Die führende Schweizer Informationsplattform für Bauprodukte, Architekturprojekte und Expertenprofile

Mehrzweckhalle HUM, Payerne
Payerne

Kategorie:
Sport und Freizeit
Fertigstellung:
2016
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
3
Geschossfläche:
1679 m²
Gebäudevolumen:
13'218 m³
Gebäudekosten BKP 2:
4.85 Mio. CHF

Die Armee hatte in den 70er Jahren einen grossen Bedarf an neuen Mehrzweckbauten und hat dafür 2 Hallentypen entwickeln lassen. Die Mehrzweckhalle Payerne entspricht dem Typ 71 und wurde als eine der ersten Hallen nach 40 Jahren der Nutzung nun komplett saniert. Diese Mehrzweckhalle auf dem Waffenplatz Payerne wurde damals in einfacher Weise erstellt und wies daher nach Jahrzehnten des Betriebs diverse Mängel auf und war technisch als auch statisch stark überholungsbedürftig. Eine Komplettsanierung drängte sich daher auf.

BESTAND
Das charakteristische Element der Sporthalle waren für uns die konischen vormals hellblauen Stahlträger, welche nach aussen die Tragstruktur sichtbar abbildeten und dem Baukörper sein klares Raster gaben. Die Stahlrahmenstruktur war von Aussen nach Innen durchgehend und durch mit Eternit bekleidete Wandscheiben aus Kalksandstein ausgefacht. Im Bereich der Hallendecke war die Stahlrahmenkonstruktion nicht sichtbar, da diese mit Akustikplatten bekleidet war. Nach Aussen wirkte der Bau mit seiner matten Verglasung, dem Welleternit und dem visuell massiven Dach schwer und abweisend.

AUSDRUCK / FASSADE
Uns faszinierte die klare Struktur des Baus mit den repetitiven, filigranen und konischen Stahlrahmen von Beginn weg. Die Entscheidung die Stahlkonstruktion einzupacken und damit neu innen als Ganzes sichtbar machen zu können verstärkt dabei diese filigrane Wirkung zusätzlich. Die Ausfachungen zwischen den Stahlrahmen wurden daher komplett entfernt und neu durch vorfabrizierte Holzelemente ersetzt. Die nach Aussen konischen Stahlträger führten konsequenterweise zu leicht schräg nach stehenden Längswänden, welche der Halle eine spannende Dynamik verleihen. Die Holzelementwände wurden mit einer dünnen handwerklich erstellten Blechhaut eingekleidet, welche über das Fugenbild filigran und fast papierartig wirkt. Das grünliche Blech mit grossen Fensterflächen ergänzt. Der Dachrand sowie die Fensterprofile wurden in Alu erstellt und ergeben zusammen mit dem grünen Blech einen ruhigen Ausdruck. Das komplette Dach wurde mit Solarpanels bedeckt, welche zugleich auch die Funktion der Dachhaut übernehmen.

STIMMUNG / INNENRÄUME
Der Hallenraum wird durch das Raster der filigranen innen sichtbar gemachten Stahlrahmen geprägt. Über die beiden grossen Glasflächen an den Längsseiten dringt viel Tageslicht in den Hallenraum. Die Wandscheiben als auch das Dach wurden aus vorfabrizierten Elementen mit 3-Schichtplatten aus Fichtenholz erstellt, welche zur Verbesserung der Akustik perforiert sind.
Die Atmosphäre der Mehrzweckhalle wird geprägt durch die warme Farbe des Holzes. Die Farbigkeit des Holzes wird verstärkt durch die grünen Stahlträger und den dunkelgrauen Sportboden, welche sich subtil zurücknehmen. Auch die weiss lackierten Einbauten sowie die Aluminiumprofile der Fenster folgen demselben Prinzip.

Der Eingangsbereich und das Treppenhaus wirken durch die neuen Fenster zum Vorplatz sowie der Verglasung zur Halle viel heller.

Die neu betonierte Treppe erhielt durch das vergrösserte Treppenauge mehr Transparenz über die Geschosse hinweg. Durch die neuen Fenster entstanden interessante diagonale Durchblicke und Raumbezüge.

Die Böden im Eingangsbereich und im Treppenhaus wurden mit Kunststeinplatten belegt, welche farblich an den Hallenboden angelehnt sind. Alle Wände und Decken als auch die Türen und Geländer wurden weiss lackiert und verstärken den schlichten Ausdruck. Die Böden der Sanitärbereiche wurden mit dunkelgrauen und weissen Tonplatten belegt, die Wände wurden nur wo nötig mit weissen Keramikplatten belegt und schaffen einen Bezug zum Treppenhaus und den weissen Einbauten in den WC Anlagen.

ORGANISATION

Die grundlegende Raumaufteilung im Kopfbau wurde nur beibehalten. Das Hauptanliegen war es mehr Tageslicht in die Räume fliessen zu lassen. Die Nebenräume wurden minimal umstrukturiert um Platz für ein Damen WC sowie eine kleine Einzelgarderobe zu schaffen. Im Erdgeschoss wurde neu ein Büro sowie ein Putzraum integriert, im Dachgeschoss benötigte die Technik den ganze Platz.



Gonon Isolation AG (SA)
Gonon Isolation AG (SA)
Oberwiesen
8226 Schleitheim
Sottas SA
Sottas SA
Rue de l'Industrie 30
1630 Bulle

Architekt/Planer

maj Architekten
Stauffacherstrasse 72
3014 Bern
031 330 46 00
Bauleiter

LZA Architectes SA
Avenue Beauregard 3
1700 Fribourg
026 347 51 51

Situation Mehrzweckhalle HUM, Payerne von maj Architekten
Situation
Erdgeschoss Mehrzweckhalle HUM, Payerne von maj Architekten
Erdgeschoss
Querschnitt Mehrzweckhalle HUM, Payerne von maj Architekten
Querschnitt
Längsschnitt Mehrzweckhalle HUM, Payerne von maj Architekten
Längsschnitt
Ansicht Mehrzweckhalle HUM, Payerne von maj Architekten
Ansicht
Ansicht Mehrzweckhalle HUM, Payerne von maj Architekten
Ansicht