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Büro- und Produktionsgebäude
Albert-Einstein-Strasse 15-17, Winterthur

Bob Gysin Partner BGP Architekten ETH SIA BSA


Aussenansicht von der Platanenallee her © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurDämmerungsaufnahme Büro und Produktion Baltensperger © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurBaustellenfoto Holz-Modulbau © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurDämmerungssaufnahme Ensemble © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurEingang Bürogebäude 3-Plan © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurInnenraum Bürogebäude 3-Plan © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurKorridor Bürogebäude 3-Plan © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurRuheraum Bürogebäude 3-Plan © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurTreppe aus Baubuche Baltensperger-Büro © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurFassadendetail Produktionshalle Baltensperger © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurInnenraum Bürogebäude Baltensperger © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, WinterthurLounges Bürogebäude 3-Plan © Architektur: Bob Gysin Partner, Zürich; Fotografie: Dominique Marc Wehrli, Winterthur
Kategorie:
Industrie und Handel
Fertigstellung:
2017
Gebäudeanzahl:
3
Stockwerke:
7
Untergeschosse:
1
Parkplätze:
103
Grundstücksfläche:
12'700 m²
Geschossfläche:
12'900 m²
Gebäudevolumen:
32'000 m³
Gebäudekosten BKP 2:
24.6 Mio. CHF

EIN ENSEMBLE FÜR ZWEI AUFTRAGGEBER

Die prägenden Parameter des Ortes werden als Katalysatoren für den Entwurf genutzt und mit den betrieblichen Anforderungen in Einklang gebracht. Die rhythmische Struktur der Plantanenallee prägt die Visibilität vom Gleisfeld her. Die einzelnen Nutzungen sind in drei differenzierten Volumen zusammengefasst. Sie spannen die unterschiedliche Freiräume auf, die beide Unternehmen attraktiv adressieren.
Die 100 Meter lange Produktionshalle der Zimmerei Baltensperger AG fasst den Raum entlang der Frauenfelderstrasse. Im rhythmischen Zusammenspiel von Fassade, Struktur und Platanenallee entsteht an diesem Eingangstor Winterthurs ein Gebäude von hohem Identifikationswert.

Richtung Gleisfeld ist das Volumen durch ein höheres Kopfgebäude als Adresse erkennbar. Das fünfgeschossiges Bürogebäude der Baltensperger AG markiert deren Standort.
Der Neubau der 3-Plan Haustechnik AG spannt mit der Setzung als flankierender Hochpunkt einen Platz auf, welcher eine klare Ankunftssituation und Adressierung schafft. Hier liegen die gemeinschaftlich genutzten Bereiche wie Cafeteria und Aula. Gestalterisch differenziert sich dieses Volumen vom Produktionsbetrieb und ist als eigenständiger Bestandteil der Anlage erkennbar.

Die Fassaden bringen die Individualität der einzelnen Gebäude und die verschiedenen Bedürfnisse zum Ausdruck, sind aber gleichzeitig durch das in unterschiedlicher Form wiederkehrende Lamellenmotiv und die horizontale Gliederung miteinander verwandt. Mit der Zeit werden die Lamellen unterschiedliche Graustufen durchlaufen und mit den Glasfaserbetonelementen und der lasierten Lattung neue Farbspiele erzeugen.

NACHHALTIGE KONSTRUKTION

Die unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien der drei Gebäude sind alle individuell aus den spezifischen Nutzungsanforderungen und städtebaulichen Rahmenbedingungen entwickelt. Die Qualität der Grundrisse und Räume leiten sich aus dem klaren Gebäude-Raster und der Konstruktionsart ab. Eine einheitliche und hochwertige Materialisierung unterstützt den Ausdruck einer gewissen Rohheit des Materials.
Die Zimmerei und Produktionshalle sind in einer Mischbauweise (Holz-Beton) ausgeführt, wobei diese grösstenteils aus Holzrahmenelementen besteht. Beton wurde nur dort, wo er statische Vorteile bietet, eingesetzt.

Das angrenzende Bürogebäude mit einer Fassadenbekleidung aus vorvergrauter Weisstanne, ist oberhalb des Umschlag-platzes in einer Holz-Modulbauweise konstruiert. Diese Bauweise erfüllt nicht nur ästhetische, sondern auch ökologische und ökonomische Anforderungen und ermöglicht eine deutliche Reduktion der Bauzeit. Im Innern gliedert die sichtbare Struktur aus Baubuche den Raum und schafft eine lebendige Atmosphäre. Die modulare Struktur bestimmt die kleinste Büroeinheit, die den Raum rhythmisiert, aber auch genug Flexibilität bietet, um Einheiten zusammenzulegen und unterschiedliche Be-dürfnisse aufnehmen zu können.

Der Beton-Skelettbau mit vorgehängten Glasfaserbetonelementen des 3-Plan Bürogebäudes kann in drei Zonen unterteilt werden: Den massiven, aussteifenden Kern, die konzentrische Zirkulationszone mit Kaffeenischen und den aussenliegen Open-Space Arbeitsbereich. Die Bereiche unterscheiden sich in ihrer Materialisierung und Farbgebung. Während der Kernbereich durch Sichtbeton, Anthrazitboden und Magenta-Akzenten als dicht und dunkel wahrgenommen wird, ist der Arbeitsbereich mit Hartsteinholzbelag und geweissten Oberflächen sanft und licht.
Aussen bilden die vorfabrizierten Module eine Struktur durch einen Raster. Abweichungen von diesem Systems generieren ein Spiel der Gestaltungselemente der Fassade.


