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Flughafen Zürich, Zone A Gepäcksortierungsanlage (P16AA004.01)
Kloten

steigerconcept ag
Architektur Planung Design

Vogelperspektive mit Einsicht in Gepäcksortieranlage © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichSituation Gipscharakter © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichVogelperspektive mit Einsicht in Gepäcksortieranlage © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichInnenvisualisierung Halle Gepäcksortieranlage in Twinmotion © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichInnenvisualisierung Halle Gepäcksortieranlage in Twinmotion © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichInnenvisualisierung Halle Gepäcksortieranlage in Twinmotion © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichKoordinationsmodell Solibri Schnitt © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichVisualisierung aus BIM Modell von Garderobe © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichVisualisierung aus BIM Modell von Sitzungsszimmer © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 ZürichVisualisierung aus BIM Modell von Nasszelle © steigerconcept ag, Staffelstrasse 8, 8045 Zürich
Kategorie:
Fertigstellung:
2021
Gebäudeanzahl:
3
Stockwerke:
6
Untergeschosse:
2
Parkplätze:
70
Geschossfläche:
49'216 m²
Nutzfläche:
30100 m2
Gebäudevolumen:
284'400 m³
Gebäudekosten BKP 2:
209 Mio. CHF

Architekt/Planer

steigerconcept ag
Architektur Planung Design
Staffelstrasse 8
8045 Zürich
044 384 83 83
Bauherr

Flughafen Zürich AG
8302 Kloten
043 816 22 11
Bauingenieur

JägerPartner AG
Bauingenieure sia
Räffelstrasse 32
8045 Zürich
044 711 80 11
Elektroplaner, HLK-Planer, Sanitärplaner

Gruner Kiwi AG
Haustechnik
Im Schörli 5
8600 Dübendorf
044 802 11 77
Spezialist

suisseplan Ingenieure AG Logistik
Gepäcksortieranlage Planung
Terminal 1
8058 Zürich
043 816 61 85

Die Zone A im Herzen der Passagierterminals am Flughafen Zürich bildet das Eingangstor
zum Flughafenkopf. Sie bietet die Erweiterungsmöglichkeit der zentralen Terminalzone
mit höchstem Potenzial für die Adressbildung am Flughafen Zürich.
Der Funktionsmix ist geprägt durch den „Sockel“ mit der zentralen Gepäcksortieranlage.
Über dem Sockel befindet sich die Potenzialfläche für eine Terminal- und Office-Erweiterung
auf der Land- und Luftseite mit einer vorgelagerten Erweiterung des landseitigen
Vorfahrtensystems auf zwei Ebenen.
Ziel einer zukünftigen Entwicklung der Zone A ist neben der Definition der Architektursprache
und dem modularen Aufbau der Gebäudetappen die integrale funktionale und
architektonische Vernetzung mit den benachbarten Gebäuden und Funktionen.

Aufgrund der prognostizierten Verkehrsentwicklung wird die bestehende GSA zwischen
2020 und 2023 ihre Kapazitätsgrenze erreichen. Zudem treten ab 2022 neue EU-Vorschriften
betreffend Sicherheitskontrollgeräte in Kraft, welche durch die bestehenden
Geräte nicht erfüllt werden.
Mit der Erweiterung und Ablösung der bestehende GSA sollen die für einen reibungslosen
Flugbetrieb notwendigen Prozesse für das abfliegende Gepäck gewährleistet werden.
Zusammen mit dem Neubau wird die GSA auf die doppelte Grösse erweitert.


BIM-Organigramm und Verantwortlichkeiten
Folgende Rollen und Funktionen wurden definiert:
BIM Manager – Gesamtleiter: steigerconcept ag
BIM Gesamtkoordinator – Architekt: steigerconcept ag
BIM Fachkoordinator - HLKSE Planer: Gruner AG
BIM Verantwortliche – Bei allen Planern


BIM-Meilensteine
Von der Bauherrschaft war kein BIM gefordert, sie zeigte sich aber interessiert an der neuen Technologie. An einem weiteren Flughafenprojekt, konnte steigerconcept schon Erfahrungen in BIM und im Speziellen in der Koordination und Modellaustausch zwischen den Fachplanern sammeln. Die gemeinsamen Anforderungen wurden laufend mit allen Teammitgliedern und steigerconcept erarbeitet. Das Architekturmodell sollte den anderen Fachplanern (Ingenieur, Gepäcksortieranlage Planer und Haustechnikplaner) als Referenzmodell für ihre Planung dienen, sodass keine "doppelte Modellierung" mehr stattfindet. Ziel für alle Fachplaner war die Koordination am 3D Modell mit automatisierten Kollisionsprüfungen im Modell. Sämtliche Aufgaben zwischen Fachplanern sollen als BCF verfasst werden. Die Bauherrschaft sollte mit virtuellen 3D Rundgängen mit der VR Brille durch das Modell geführt, um so Nutzergespräche und architektonische Themen auf neue Art zu besprechen.

BIM-Kommunikation und -Kollaboration
Der praktizierte Modellaustausch hat allen Beteiligten ein hohes Mass an Offenheit und Ehrlichkeit abverlangt. Diese Neuerung wurde von allen an diesem Workflow beteiligten Partnern als extrem unterstützend und prozessoptimierend empfunden.

