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DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall
OBBÜRGEN

Rüssli Architekten AG
Dipl. Arch. ETH SIA

Tennishalle Fensterfront © Fotograph; Leonardo Finotti / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 LuzernSituation Aufsicht © Fotograph; Leonardo Finotti / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 LuzernAussenplatz © Fotograph; Leonardo Finotti / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 LuzernDachdetail © Fotograph; Marc Theis / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 LuzernEcke Fensterdetail © Fotograph; Leonardo Finotti / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 LuzernEingangssituation © Fotograph; Leonardo Finotti / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 LuzernTennishalle innen © Fotograph; Leonardo Finotti / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 LuzernAnsicht Südfassade © Fotograph; Leonardo Finotti / Rüssli Architekten AG Dipl. Arch. ETH SIA Pilatusstrasse 3a CH-6003 Luzern
Kategorie:
Sport und Freizeit
Fertigstellung:
2017
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
3
Parkplätze:
113
Geschossfläche:
9500 m²
Nutzfläche:
2007 m2
Gebäudevolumen:
28'000 m³
Gebäudekosten BKP 2:
14 Mio. CHF

BERGKRISTALL AUF DEM BÜRGENSTOCK
Hier befinden sich die beiden Tennis- und Eventhallen – die polygonale Dachform gab ihnen den Namen Diamond Domes. Sie sind Teil des Hotel- und Tourismus-Gruppe auf dem Bergrücken des Bürgenstocks im Kanton Nidwalden (Obbürgen, Schweiz). Die bauliche Geschichte dieses Standorts lässt sich bis 1872 zurückverfolgen. Mit der neuen Besitzerin, die Katara Hospitality Switzerland AG, setzte 2011 eine Modernisierungswelle ein.

STUDIENAUFTRAG GEWONNEN
Der Studienauftrag im Jahr 2010 für die Neugestaltung der Tennisanlage inklusive Clubhaus orientierte sich an der Gestaltung der vor über 100 Jahre entwickelten Anlage. Die Idee der neuen Anlage beinhaltete zwei symmetrisch angeordnete Tennishallen, welche in ihrer Mitte einen Aussenplatz umfassen. Die Tennishallen sollen als markantes Element in der Hanglage stehen. Die aussergewöhnliche Überdachung in Glas erinnerte mit dem grossen Volumen an Pavillions in der Form eines Diamanten oder Kristalls. Die Anlage ragte über die Servicestrasse hinaus und schaffte so eine gedeckte Gallerie mit Zugang zum Werkhof und der öffentlichen Einstellhalle. Die Grosszügigkeit der Zufahrt wurde dadurch nicht eingeschränkt.

Das historische Clubhaus lag schon vor 100 Jahren an der Strasse. Im neuen Clubhaus sollte die Organisation der Clubräume, wie Garderobe und Empfang, zentral beim Eingang vorgesehen werden. Der Vorplatz wurde in die neu gestaltete Fussgänger-Zone integriert und unterstrich den angestrebten, verkehrsberuhigten Charakter des Bürgenstock Resorts.

Aus der Weiterbearbeitung des gewonnenen Studienprojektes entwickelte sich ein neues Projekt mit der gleichen Grundidee – den kristallförmigen Hallendächern. Die neue Anlage besteht heute aus zwei symmetrisch angeordneten Tennishallen, welche mittig den Aussenplatz umfassen. Dieser kann im Winter zu einem Eisfeld umfunktioniert werden. Die Tennishallen stehen als markante Elemente in der Hanglage.

Die Anlage ragt über die Servicestrasse hinaus und schafft so eine gedeckte Galerie mit Zufahrt zu Werkhof und öffentlicher Einstellhalle und integriert diese unauffällig in das Gebäudevolumen.

BEHUTSAM GEFORMT UND MATERIALISIERT
Die Gebäudeteile sind symmetrisch, um einen zentralen Außentennisplatz, organisiert. Zwei identische Tennishallen mit kristallförmigen Dächern begrenzen den Platz an dessen Querseiten. Ein Clubhaus mit Bar, Garderobe und Rezeption bildet den Abschluss an der bergzugewandten Längsseite. Von der Konzeption der historischen Anlage abweichend, bei der das Clubhaus an der Straße lag, wurde es unter die Straße verlegt und erschließen es vom Straßenniveau über einen Eingangspavillon. Die Servicestraße für Anlieferungen und das Parkhaus verstecken sie unter dem Platz und den Hallen, so dass die Spieler vom Verkehr nicht gestört werden.

Die Hanglage der Anlage ist auf pragmatische Weise. Der Gebäudekomplex wirkt so konzipiert, als ob man eher angenehm aus ihm heraus ins Tal und auf die gegenüberliegenden Bergketten blicken, als ihn vom Tal aus bewundern soll. Die Fassaden sind in Anlehnung an die historische Bauweise des Resorts in Naturstein ausgeführt. Ursprünglich wurde die „fünfte Fassade“ transparent aus Glas konzipiert. Auf Wunsch des Bauherrn wurden die Kassetten der polygonalen Balkenkonstruktion des Daches aber letztendlich mit Aluminum-Elementen verkleidet.

Bei der Form und Materialität wurde auf eine natürlich anmutende Zurückhaltung gesetzt. Hervorzuheben sind die rauten-förmigen, metallenen Bedachungselemente. Die sichtbaren Fassadenelemente sind mit Naturstein verkleidet. Im Inneren offenbart sich das filigrane Holztragwerk. Die frei tragende Dachkonstruktion spannt sich über einen rechteckigen Grundriss von 22 Metern Breite und 37 Metern Länge. Ihren Namen verdanken die Hallen der Dachkonstruktion, die durch ihr Rautensystem in verschiedenen Dachneigungen an einen Bergkristall erinnern soll. Die Auflagerung ist mit 4,2 Metern hohen Brettschichtholzstützen gelöst , wobei ergänzend dazu Betonwände an der Nord-, West- und Ostseite hochgezogen wurden.

