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Ein Strandbad mit Sauna in Horw
Seebadstrasse 3, Horw

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Ansicht Sommerpavillon © Michelle AnlikerAnsicht Sommer-und Winterpavillon © Michelle AnlikerStruktur Winterpavillon © Michelle AnlikerSituationsmodell 1 © Michelle AnlikerSituationsmodell 2 © Michelle Anliker
Kategorie:
Studentenentwürfe
Fertigstellung:
2018
Gebäudeanzahl:
2
Stockwerke:
1

EIN STRANDBAD MIT SAUNA IN HORW

Nach meinem ersten Besuch des Strandbades habe ich mich gefragt, was die Qualitäten dieses Landschaftsraumes sind. Unweigerlich trägt das wunderschöne Panorama viel zum Ausdruck und Charakter des Ortes bei. Aus diesem Grund soll ihm viel Platz gelassen werden um seine Wirkung auf den Besucher entfalten zu können. Eine weitere Besonderheit des Ortes ist die natürliche Grenze, welches das Naturschutzgebiet mit seinem Schilf bietet. Dadurch entstehen ein Sichtschutz und eine intime Atmosphäre. Ich frage mich daher, ob eine zusätzliche Grenze, welche durch die Mauer des Freibades momentan besteht, überhaupt noch nötig ist. Auf jeden Fall benötigt die Wiese einen „Rücken“, beziehungsweise einen Ort zum Ankommen. Dieser sollte meiner Meinung nach jedoch transparenter und verbindender wirken. Mein Projekt soll sich in das natürliche Umfeld integrieren und in einen Dialog mit der Seeseite sowie der Freizeitanlage treten und die Horwer Bucht als einen Park lesbar machen. Auf minimale aber präzise Weise soll er den Landschaftsraum gliedern und so eine Selbstverständlichkeit bekommen.
Aus diesen Grundgedanken heraus entstanden zwei autonome Gebäude von denen einer als Sommer- und der andere als Winterpavillon funktioniert. Im Sommergebäude befinden sich geschlechtergetrennte Umkleidekabinen, Duschen und WC’s. Auch eine Bar, ein kleiner Abstell- und Technikraum sind vorhanden. Im Winterbereich sind ein Restaurant mit Ganzjahresbetrieb, WC’s, Umkleidekabinen für das Personal, ein Technikraum und die Sauna untergebracht.
Die Gebäude sind leicht zu einander versetzt und spielen so mit der Wahrnehmung des Betrachters und der Drehung der Körper im Raum. Wenn man frontal auf die Badi zu läuft sind die Stützen nur als feine Linien erkennbar, welche mein Gebäude gliedern. Ändert man jedoch seine Position, wird aus der scheinbaren Linie plötzlich eine sehr viel raumhaltigere Stütze. Auch der Schatten der Stütze, sowie der Abstand zwischen den beiden Pavillons verhalten sich gleich.
Da für mich das Erlebnis des Badens nicht erst mit dem Sprung ins Wasser beginnt spielt für mich auch der Weg eine wichtige Rolle. Mein neuer Hauptweg führt den Besucher von der Bushaltestelle zwischen den Sportanlagen hinunter bis zur Wiese. Dabei ist das Schimmern des Sees durch die Struktur hindurch schon leicht erkennbar. Auch die Autos und Fahrräder werden am oberen Rand der Anlage platziert, um die Leute zu Fuss hinunter zu führen. Der Belag wechselt dabei bewusst von Asphalt zu Kies um das Tempo des Besuchers zu verlangsamen. Betreten werden die beiden Gebäude über je einen Eingang. Da es in der Horwer Bucht auch viele Spaziergänger gibt, die das Naturschutzgebiet besuchen ohne baden zu wollen, führt ein Weg um die Liegewiese herum. Meine stark orthogonale Struktur steht im Gegensatz zum natürlich gewachsenen organischen Umfeld und erzeugt so einen Kontrast.

