleiben aus. Die anlieferung und der Personaleingang sind nordostseitig angeordnet und funktionieren autonom.

Die Terrasse gliedert sich in drei Bereiche: den bedienten Bereich direkt vor dem Gastraum, windgeschützt, bezüglich Aussicht und Besonnung optimal orientiert, den Barbereich mit Self-Service, Grill und Stehtischen und den leicht abgesetzten Bereich mit den Liegestühlen.

Die Aussenbereiche sind in der Höhe leicht gestaffelt, um die unterschiedlichen Nutzungen zu unterstreichen.

Konzept Holzbau und Tragwerk
Der Neubau der Mottahütte besteht im Wesentlichen aus vier Teilen: Der bergseitige Teil des Erdgeschosses ist aus Beton konstruiert und beinhaltet die Küche, Lagerräume, die Anlieferung und die öffentlichen Toiletten. Das Untergeschoss, welches gleichzeitig als Sockel des Holzbaus dient, besteht aus Beton mit tragenden Mauerwerkswänden und beinhaltet Lagerräume, Haustechnikinstallationen sowie Graderoben und Toiletten für die Mitarbeiter.

Die Mottahütte selbst besteht aus einem nicht ganz alltäglichen Holzbau, der als moderne Interpretation eines Strickbaus bezeichnet werden kann. Die sogenannten Strickwände bilden im Gegensatz zu einem herkömmlichen Strickbau aber keine geschlossenen Flächen, sondern sind offen konstruiert. Als Distanzhalter zwischen den Strickbalken sind schwalbenschwanzförmige Klötze, sogenannte „Rösslis“ angeordnet.

Das Holzdach bildet zusammen mit dem Strickbau das eigentliche Tragwerk. Die konstruktiv tragenden Strickwände befi nden sich sowohl im Innen-als auch im Aussenbereich. Die dämmende Gebäudehülle wird in Rahmenelementbauweise ausgeführt. Die vertikalen Lasten aus dem Dach werden
durch die Pfetten und über den Strickbau in den Massivbau abgeleitet. Die grosse Herausforderung waren die Anschlüsse der Luftdichtigkeitschicht von den Rahmenelementen zum Dach. Diese Wände wurden mit einem Gleitlager an die Dachkonstruktion angeschlossen, da beim Strickbau mit einem Setzmass von bis zu 160mm gerechnet werden muss.








Zertifikat
HSH Herkunftszeichen Schweizer Holz


Schwarzplan Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Schwarzplan
Grundriss UG Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Grundriss UG
Grundriss EG Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Grundriss EG
Schnitt A Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Schnitt A
Schnitt B Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Schnitt B
Fassade Nord Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Fassade Nord
Fassade Süd Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Fassade Süd
Detail 1:20 Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Detail 1:20
Fassade West Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Fassade West
Plakat A0 Mottahütte von Giubbini Architekten ETH SIA AG
Plakat A0