Zudem sollten die Lösungen den ökonomischen Möglichkeiten der Beteiligten entsprechen. Die Architektur verlangte über die verschiedenen Dachneigungen hinaus eine zusammenführende Rautenkonstruktion – zusätzlich mit dem Wunsch, auf sichtbare Stahlteile zu verzichten. Dies alles bedingte eine sehr kleine Masstoleranz.

MULTIFUNKTIONALITÄT SPORTLICH UMGESETZT
Im Sommer wird die Halle durch Lüftungsöffnungen in der Fassade und im Dach be- und entlüftet. Die Halle kann ebenfalls als Eventhalle genutzt werden. Der Tennis-Aussenplatz kann im Winter zu einer Curling-Anlage mit vier Rinks umgestaltet werden und ermöglicht so eine multifunktionale Nutzung der Anlage.

Die sichtbaren Gebäudeteile wie Eingangspavillon, Tennishallen und die Südfassade des Clubbereichs zum Aussenplatz hin sind mit Naturstein verkleidet. Der Dolomiter-Muschelkalk erinnert an den vorhandenen Fels auf dem Bürgenstock und passt sich den restlichen Bauten und deren Steinverkleidungen an.

Die Tennishallen werden grosszügig durch eine Structural-Glazing-Fassade natürlich belichtet. Die Dachpaneele sind in Aluminium-Verbundplatten ausgeführt und farblich auf den Stein abgestimmt. Somit runden sie das exklusive Erscheinungsbild der Gesamtanlage ab.

In der Innenausstattung ist der Fokus auf das Thema Tennis und Design gelegt worden. Einfache Materialien, wenige akzentsetzende Farben und elegante Möbel runden das Gesamtbild ab.

Die Materialisierung der Hallen sah isolierte, transluszente Stegplatten vor. Sie sollten ein blendfreies Tennispiel ermöglichen. Im Sommer wird die Halle durch Lüftungsflügel be- und entlüftet werden. Der Tennis-Aussenplatz kann im Winter zu einer Curling-Anlage mit vier Rinks umgestaltet werden oder als Eisfeld und ermöglicht so eine multifunktionale Nutzung.

HISTORISCHES CLUBHAUS – ANGEPASST AN NEUE HERAUSFORDERUNGEN
Das historische Clubhaus, damals auf Strassenniveau gelegen, wird jetzt unter die Flaniermeile des Resorts gelegt und steht somit in direkter Verbindung mit den Hallenplätzen und dem Aussenplatz. Der Eingangsbereich des Clubhauses liegt zentral zwischen den beiden Hallen. Im neuen „Clubhaus“ sind die Clubräume wie Bar, Garderobe und Empfang zentral organisiert. Im gesamten Clubhaus sind die Böden in Ramflex, einem Gummigranulat, ausgelegt. Dies erleichtert das Zirkulieren der Sportler während des Winters. Somit gelangt man ohne Probleme im Winter mit den Eislaufschuhen von den Garderoben zum Aussenplatz. Schwellenlose Übergänge und eine Liftanlage erleichtern den Eintritt für tennisinteressierte Besucher mit Handicap.

SPIEL SATZ UND SIEG

Publikation
https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Tennisclub_bei_Luzern_von_Ruessli_Architekten_5250428.html
https://www.gooood.cn/tennis-event-hall-by-russli-architekten-ag.htm
https://www.holzbau-schweiz.ch/de/first/magazine-online/detail/?tx_hbchmagazin_article%5Barticle%5D=1061&tx_hbchmagazin_article%5BbackPid%5D=58&tx_hbchmagazin_article%5BforceSession%5D=1&cHash=b04ff93718764e54b25c37f03db80df5
https://www.swiss-architects.com/de/architecture-news/bau-der-woche/diamond-domes

Architekt/Planer

Rüssli Architekten AG
Dipl. Arch. ETH SIA
Pilatusstrasse 3a
6004 Luzern
041 226 21 81
Landschaftsarchitekt

HKK Landschaftsarchitektur GmbH
Landschaftsarchitekten AKH
Voltastrasse 31
60486 Frankfurt am Main
+49 69-1539 237-60
Innenarchitekt

MKV Design
Swiss Office
Pilatusstrasse 26
6003 Luzern
+41 41 226 45 63
Spezialist

Neue Holzbau AG
Obseestrasse 11
6078 Lungern
041 679 70 80
Bauherr, Bauherrenvertreter, Projektmanager

The Bürgenstock Selection
Katara Hospitality Switzerland AG
Bahnhofplatz
Zug 6300
+41 41 612 60 00
Generalunternehmer

Medava + Partner GmbH
Nähseydi 6
6374 Buochs
+41 41 624 66 66
Spezialist

Besmer & Brunner GmbH
Neumattstrasse 16
6417 Sattel
041 836 80 50
Spezialist

Brawand Zimmerei AG
Grindelwaldstrasse 64
3818 Grindelwald
+41 33 853 43 36

Situationsplan DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Situationsplan
Grundriss Erdgeschoss DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Untergeschoss 1 DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Grundriss Untergeschoss 1
Grundriss Untergeschoss 2 DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Grundriss Untergeschoss 2
Schnitt / Westansicht DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Schnitt / Westansicht
Querschnitt DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Querschnitt
Südansicht DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Südansicht
Dachaufsicht DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Dachaufsicht
Dachdetail DIAMOND DOMES Tennis- & Eventhall von Dipl. Arch. ETH SIA<br/>
Dachdetail