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Factoria Tejares
Calle Manuel Arellano, Sevilla


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Stadtraum © Bela ZwygartFassade Haus II © Bela ZwygartStadtbalkon mit gemeinschaftlichem Koch- und Essbereich © Bela ZwygartAxonometrie des Areals © Bela ZwygartÜbersicht bestehende Gebäude © Bela Zwygart
Kategorie:
Studentenentwürfe
Fertigstellung:
2018
Gebäudeanzahl:
3
Stockwerke:
7
Anzahl Wohnungen:
78
Grundstücksfläche:
8200 m²
Geschossfläche:
9800 m²
Nutzfläche:
7660 m2
Gebäudevolumen:
34'900 m³

Die Bauparzelle an Calle Manuel Arellano liegt im westlichen Teil Sevillas. Der Stadtteil Triana zeichnet sich durch seine heterogene Bebauungs- und Bevölkerungsstruktur aus. Er besteht grösstenteils aus einer Kombination aus kommerziellen Nutzungen in den Erdgeschossen und Wohnnutzungen in den Obergeschossen. Das bestehende Konglomerat aus Gewerbehallen unterschiedlicher Grösse bildet eine Ausnahme in diesem System. Die Nutzung veränderte sich in der Vergangenheit von einer Ziegelbrennerei hin zu Werkstätten und einem kreativen Coworking-Space.

Mit dem Ansatz des Weiterbauens bleiben die charakteristischen Qualitäten einer Produktionsstätte erhalten und werden verstärkt. Die flexible Struktur des Bestandes wird fortgeführt und mit neuen Bauvolumen ergänzt. Die Nutzung und das Aussehen der kleineren Gewerbehallen wird erhalten. Kombiniert mit den neuen Gebäuden entsteht eine durchlässige Struktur, welche die Möglichkeit zur Verbindung von Altem und Neuem bietet und für unterschiedlich dimensionierte Nutzungseinheiten sorgt.

Eine Sequenz von Plätzen verbindet das Gewerbe im nördlichen Teil der Parzelle mit dem grossen öffentlichen Platz im Süden. Dieses zentrale Verbindungselement stellt das gemeinschaftliche Zentrum des Quartiers dar. Die Vielzahl an Werkstätten, ein Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, sowie Verkaufs- und Gastronomieflächen in den Erdgeschossen sorgen für Offenheit. Diese Funktionen sind nicht streng getrennt, sondern fliessen ineinander über und profitieren voneinander.
Die Nähe zwischen Wohnen, Produktion und Öffentlichkeit und die Spannungen zwischen diesen Funktionen führten dazu konventionelle Arten des Wohnens zu hinterfragen. Stattdessen wurden drei unterschiedliche, gemeinschaftsorientierte Wohnkonzepte erarbeitet.

Der Block (Haus III) bietet Platz im Erdgeschoss für einen kollektiven Workspace in Kombination mit Abteilen für Handwerker oder Künstler. Der Hof östlich davon ist gleichzeitig Ladezone und Werkhof. In der bestehenden Halle daneben befindet sich, verbunden mit dem neuen Gebäude, ein flexibel bespielbarer Raum für Veranstaltungen und Ausstellungen.
Die Idee des Teilens wird über der Werkhalle im ersten Obergeschoss fortgeführt. Dort befindet sich eine Gemeinschaftsküche mit Essbereich, welche allen Nutzern des Hauses zur Verfügung steht. Von innen nach aussen nimmt die Privatheit durch eine Zonierung des Grundrisses zu. Ähnlich einer Bibliothek sind an das Atrium Besprechungs- und Arbeitsnischen für Homeoffice angegliedert. Die angrenzenden Bad- und Zimmerschichten sind durch ein System von Türen in unterschiedlich grosse Wohnungen unterteilbar.

In der Scheibe (Haus II) zwischen den bestehenden Hallengruppen werden im Erdgeschoss kleine Gewerbeflächen angeordnet. Darüber finden sich mehrgeschossige Wohnungen, die durch ein Treppenhaus und Laubengänge miteinander verbunden sind. Jede Wohnung verfügt über eine grosszügige Küche, eine Loggia und ein Wohnzimmer. In den Geschossen darüber und darunter sind die Individualräume angeordnet. Die Küche kann zur Loggia und zum Laubengang hin grossflächig geöffnet und zu einem gemeinschaftlichen Aussenraum erweitert werden.

Im Riegel (Haus I) befinden sich im Erdgeschoss Verkaufsflächen und Gastronomieangebote. Durch das Abheben einer Hälfte des neuen Bauvolumens entsteht ein gedeckter Aussenraum als Schutz vor der starken Sonneneinstrahlung.
In den Obergeschossen liegen Wohnungen unterschiedlicher Grösse. Sie alle verfügen über eine kleine Teeküche und kompakte Wohn- und Schlafzimmer. Erschlossen werden die Wohnungen über einen vorgelagerten, überhohen Gemeinschaftsbereich, den «Stadtbalkon». Er beherbergt alle gemeinschaftlichen Funktionen wie ein grosser Koch- und Essbereich, ein Wohnzimmer und ein flexibel bespielbares Zimmer. Die zweigeschossigen Wohnungen verzahnen sich durch eine Garderobenschicht und eine Galerie im Obergeschoss mit dem Gemeinschaftsraum.

Für die neuen Gebäude werden dieselben Materialien verwendet, aus denen die bestehenden Gewerbehallen erstellt wurden. Diese werden kombiniert mit einem Betonskelett für eine flexible Einteilung der Grundrisse. Die Hauptfarbe der neuen Bauten ist weiss. Die Beschattungselemente aus perforiertem Wellblech beziehen sich auf die farbigen Tore und die Metalldächer der Hallen. Die unterschiedlichen Öffnungsmöglichkeiten differenzieren die Bezüge zur Stadt und regulieren Luftzirkulation und Lichteinfall.


Student

Tobias Lutz


Student

Bela Zwygart


Universität / Fachhochschule

Hochschule Luzern


Technik und Architektur
Technikumstrasse 21
6048 Horw
041 349 33 11

Situationsplan Factoria Tejares von
Situationsplan
Grundriss Erdgeschoss Factoria Tejares von
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Regelgeschoss unten Factoria Tejares von
Grundriss Regelgeschoss unten
Grundriss Regelgeschoss oben Factoria Tejares von
Grundriss Regelgeschoss oben
Querschnitt West Factoria Tejares von
Querschnitt West
Querschnitt Ost Factoria Tejares von
Querschnitt Ost
Detailschnitt Haus I Factoria Tejares von
Detailschnitt Haus I
Fassadenansichten Haus I Factoria Tejares von
Fassadenansichten Haus I
Wohnungsgrundrisse Haus I Factoria Tejares von
Wohnungsgrundrisse Haus I
Wohnungsgrundrisse Haus II Factoria Tejares von
Wohnungsgrundrisse Haus II
Wohnungsgrundrisse Haus III Factoria Tejares von
Wohnungsgrundrisse Haus III