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Glatt Tower Wallisellen
Neue Winterthurerstrasse 99, Wallisellen

Kategorie:
Büro und Verwaltung
Fertigstellung:
2019
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
11
Untergeschosse:
1
Parkplätze:
4500
Grundstücksfläche:
55'090 m²
Geschossfläche:
12'700 m²
Nutzfläche:
9500 m2
Gebäudevolumen:
56'200 m³
Gebäudekosten BKP 2:
34 Mio. CHF

Vetrotech Saint-Gobain (International) AG
Vetrotech Saint-Gobain (International) AG
Bernstrasse 43
3175 Flamatt
Tel. 031 336 81 81
Fax. 031 336 81 19
schweiz@vetrotech.com
www.vetrotech.ch


Architekt/Planer

WR Architekten AG
Badenerstrasse 415
8003 Zürich
044 226 58 58
Spezialist

Kaulquappe©
build digital. BIM Manager
Seebahnstrasse 85
8003 Zürich
+41 43 500 25 10
Bauherr

Liegenschaften-Betrieb AG (LiB-AG)
Neue Winterthurerstrasse 99
8304 Wallisellen
044 277 33 00
Spezialist

Enastra AG
Energie. Nachhaltigkeit. Strategie.
Andreasstrasse 11
8050 Zürich
+41 44 797 25 50
Spezialist

Gross Baumanagement AG
Industriestrasse 37A
8304 Zürich
044 877 30 62
Bauingenieur

SYNAXIS AG ZÜRICH
Thurgauerstrasse 56
8050 Zürich
044 316 67 77
HLK-Planer

Beag-Engineering AG
Ing'büro f. Energie- u. Haustechnik
Eichgutstrasse 2
8400 Winterthur
044 225 20 00
Elektroplaner

Marquart Elektroplanung
Beratung AG
Neuwiesenstrasse 62
8400 Winterthur
058 750 00 75
Spezialist

gkp fassadentechnik ag
Weiernstrasse 26
8355 Aadorf
052 368 30 68
Bauphysiker

Kopitsis Bauphysik AG
Zentralstrasse 52a
5610 Wohlen AG
056 201 44 44
Spezialist

AFC Air Flow Consulting AG
Technoparkstrasse 1
8005 Zürich
+41 58 450 00 00
Spezialist

Ecosens AG
Grindelstrasse 5
8304 Wallisellen
044 839 47 77
Fassadenbauer

Krapf AG Metallbau
Breitschachenstrasse 52
9032 Engelburg
071 272 26 00
Spezialist

Cadmec AG
Zürcherstrasse 34
8317 Tagelswangen
052 343 49 09

Das EKZ Glatt und somit auch der Tower wurden 1975 fertig gestellt. Seit der Inbetriebnahme wurden keine tiefgreifenden Sanierungen oder Veränderungen vorgenommen. Die formulierten Ziele der nachhaltigen Instandsetzung Glatt (NIG) sowie auch das Projekt Energiestrategie Glatt 2030 definieren den Projektumfang und die Eingriffstiefe.

BIM-Organigramm und Verantwortlichkeiten
Für das Projekt Glattzentrum musste eine Organisation entwickelt werden, die nicht nur für ein einzelnes BIM Projekt funktioniert, sondern zahlreiche parallel arbeitende Planerteams mit unterschiedlichen Fachgewerken und Terminplänen zu einander ordnet und ein eng vernetztes Arbeiten über Teamgrenzen hinweg ermöglicht und unterstützt.

Hierfür wurde eine Matrixorganisation in vier Ebenen gebildet:

Ebene 4: Jede beteiligte Unternehmung weisst namentlich einen BIM Verantwortlichen aus, der für die Skalierung des BIM Prozesses innerhalb der eigenen Unternehmung verantwortlich ist.

Ebene 3: Die BIM Fachkoordination führt die ihr zugeordneten technischen Disziplinen des Teams und stimmt sich mit den BIM Fachkoordinatoren der anderen Teams regelmässig ab.