CO2-NEUTRALES ENERGIEKONZEPT

Passive Massnahmen

Die Energieeffizienz eines Gebäudes beginnt mit passiven Massnahmen und Überlegungen. Diese Grundlage lässt sich danach umso besser mit ausgeklügelten Massnahmen durch die Haustechnik ergänzen. Damit kann man sich auf das Wesentliche und das Innovative konzentrieren, anstatt vermeidbare Planungsfehler des Grundprinzips auszumerzen.

Für eine optimale Nachtauskühlung nutzt das 3-Plan-Gebäude den Kamineffekt. Motorisch gesteuerte Lüftungsflügel im Bereich des Haupteingangs, in der Fassade hinter den Holzlamellen, und im Treppenhaus ermöglichen im Sommer und bei Bedarf eine natürliche Nachtauskühlung. Die Nutzer können mit einem manuellen Lüftungsflügel das Raumklima zudem individuell steuern. Der Fensterflächenanteil in der Holzfassade mit hinterlüfteten GFB-Elementen beträgt ca. 38%. Ein aus-senliegender Sonnenschutz mit Lichtlenkfunktion, schützt vor einer Überhitzung und lenkt gleichzeitig das Licht in den Innenraum. Dort wird das Tageslicht durch die weisse Lasierung der Betondecke gestreut und ideal genutzt. Die lasierten Sichtbetondecken ermöglichen eine optimale Aktivierung der Speichermasse. Sie schaffen, zusammen mit dem naturfarbenen Hartsteinholz, lebendige und differenzierte Arbeitsräume.

Aktive Massnahmen

Dank dem architektonischen und technischen Grundkonzept sowie einer intelligenten Steuerung der aktiven Gebäudehülle braucht das Gebäude wenig Energie von Aussen. So ist der Heizwärmebedarf der Bürogebäude um Faktor 2.5 (3-Plan) bzw. Faktor 1.7 (Baltensperger) tiefer als nach Energiegesetz. Das Besondere ist, dass die Gebäude Umgebungswärme (Luft) respektive Holzabfälle der Zimmerei nutzen. Sie kommen ohne fossile Energiequellen oder Erdwärme-, Fernwärme- oder Grundwassernutzung aus. Neben der Betriebsenergie wurde durch die Wahl der Materialien auch die graue Energie minimiert.

Das Herzstück des 3-Plan-Gebäudes bildet eine reversible Luft/Wasser-Wärmepumpe, die ein angenehmes Raumklima auch bei Tiefst- und Höchsttemperaturen sichert. Ein weiteres Puzzleteil in dem durchdachten Gesamtsystem sind die Heizkörper. Sie erkennen selbstständig, ob sie sich im Kühl- oder im Heizmodus befinden. Bei Bedarf schalten sie einen Ventilator zu. Der Strom zum Heizen und Kühlen wird durch die Fotovoltaikanlage erzeugt.
Die modulare Struktur beider Gebäude in Kombination mit dem Minergie-P Standard ermöglicht eine langfristig flexible und nachhaltige Nutzung der Gesamtanlage.

INNOVATIVER PROZESS: KOMBINATION VON BIM UND BAUHÜTTENPRINZIP

Durch frühe und reale Visualisierungen von Problemzonen oder Diskussionspunkten konnten innerhalb des Planungsteams rasch und konstruktiv Lösungen gefunden werden. Mit den intelligenten Aufbauten der Bauteile war gewährleistet, dass alle Planer mit den identischen Kennwerten arbeiten. Das führte zu einer hohen Planungsqualität.

Auch das Durchführen von energetische Simulationen hat sich im Gegensatz zu konventionellen Methoden stark vereinfacht.
Für den Holzbau der Fassade diente das digitale Modell als Grundlage für die Produktionsplanung der Elemente. Die einzelnen Elemente konnten direkt an die Maschinensoftware übertragen werden. Von dort gingen die Daten an das Abbundwerk, und wurden für den Zuschnitt und die Bearbeitung der einzelnen Bauteile verwendet.


Zertifikat
Miniergie-P

Architekt/Planer

Bob Gysin Partner BGP


Architekten ETH SIA BSA
Ausstellungsstrasse 24
8005 Zürich
044 278 40 40
Bauherr, HLK-Planer, Umweltplaner

3-Plan Haustechnik AG


Albert Einstein-Strasse 15
8404 Winterthur
052 234 70 70
Bauingenieur

Wetli Partner AG


Bauingenieure + Planer SIA
Stäffelistrasse 6
8409 Winterthur
052 242 47 40
Bauherr, Bauingenieur, Spezialist

Baltensperger AG


Hoch- und Tiefbau
Albert-Einstein-Strasse 17
8404 Winterthur
052 320 22 20

Situation Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Situation
Erdgeschoss Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Erdgeschoss
2./4. Obergeschoss Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
2./4. Obergeschoss
3. Obergeschoss Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
3. Obergeschoss
Schnitte Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Schnitte
Axonimetrie Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Axonimetrie
Fassadenschnitte Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
Fassadenschnitte
A0 Layout Büro- und Produktionsgebäude von Architekten ETH SIA BSA<br/>
A0 Layout