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Kantonspital Baden Agnes
Im Ergel 1, Baden

Kategorie:
Fertigstellung:
2022
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
7
Untergeschosse:
2
Grundstücksfläche:
37'175 m²
Geschossfläche:
76'215 m²
Nutzfläche:
39600 m2
Gebäudevolumen:
351'030 m³
Gebäudekosten BKP 2:
279 Mio. CHF

Krüger + Co. AG
Krüger + Co. AG
Winterhaldenstrasse 11
9113 Degersheim
Tel. 071 372 82 82
Fax. 071 372 82 52
info@krueger.ch
www.krueger.ch

Architekt/Planer

Nickl & Partner Architekten Schweiz AG
Hardturmstrasse 76
8005 Zürich
043 544 27 50
Baumanagement

Confirm AG
Rüdigerstrasse 15
8045 Zürich
044 269 61 90
Spezialist

Mensch und Maschine Schweiz AG
Baslerstrasse 30
8048 Zürich
043 344 12 12

In unmittelbarer Nähe des bestehenden Kantonsspitals Baden (KSB) entsteht der KSB Neubau mit einem Gesamtflächenbedarf von rund 39'600 m2 (NF). Der Spitalneubau bildet einen neuen Stadtbaustein innerhalb der bestehenden, feinkörnigen Bausubstanz. Der Topographie folgend wird das Bauvolumen als zwei ineinander verschränkte Rechtecke in die Landschaft modelliert, wobei der enge Bezug zur Natur und Umgebung auch im Inneren thematisiert wird. Der Sockel, welcher sämtliche Untersuchungs- sowie Arzträume umfasst, ist durch strenge Kompaktheit und Funktionalität geprägt. Das dreigeschossige Patientenhaus richtet sich durch weiche fliessende Formen nach innen aus. Eine sichtbare Fuge in Form des Technikgeschosses gliedert beide Elemente in klar differenzierte Volumen. Bis zum Umzug in den Spitalneubau muss das bestehende Spitalgebäude inkl. Notfallzugang weiter betrieben werden können. Der Zeitplan für das 450-Milionen Projekt ist äusserst ambitioniert; der definitive Baubescheid erfolgte im Juni 2018, der Spatenstich findet am 1. September statt und die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2022 angesetzt. In diesem Zusammenhang, wird neben weiteren BIM Prozessen die Lean-Taktplanung vor Baubeginn mit dem Logistik- und Architekturmodell verknüpft. So kann der gesamte Bauablauf simuliert und effizient auf Projektänderungen eingegangen werden. Dies führt zu einer Effizienzsteigerung, höherer Verlässlichkeit sowie Kontrollierbarkeit der Prozesse und Prozessergebnisse.

BIM-Organigramm und Verantwortlichkeiten
Folgende Rollen und Funktionen wurden im BIM-Lastenheft und BIM-Projektabwicklungsplan definiert:
BIM Verantwortlicher des Auftraggebers – Kantonsspital Baden AG
ICT Koordinator und BIM Beratung – Mensch und Maschine Schweiz AG
BIM Manager – Nickl & Partner Architekten Schweiz AG
BIM Gesamtkoordinator – Nickl & Partner Architekten Schweiz AG BIM
BIM Fachkoordinator HLKSE – Amstein + Walthert AG
BIM Projektverantwortlicher auf Auftragnehmerseite – Bei allen Planern
BIM Modellierer auf Auftragnehmerseite – Bei allen Planern

BIM-Modellplan
Es wurde der OpenBIM Ansatz verfolgt. Alle am Austausch beteiligten Partner arbeiteten mit der eigenen Software und bereiteten die Modelle zum Informationsaustausch auf. Die Einstellungen wurden in Exportfiltern gespeichert. Als Austauschformat wurde IFC 2x3 (Coordination View CV 2.0) verwendet. Der Architekt, Ingenieur und der TGA Planer arbeiteten mit Autodesk Revit, der Aushubplaner mit Autodesk AutoCAD Civil 3D und das Baumanagement mit ArchiCAD und VicoOffice. Via Solibri Model Checker konnten die Modelle abgeglichen und auf Kollisionen geprüft werden. Mit VicoOffice wurden die Termine mit den Fachmodellen verknüpft, um die Bauablaufplanung zu bearbeiten.

Information Delivery Manual (IDM)
Der Datenaustausch, sämtliche Abhängigkeiten, Kommunikations- und Freigabeprozesse wurden zentral über aconex abgebildet.
Die Qualitätskontrolle der Modelle und Informationen fand auf Auftraggeberseite gemäss den im BIM-Lastenheft und in den BIM-Richtlinien definierten Vorgaben statt. Auf Auftragnehmerseite wurde die Qualitätskontrolle auf Basis des BIM Projektabwicklungsplans durchgeführt.
Mit dem digitalen Raumbuch dRofus wurden Informationen aller Beteiligten zentral geführt und gepflegt. Der Informationsverlust und die Fehleranfälligkeit bei dem Hin- und Her senden von Excel Tabellen wurde so vermeiden.
Durch die Modellabhängigkeit der Fachplaner untereinander, war der Datenaustausch gewährleistet, um so die Fachplanergespräche zu führen und die eigene Planung weiter zu bearbeiten.

BIM-Leistungsbild
Die Bauleitung und das Baumanagement haben ein vollständig koordiniertes Modell vor sich, das den Bauablauf simuliert. Ob und wo es noch Optimierungspotenzial gibt, lässt sich laufend simulieren, bis hin zur Logistikplanung. Die Baufortschrittskontrolle wird viel transparenter. Was draussen gebaut wird, lässt sich mit der etablierten Field to BIM Methode am Modell abgleichen. Auf Abweichungen im Zeit- und Kostenplan, kann sofort reagiert werden. Abhängigkeiten sind durch die Vernetzung von Terminplan und Baufortschrittskontrolle sofort sichtbar. Sollte es trotz der eingeführten Massnahmen noch Anforderungen geben, speist man diese direkt ins Modell ein und informiert alle Parteien direkt.
Die Fachmodelle werden mit Informationen aus den Koordinationssitzungen und der Bauablaufplanung ständig weiterentwickelt. Dadurch können Konflikte aufgezeigt, diskutiert und Lösungen erarbeitet werden. Das Modell dient als Referenz für die Erstellung von neuen Fachmodellen, welche regelmässig ausgetauscht und auf Konsistenz und Kollisionen überprüft werden. Dieses gegenseitige Referenzieren dient auch als Kontrollmechanismus.
Durch die neue Methodik werden Arbeitsabläufe digitalisiert, vereinfacht, verbessert und fehlerresistenter gemacht. Ebenso wird das 3D Modell stets weiterbearbeitet und detailliert, selbst wenn in der Ausführung bestimmte Details noch konventionell geplant werden. Türpläne, Raumpläne und Fensterpläne werden z. B. mit all ihren Informationen direkt aus den Elementen des Architekturmodells abgeleitet. Neben dem graphischen 3D Modell entsteht im digitalen Raumbuch dRofus durch eine bidirektionale Verknüpfung bestimmter Attribute mit den BIM Modellen ein Informationsmodell, welches ständig angepasst und verfeinert wird. Durch diese Arbeitsweise erhält man einen messbaren Kontrollmechanismus über die grafischen und nichtgrafischen BIM Informationen.
Wir haben festgestellt, dass das modellbasierte Arbeiten unter der systematischen Anwendung der BIM Methodiken in kürzester Zeit eine sehr viel höhere Transparenz und Stabilität geschaffen hat.