Ebene 2: Gleiches gilt für die BIM Gesamtkoordination, die die technischen Gewerke mit den baulichen Gewerken innerhalb des eigenen Projektteams koordiniert und sich mit den anderen BIM Gesamtkoordinatoren horizontal abstimmt.

Ebene 1: Übergeordnet wird von Seitens Bauherrschaft ein BIM Management und QS zur Verfügung gestellt. Diese Stelle ist ausserhalb der Planerteams verortet, macht die BIM Ziele handhabbar und unterstützt mit kurzen Kommunikationswegen die Teams in der Arbeit gemäss der vorgegebenen BIM Richtlinien. Zusätzlich koordiniert das BIM Management die Zuarbeit der internen Abteilungen.

Die Kompetenzen der Ebenen 4, 3, 2 wurden direkt bei den verantwortlichen Planern aufgebaut und die Aufgaben somit direkt vom Team übernommen. Dies stellt eine tiefe Verankerung der BIM Methode im Projekt sicher (Projektorganisation = BIM Organisation).

BIM-Meilensteine
Das Glattzentrum investiert konstant in seine bauliche Substanz mit besonderem Schwerpunkt auf Energieeffizienz und Ressourcenschonung.

Bau- und Erneuerungsprozesse laufen parallel zum regulären Gebäudebetrieb, wobei ein nahtloser und verlustfreier Transfer von Planungsinformationen über die Erstellung hinein in den technischen Gebäudeunterhalt und die Steuerungssysteme garantiert werden muss.

Gleichzeitig werden an die Logistik baulicher Interventionen höchste Anforderungen gestellt, um Bauzeiten mit einhergehenden Beeinträchtigungen für die Kunden auf ein Minimalmass zu reduzieren. So muss bspw. die Veränderung technischer Anlagen räumlich und im zeitlichen Ablauf perfekt auskoordiniert sein, bevor diese baulich umgesetzt werden.

Nach Inbetriebnahme ist die Mängelbeseitigung, besonders bei fremdvermieteten Flächen, sehr aufwändig und belastend. Mit einer transparenten Planung soll die Anzahl an Mängelbehebungen innerhalb der Garantiefristen wahrnehmbar reduziert werden.

BIM-Kommunikation und -Kollaboration
Die Komplexität der Aufgaben im Glattzentrum erfordert vernetztes Arbeiten innerhalb der Teams mit konstantem Einbezug der Spezialisten der Bauherrschaft. BIM unterstützt hier durch reibungslose Zusammenarbeit ohne die Verantwortlichkeiten zu vermischen.

Die konstante Übernahme von Informationen in die Betriebssoftware ermöglicht kurze Inbetriebnahmen. So werden in einem Teilprojekt z.B. Rückkühler schon in Betrieb genommen, während an andere Stelle noch Produktinformationen durch Unternehmer angeliefert werden. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Projektteams und den Teams des Betriebs.

Mit dem Aufbau eines alle Teilprojekte passgenauen BIM Gesamtmodells als «Single Source of Truth» haben alle Beteiligten unabhängig von deren Rolle jederzeit transparent alle relevanten Informationen in aktueller Form zur Verfügung. Dies unterstützt eine enge, intensive und evidenzbasierte Kommunikation, die Schleifen und Missverständnisse durch fehlende Grundlagen vermeidet.

BIM-Modellplan
Für die Bauherrschaft steht traditionell die Wahl des aus fachlicher Sicht kompetentesten Planers im Vordergrund. Entsprechend sollte sich durch die Anwendung von BIM keine allzu grosse Einschränkung in der Planer- und Unternehmerwahl ergeben. Daraus ergibt sich ein heterogener Softwarekontext, der bauherrenseitig noch um eine Vielzahl weiterer Programme erweitert ist.
Dem wird mit einer rein fachlichen Informationsdefinition Rechnung getragen. Die Formate sind untergeordnet, situativ wird das jeweilige Format mit der höchsten Informationsgüte bestimmt. Damit ergibt sich im Endeffekt in allen Projektteams ein Koordinationsprozess mit einer Mischung aus nativen Dateiformaten und IFC.