Folgende BIM-Nutzungen haben sich im Projekt erfolgreich etabliert:
- gegenseitige Referenzierung der an der Planung beteiligten Fachmodelle
- Räumliche Koordination und Pendenzenverwaltung per BCF
- Aussparungsplanung für die Gepäcksortieranlage und Gebäudetechnik
- VR Rundgänge mit den Nutzern

BIM-Modellplan
Es wurde der OpenBIM Ansatz verfolgt. Alle am Austausch beteiligten Partner arbeiteten mit der eigenen Software und bereiteten die Modelle zum Informationsaustausch auf. Die Einstellungen wurden in Exportfiltern gespeichert. Als Austauschformat wurde IFC 2.0 verwendet. Der Ingenieur arbeitete mit Allplan, der Gepäcksortieranlageplaner mit AutoCAD, der Haustechniker mit Plancal Nova und der Architekt mit ArchiCAD. Via Solibri konnten die Modelle abgeglichen werden. Mit Twinmotion wurden Visualisierungen und Animationen erstellt und mit der VR Brille virtuelle 3D Rundgänge geführt.

Information Delivery Manual (IDM)
Durch die Abhängigkeit der beteiligten Fachplaner von den anderen Modellen, war der Datenaustausch gewährleistet, um die Fachplanergespräche zu führen und die eigene Planung weiter zu bearbeiten. Die Datenpflege wurde nicht speziell festgehalten, sie wurde stets geprüft und aus der Rückmeldung der anderen Planer verbessert.

BIM-Leistungsbild
Die Fachmodelle werden mit Informationen aus Koordinationssitzungen und Workshops ständig weiterentwickelt und im BIM-Koordinationsmodell zusammengeführt. Dadurch können Konflikte in einer frühen Phase aufgezeigt, diskutiert und Lösungen erarbeitet werden. Das Modell dient als Referenz für die Erstellung von neuen Fachmodellen, welche regelmässig ausgetauscht und auf Konsistenz und Kollisionen überprüft werden. Dieses gegenseitige Referenzieren und die Menge an vorhandenen Kollisionen aus der automatischen Kollisionsprüfung dient auch als messbarer Kontrollmechanismus.
Wir wollen mit der neuen Methodik etablierte Arbeitsabläufe digitalisieren, vereinfachen und fehlerresistenter machen. So können zum Beispiel durch die in der frühen Planungsphase abgeglichenen Modelle, die in der Ausführungsphase notwendigen und sehr aufwendigen, Korrexplankontrollen durch den Architekten entfallen. Ebenso wird das 3D Modell stets weiterbearbeitet und detailliert, auch wenn in der Ausführung die Details noch konventionell geplant werden. Türpläne, Raumpläne, Raumlisten und Fensterpläne werden mit all ihren Informationen direkt aus den Elementen im Architekturmodell abgeleitet. Das 3D Modell wird weiter auf informiert und durch die Ableitung der Pläne aus dem 3D Modell entsteht somit ein Kontrollmechanismus über die Informationen im BIM Modell, der auch messbar ist.
Es konnten eine Vielzahl von praktischen Erfahrungen gesammelt werden, welche in die Umsetzung des BIM Workflows eingeflossen sind. Das modellbasierte Planen und Kommunizieren ist eine wesentliche und messbare Erleichterung gegenüber der konventionellen Planung, da die in der bisherigen Praxis notwendige Interpolation zwischen gezeichneten Grundrissen und Schnitten durch eine extrem hohe Planungstransparenz ersetzt wird. Alle Planer sehen zu festen Zeitpunkten, wo die anderen Mitplaner stehen.
Im Projekt GSA wurde laufend nach einer effektiven und effizienten Form der Zusammenarbeit zwischen den Projektbeteiligten für das Erreichen der Projektziele gesucht. Dabei wurde die Erfahrung gemacht, dass es nicht eine richtige Form der Zusammenarbeit gibt. Zwischen verschiedenen Beteiligten können durchaus unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches angewendet werden.


BIM Transparenz und Stabilität
Alle Planer und auch der Bauherr sehen zu festen Zeitpunkten, wo die anderen Mitplaner stehen und können darauf reagieren. Die Idee des kollaborativen, integrierten Engineerings (ICE) kann nur an einem modellbasierten Planungsablauf vertieft werden. Wir sind davon überzeugt, dass der BIM Workflow in der GSA zeigt, dass Transparenz zu Stabilität und Vertrauen führt.

BIM-Modell (BIM-Viewer kann hier heruntergeladen werden)
Aus Urhebergründen darf kein IFC Modell herausgegeben werden. Hier eine Animation: https://webtransfer.steigerconcept.ch/s/mxuOCmdo0ppaE2s

Publikation
Bilder entstehen im Kopf – und mit BIM (Beilage «Bauen und Wohnen» der SonntagsZeitung im November 2017) https://www.daseigenheim.ch/bilder-entstehen-im-kopf-und-mit-bim
https://webtransfer.steigerconcept.ch/s/mxuOCmdo0ppaE2s