STATIK
Nach der letzten Kritik habe ich mich entschieden aus der Doppelstütze keine Einzelstütze zu machen und diese nach dem Kräfteverlauf zu formen, da es dem filigranen Ausdruck meines Gebäudes nicht entsprechen würde. Wichtiger war es mir zu versuchen mein Projekt auf die Spitze zu treiben. Aus diesem Grund habe ich versucht die Stützen so schlank wie möglich auszubilden, damit sie von Weitem nur als feine Linien war genommen werden. So ist es mir möglich den Querschnitt der Holzstützen auf die Abmasse 8x10cm zu reduzieren. Die Doppelstützen werden an zwei Stellen miteinander verbunden. Daher nehme ich den Kräftefluss mit der Bodenplatte auf, welche als Scheibe ausgebildet wird und die Konstruktion so stabilisiert. Diese setzt dort an, wo die Kraft am grössten wird. Je höher dieser Punkt liegt, an dem die Scheibe angreift, desto stabiler wird mein Skelett. Dies war ein weiterer Grund meine Bodenplatte mehr als einen Tritt vom Boden abzusetzen.
Zusätzlich wird jede der äusseren Doppelstütze einzeln über einen Stift mit einem Punktfundament verbunden und so biegesteif eingespannt. Ergänzend verhindern partiell gesetzte Streifenfundamente die Torsion.
Da die Aussteifung bei beiden Körpern über das Skelett funktioniert, sind meine Wände nichttragend und frei setzbar. Im Sommerpavillon beplanke ich meine Stützen beidseitig und kann so den Zwischenraum als Steigzonen benutzen. Damit der Innenraum als ein Aussenraum erlebbar wird sind meine Wände hier sehr dünn und nicht bis unter die Decke geschlossen. Im Winterpavillon verwende ich vorgefertigte Elemente die ich zwischen das Stützenraster stelle. Nach aussen bleibt der Rhythmus der Stützen vorhanden.

GT
Wie schon erwähnt, werden im Winter aus ökologischen und ökonomischen Gründen nicht beide Gebäude betrieben. Der Sommerpavillon wird im Herbst in den Winterschlaf versetzt. Um die Leitungen dabei vor allfälligen Frostschäden oder anderem zu schützen, müssen die Leitungen entleert werden.
Die Entwässerung löse ich versteckt indem die Dächer sich leicht zur Mitte neigen. Die Fallrohre ziehe ich dann an den Stützen nach unten.
Im Wintergebäude müssen die Leitungen für die Sauna vom Technikraum bis nach vorne gezogen werden. Die Leitungen werden dabei unterirdisch in einem Schacht geführt, welcher ein Gefälle von 2% hat und über dem Wasser aus der Erde austritt. Um auch hier die Frostsicherheit von über 5 Grad zu gewährleisten führen 2 der 5 Rohre Warmwasser. Das Restaurant wird mit Bodenkonvektoren geheizt.


Student

Michelle Anliker
Universität / Fachhochschule

Hochschule Luzern
Technik und Architektur
Technikumstrasse 21
6048 Horw
041 349 33 11

Schwarzplan Horw Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Schwarzplan Horw
Situation_1.1000 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Situation_1.1000
Situation_1.150 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Situation_1.150
Dachaufsicht_Sommerpavillon_1.150 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Dachaufsicht_Sommerpavillon_1.150
Ansicht_Sommerpavillon_1.150 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Ansicht_Sommerpavillon_1.150
Dachaufsicht_Winterpavillon_1.150 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Dachaufsicht_Winterpavillon_1.150
Ansicht_Winterpavillon_1.150 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Ansicht_Winterpavillon_1.150
Detailausschnitte_Sommerpavillon_1.20 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Detailausschnitte_Sommerpavillon_1.20
Detailausschnitte_Winterpavillon_1.20 Ein Strandbad mit Sauna in Horw von
Detailausschnitte_Winterpavillon_1.20