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Culinarium Arlesheim
Altenmatteweg 2, Arlesheim

Kategorie:
Büro und Verwaltung
Fertigstellung:
2017
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
3
Untergeschosse:
2
Parkplätze:
56
Grundstücksfläche:
2011 m²
Geschossfläche:
4707 m²
Nutzfläche:
2590 m2
Gebäudevolumen:
19'122 m³
Gebäudekosten BKP 2:
12 Mio. CHF

Architekt/Planer

Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Altenmatteweg 2
4144 Arlesheim
061 599 17 80
Bauherr

Dürenmatt Immobilien AG
Rathausstrasse 27
4410 Liestal
Generalplaner

SOLVO Bauprojekt AG
Rathausstrasse 27
4410 Liestal
061 921 49 90
Bauherrenvertreter

Futuro Immobilien AG
Postplatz 1
4144 Arlesheim
061 702 01 10

Neubau Gewerbegebäude Culinarium Arlesheim

Projektentwicklung
Die Gemeinde Arlesheim ist im Besitz des Grundstücks an der Talstrasse. Die Lage ist recht prominent, da sie neben der Siedlung „In der Schappe“ den Eingang zum dichteren Siedlungsgebiet der Gemeinde markiert. Sie wollte das Grundstück im Baurecht an einen Investor abgeben und mit dem Behalt des Grundstückes auch eine hohe städtebauliche Qualität einfordern. Die Futuro Immobilien AG wurde mit dem Verkauf des Grundstücks im Baurecht beauftragt. Zusammen mit der Dürenmatt Immobilien AG und einer Gruppe von Mietinteressenten entwickelte sie das Konzept eines Culinariums. Auf Empfehlung gelangten sie an Fox Wälle Architekten SIA für eine Projektstudie. Die Aufgabe wurde durch die Bauherrschaft, durch das bestehende Konzept „Culinarium“, sehr klar formuliert. Nicht die architektonischen Komponenten wurden formuliert, sondern die Funktion eines Gebäudes, welches einen eigenen architektonischen Ausdruck mit Wiedererkennungswert haben soll und auf die Bedürfnisse des Nutzungskonzepts zugeschnitten ist. Der in rund zwei Monaten erarbeitete Entwurf wurde von der Bauherrschaft positiv aufgenommen und das Büro Fox Wälle Architekten SIA mit der weiteren Bearbeitung bis und mit der Ausführungsplanung beauftragt.


Nutzungskonzept
Das Nutzungskonzept eines „Culinarium“, welches dem Gebäude auch den Namen gab, basiert auf dem Zusammenbringen von Mietern, welche zwar separate Mieter sind, untereinander jedoch so vernetzt sind, dass die Geschäftsfelder ineinanderfliessen. Das gemeinsame Interesse ist ein kulinarisches Angebot zu bieten, welches sich ums Essen, Drinken und Kochen dreht. Erdgeschoss und 1. Obergeschoss soll dieses Angebot in einem zusammenhängenden Bereich haben. Dabei betreibt die auf Grund des Gebäudes so benannte Culinarium AG ein Bistro. Neben dem Bistro im Erdgeschoss befindet sich die Schaubrauerei Arlibrau AG. Der Bistrobereich ist unterteilt in einen bedienten Restaurant-Bereich und einem Selbstbedienungs-Bereich, der sich der Schaubrauerei zuwendet. Ein kleiner, gegen Süden gerichteter Aussenbereich erlaubt bei schönem Wetter auch ein Rausstuhlen.

Im Erdgeschoss befindet sich auch die Produktionsküche der Culinarium AG. Daneben wird der Gastroküchen-Anbieter Heer AG seine Küchenausstellung haben. Dabei werden die aktuellen Geräte in der Produktionsküche im vollen Betrieb von den Kunden begutachtet werden können.

Der Hauptbereich im Erdgeschoss bildet aber die Regionalvertretung der Weber Grill AG, mit ihrem „House of Weber Grill“. Hier kann man neben alle Arten von Grills, auch Zubehör und andere Kochutensilien erstehen.

Im 1. Obergeschoss befindet sich der Event-Raum der Culinarium AG. Hier finden Koch- und Grill-Kurse statt. Eine Terrasse erlaubt das Kochen im Freien direkt vom Event-Raum aus. Ebenso im 1. Obergeschoss befindet sich die Küchenausstellung der Meier & Tüscher AG, welche Wohnküchen verkauft und einbaut. Neben dem Eventraum hat auch die Futuro Immobilien AG weitere Büroräumlichkeiten.