Native Formate sind in jedem Fall der auf IFC basierten Baudokumentation beizulegen.

Information Delivery Manual (IDM)
1. Auf Basis des live über alle Teilprojekte zur Verfügung stehenden BIM Gesamtmodells wird die Informationsgüte und der Füllstand kontrolliert und Massnahmen für die BIM Koordinationssitzung vereinbart.

2. Jeder pflegt seine Daten in seiner bevorzugten Software, es gibt keine doppelte Datenerfassung. Im Koordinationsmodell laufen diese Inputs (z.B. Exceldateien der Türplanung oder Datenbank der Gebäudeautomation) zu einem grossen Ganzen zusammen.

3. Minimaler «Datenfootprint» (Weniger Daten = weniger Fehler): Je weniger Daten gepflegt werden müssen, umso höher ist die Qualität. Durch konsequente Modularisierung und Typisierung müssen effektiv nur ca. 5% der Gesamtdatenmenge erfasst und gepflegt werden.

4. Geometrische und informationstechnische Kollisionsprüfung.

BIM-Leistungsbild
Drei Metriken sind besonders hervorzuheben:

1. Übergeordnet: Konstante Optimierung der Widerspruchsfreiheit
Das zentrale BIM Gesamtkoordinationsmodell, in welches sich die einzelnen Teilprojekte zyklisch (hier monatlich) einsetzen lassen, ermöglicht direkt, die Widerspruchsfreiheit der Planung zu verifizieren. In der Überlagerung der (in sich konfliktfreien) Teilprojektmodelle tauchen zahlreiche Schnittstellenprobleme, wie z.B. die Führung neuer Elektrotrassen durch Abbruchbereiche einer teilweise neu zu erstellenden Lüftungszentrale.

2. Baulich: Optimierte Schachtbelegung trotz Nachinstallationen
Vielfach sind die Platzverhältnisse in Steigzonen vorgegeben. Erweiterungen sind nicht möglich und Entflechtungssituationen müssen unter Einbezug bestehender Leitungen gelöst werden. Folglich können den einzelnen Teams oft keine Korridore zur freien Verfügung eingeräumt werden. Dennoch sollen neue Installation möglichst einfach geführt werden (möglichst keine Erhöhung der Installationskomplexität)
Das BIM Gesamtmodell erlaubt, die Schachtbelegungen und Auskreuzungen übergeordnet und im Detail über alle Teams abzustimmen. Dies ermöglicht, die bestehenden Platzverhältnisse effizienter auszunutzen und die Installationsdichte konfliktfrei zu erhöhen was eine vereinfachte Leitungsführung ermöglicht.

3. Vereinfachung und Schulung: Zunahme der Regeltreue der Modellierung
Die BIM Strategie der Bauherrschaft basiert auf dem Dogma weniger, einfach umsetzbarer Prinzipien, die von zeitgenössischen Werkzeugen maximal profitieren und digital unterstützt werden. Dennoch müssen auch einfachste Prinzipen klar vermittelt, die Beteiligten geschult, Prozesse geführt und eingeübt werden. Je kompakter dies vermittelt werden kann und je weniger die aufgestellten Regeln von der eigentlichen fachlichen Arbeit ablenken, umso schneller erfolgt die Resorption in die alltägliche Arbeit.

Im Verlauf des Projekts konnten die Abweichung von den definierten Konventionen auf ein Minimum reduziert und so die Nutzung der Daten über den Lebenszyklus mit der notwendigen Datenqualität optimiert werden.

BIM Transparenz und Stabilität
BIM Projekte bieten mit dem Koordinationsmodell zu oft eine nur scheinbar erhöhte Transparenz. Der Zugriff stellt sich oft als Hürde heraus, die transparenten Prozessen im Wege steht. Die Verfügbarkeit eines zentralen einfach zugänglichen BIM Gesamtmodells mit dem aktuellen Stand aller Teilprojekte leistet einen wesentlichen Beitrag zur Transparenz und damit Akzeptanz der Zusammenarbeit nach BIM.