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Collège des Pâles
Chemin des Pâles 57, Lutry

Kategorie:
Unterricht, Bildung und Forschung
Fertigstellung:
2016
Gebäudeanzahl:
2
Stockwerke:
2
Untergeschosse:
2
Anzahl Wohnungen:
1
Grundstücksfläche:
7700 m²
Nutzfläche:
2876 m2
Gebäudevolumen:
24'951 m³

Alles im Blick


Das Waadtländer Büro Pont 12 Architekten hat die Kantonsschule Les Pâles in Lutry renoviert und erweitert. Hinter einer zweifarbigen Holzfassade verbirgt sich nun ein noch kompakteres Gebäude mit hoher Energieeffizienz. Durch die Wahl organischer Formen und dem Bekenntnis zu mehr Farbe haben die Architekten versucht, eine Brücke zu der Umgebung und dem bestehenden Gebäude zu schlagen.


Oberhalb von Lutry, inmitten einer Villengegend in den Weinbergen von Lavaux, befindet sich ein Schulgebäude aus den 1970er- Jahren. Das von den Architekten Eric Musy und Paul Valloton entworfene Bauwerk wurde nach dem C.R.O.C.S.-Bausystem errichtet. Es handelt sich dabei um eine Konstruktion mit serienmässig vorfabrizierten Elementen, mit der es möglich war, die Kosten zu minimieren und auch die Flexibilität und Qualität der Gebäudestruktur zu gewährleisten. Die Ausstattung der pavillionartigen Bauten war einfach und zweckmässig, musste aber saniert werden. Zu diesem Zweck gab die Gemeinde Lutry den Auftrag für einen Wettbewerb im Einladungsverfahren. Das Architekturbüro Pont 12 überzeugte mit dem Vorschlag, das bestehende Gebäude zu renovieren, aufzuwerten und um ein zusätzliches Volumen zu erweitern, dies unter Berücksichtigung der ursprünglichen Charakteristiken des Schulkomplexes.

Veränderung –Schritt für Schritt
Die Stärke des Eingriffs von Pont 12 basiert auf die klare Haltung, eine sanfte, stufenweise Renovierung durchführen zu wollen. Bei dieser schrittweise durchgeführten Metamorphose ging es in erster Linie um die Gebäudehülle und die Energieeffizienz. Ausserdem sollten die Zugänge verbessert und sicherer werden, wobei sie harmonisch in den umgebenden Wohn- und Weinbaukontext eingefügt werden sollten. Durch die schrittweise Abwicklung dieses zweijährigen Projekts konnten die mit der Arbeit verbundenen Störungen reduziert werden. Ein Grossteil der Arbeiten konnte in den Schulferien verrichtet werden. Da die ursprüngliche architektonische Lösung jeglichen Überbau in die nahe gelegenen Privatgrundstücke ausschliesst, wurde die Erweiterung des Eingangs zum Schulkomplex nach innen gerichtet. Dies gilt im gleichen Masse für die neue Cafeteria/Mensa, die wichtigste Erweiterung bei diesem Projekt, was durch eine Reduzierung der Eingangsfläche zum Pavillon 1 möglich wurde. Die zweite, bescheidenere Erweiterung betrifft das Verwaltungsgebäude. Unter Rücksichtnahme auf den Kontext und im Sinne einer sanften Integration neuer architektonischer Elemente in die bestehende Architektur
haben die Planer die ursprüngliche Bautypologie respektiert.

Eine ausdrucksstarke Fassade
Auf dem Gelände mit einer Gesamtfläche von 7007 Quadratmeter wurde zunächst eine komplette Bestandsaufnahme gemacht, um so die statische Sicherheit der Gebäude gewährleisten zu können, bevor die alten Fassadenplatten entfernt wurden. Um die Kosten der Renovierung möglichst niedrig zu halten, entschieden sich die Architekten für eine Hülle, welche die vorhandenen Proportionen der Öffnungen berücksichtigt. Das Gebäude wird geprägt durch eine Fassadenverkleidung aus kesseldruckimprägnierten Weisstannenstäben und dem Farbenspiel der Fassaden. Sie setzen die vorhandenen Farbschattierungen des Sees und der nahe gelegenen Weinberge fort, wodurch sich ein einzigartiges Farbenspiel ergibt, das je nach Blickrichtung auf der einen Seite blau und auf der anderen grün ist. Dieser Prozess erzeugt, je nach Position des Betrachters, einen kinetischen und dynamischen Eindruck. Der gesamte Innenbereich wurde aufgefrischt, einige Räume wurden während der Arbeiten auch in ihrer Grösse redimensioniert. Der Materialität und Farbe der Gemeinschaftsräume schenkten die Architekten ein besonderes Augenmerk. Das schlichtes Gelb, Türkisblau und das bereits bestehende Orange der Sporthalle sind Farbtöne, die perfekt zur Zweifarbigkeit der Aussenfassaden passt. Innerhalb des Gebäudes wird die Farbe dann zu einem gemeinsamen Nenner. Sie zieht sich bis in die Cafeteria, bis hin zu den runden Akustikplatten in Pastelltönen, die dem Raum eine leichte und fröhliche Note verleihen. Dieses spielerische Element findet sich auch diskret in den Klassenzimmern wieder: so verbergen beispielsweise die grünen und perforierten Bleche den Lufteinlass der Lüftungskanäle, eine Idee, die von USM Büromöbeln «entliehen» wurde. Auch die abgehängten Decken wurden ersetzt, ein dunkler Teppich bedeckt heute die Böden. Alle Beleuchtungskörper in den Gemeinschaftsräumen wie auch ausserhalb des Gebäudes haben eine organische Form.

Der Schulhof trägt zum symbolischen Spiel bei
Abschliessend haben die Architekten eine besondere Aufmerksamkeit auf die äussere Organisation der Pavillons und den Schulhof gerichtet. Nachdem die intelligente Anordnung den gesamten Gebäudekomplexes aufgewertet hat, wurde die Anlage aufgrund des durchgehenden Asphaltbelages in ihrer Materialität zusätzlich zusammengefasst. Auf der Seite des Schulhofes entstand einen neue Topografie, die durch kleine lustige «Spielhügel» ins Auge fällt. Auf kleinen Wölbungen und Dellen können die Kinder spielen. Auch die Aussenanlagen wurden, immer im Interesse der Wirtschaftlichkeit, leicht verändert. Die neuen Blumenbeete erhielten eine organische Form. Grünflächen und niedrige Pflanzenbeete wurden kostengünstig erhalten oder neu angelegt. Der Bau von kleinen, niedrigen Mauern aus Beton nimmt das ästhetische Vokabular desrInnenraums des Pavillons auf.


Text: Renzo Stroscio


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Architekt/Planer

PONT 12 Architectes SA


Rue Centrale 15
1022 Chavannes-près-Renens
021 341 99 10

Situationsplan Collège des Pâles von PONT 12 Architectes SA
Situationsplan
Erdgeschoss Collège des Pâles von PONT 12 Architectes SA
Erdgeschoss
Grundriss Südwest-Gebäude Collège des Pâles von PONT 12 Architectes SA
Grundriss Südwest-Gebäude
Grundriss Zentralgebäude Collège des Pâles von PONT 12 Architectes SA
Grundriss Zentralgebäude
Ansichten Collège des Pâles von PONT 12 Architectes SA
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