Im 2. Obergeschoss macht sich das Gesundheitszentrum MAX die hohen Räumlichkeiten für ein Fitnesscenter zu Nutze, welche durch das Sheddach entstehen. Das Büro Fox Wälle Architekten SIA wird ebenfalls in eine kleine Mietfläche im 2. Obergeschoss einziehen.


Entwurf
Das Gebäude wird durch eine skulpturale Form gebildet, welche architektonische Nutzung abbildet. Die Ausformulierung der Fassade ist sehr feingliedrig, aber auf äusserste Minimalität bedacht. Mit geringen, aber klar definierten Eingriffen, wird eine architektonische Erhöhung erreicht. So neigt sich die Fassade an der Einfahrtsstrasse zum Dorf dem Betrachter entgegen. Ein vertikales Band, welches den Haupteingang zu den Bürogeschossen markiert, wird die Fassadenneigung nochmals erlebbar gemacht. Zum Dorf hin knickt die Fassaden nochmals zum Betrachter hin, was dem Gebäude eine klare Ausrichtung zum Dorf hingibt. Dort befindet sich auch der Haupteingang zu den Läden. Dieser wird durch eine zweigeschossige Auskragung des Baukörpers markiert. An der Frontfassade mit Haupteingang ist ein rostiger Terrassenkörper eingeschoben, welcher sich dramatisch von der scharfen weissen Glas-Metall-Fassade abhebt. Der Terrassenkörper ist mit gelochten Metallplatten in cortenstahl-optik eingekleidet. Die Lochung bildet dabei den Schriftzug und das Logo des Culinarium. Die Metallplatten lassen sich torartig hochfalten, womit der geschlossenen Körper geöffnet werden kann.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse befinden sich die Anlieferung und die Einfahrt zur zweigeschossigen Autoeinstellhalle. An etwa der Gebäudemitte der Längsfassade laufen die beiden Fluchten der unteren Geschossen und des 2. Obergeschosses auseinander, so, dass sich durch die Auskragung des 2. Obergeschosses, eine gedeckte Anlieferung bildet.

Die beiden Treppenhäuser, das Haupttreppenhaus im Osten und das Fluchttreppenhaus im Norden werden an den Fassaden mit einem Materialwechsel zum dunkelgrauen Verputz markiert. Diese vertikalen Elemente verstärken den Ausdruck der Glas-Metall-Fassade.

Das Dach hat einen flachen Teil und ein Sheddach. Das Sheddach überhöht die Fassadenhöhe am südlichen Eingang nochmals und gibt dem Gebäude nochmals eine Ausrichtung zum Dorf hin.

Die Glas-Metall-Fassade bildet ein Raster von 1.25 m, welcher für eine ideale Bürounterteilung sorgt. Der Raster wird durch feine Metallrahmen in Weiss gebildet. Brüstungs- und Sturzgläser bilden ein flächenbündiges Erscheinungsbild. Ein Rasterdruck auf den Vorsatzgläsern, welcher den Übergang von Transparent zu Opak in Weiss bildet, bringt die Gebäudeecken und die Geschossdecken zum Schimmern. Dieses Verschwimmen und Schimmern der Gebäudekanten ist ein sorgfältig erarbeiteter Effekt.


Arlesheim, 25.02.2018
Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Philippe Wälle Dipl. Architekt M.S. FH SIA

Publikation
Dienstleistungszentrum Culinarium Arlesheim und Mehrfamilienhaus Chrüzmatt Sissach Bauen und Wirtschaft - Architektur der Region im Spiegel - Nr. 326/17 "Zentral gelegen, mit hohem Wiedererkennungswert" von Anette Sommer
"Willkommen im Haus der Genüsse", Birs Magazin Ausgabe Winter 04/2017


Schwarzplan 1:1000 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Schwarzplan 1:1000
Situation 1:500 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Situation 1:500
2. Untergeschoss 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
2. Untergeschoss 1:200
1. Untergeschoss 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
1. Untergeschoss 1:200
Erdgeschoss 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Erdgeschoss 1:200
1. Obergeschoss 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
1. Obergeschoss 1:200
2. Obergeschoss 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
2. Obergeschoss 1:200
Schnitt A-A 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Schnitt A-A 1:200
Schnitt B-B 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Schnitt B-B 1:200
Ostfassade 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Ostfassade 1:200
Südfassade 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Südfassade 1:200
Westfassade 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Westfassade 1:200
Nordfassade 1:200 Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Nordfassade 1:200
Fassadenschnitte I + II Culinarium Arlesheim von Fox Wälle Architekten SIA GmbH
Fassadenschnitte I + II