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Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg
Wartstrasse 71, Winterthur

Kategorie:
Unterricht, Bildung und Forschung
Fertigstellung:
2016
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
5
Untergeschosse:
1
Geschossfläche:
6181 m²
Nutzfläche:
4436 m2
Gebäudevolumen:
35'600 m³
Gebäudekosten BKP 2:
7.8 Mio. CHF

Hopf & Wirth Architekten

Unter einem Hut
Mit dem Ansturm von rund 4‘000 Lernenden pro Woche und allabendlicher Vereinsaktivitäten platzte die 6-fach Turnhalle der Berufsschule Winterthur aus allen Nähten. Dringend benötigt wurden neue Garderoben, Fitnessräume, ein Lehrpersonenzimmer, ein Zuschauerbereich, neue Fluchtwege und eine energetische Sanierung.
Mit der Aufstockung des Garderobentraktes und inneren Umbauten sind nicht nur die fehlenden Räume realisiert worden, sondern eine räumliche Grosszügigkeit, die einem öffentlichen Gebäude mit dieser Nutzungsdichte zusteht. Eine architektonische Herausforderung war das Verzahnen der formal und funktional auseinanderdividierten 80-er Jahre Architektur, mit ihren Strukturwechseln und ihrer hohen Installationsdichte, zu einem neuen Ganzen aus Raum, Struktur und Form, aus Alt und Neu.

Funktionale Effizienz
Die effizient organisierte Anlage von Architekt Max Krentel aus dem Jahr 1983 besteht aus zwei Gebäudeteilen: aus einem Stapel von drei Einzelturnhallen und einer Dreifachturnhalle, zusammengefasst in einer mit Welleternit verkleideten Shedhalle und aus einem additiv angefügten Massivbau des Garderobentraktes. Längskorridore auf jedem Geschoss und zwei quer dazu stehende Treppenhäuser mit Stichgängen zu den Turnhallen teilen den Massivbaukörper in aussen ablesbare, logisch strukturierte Teilkörper auf.

Luftiges Raumgefüge
Die neue Zuschauergalerie über dem Garderobentrakt im 2. Obergeschoss öffnet die Dreifachturnhalle nach Süden hin zu den lichten, durch Glas abgetrennten neuen Lehrer-, Fitness- und Theorieräumen mit Blick zum Brühlberg und verbindet mit den grossen Treppenöffnungen zum ersten Obergeschoss den Garderoben- und den Turnhallentrakt zu einer neuen räumlichen Einheit. Dieses luftige Raumgefüge eröffnet sich dem Blick nach der engen Eingangsituation im Erdgeschoss bereits auf dem ersten Treppenpodest. Es befreit das hoch frequentierte Gebäude aus seinem engen Korsett und gibt ihm den nötigen Raum zum Atmen.

Architektonische Einheit
Im Sinne des Weiterbauens wurde für die Erweiterung die Schnittfigur der Shedhalle verlängert, in eine neue Form übergeführt und auf die Struktur des darunterliegenden Garderobentraktes abgestimmt. Einen Hinweis auf eine Transformation liefern aussen nur die grosse Öffnung der Fluchtterrasse auf der Südseite und die aussenliegenden neuen Fluchttreppen. Innen wie aussen wurden Raum- und Tragstruktur, Materialien, Farben und Formen thematisch aufgenommen, behutsam transformiert, in eine neue Architektursprache übergeführt und die Nahtstelle zwischen Alt und Neu im Interesse der räumlichen Einheit und der Homogenisierung des architektonischen Ausdrucks bewusst verschliffen. Sichtbar wird diese Strategie an der Südfassade: Die Aufstockung verkrallt sich hier in den Zwischenräumen der bestehenden Kuben zu einer neuen Komposition aus dem gleichwertig entwickelten Vokabular aus Alt und Neu.

Strukturelle Verzahnung
Anzahl und Ort der bestehenden Installations-Steigzonen legten die Organisation der neuen Garderoben- und Haustechnikräume in drei Kernen nahe. Sie beherbergen die neuen, autonom funktionierenden Lüftungszentralen der Erweiterung und die aussteifenden Betonscheiben zur Einleitung der Horizontalkräfte auf die darunterliegenden Korridorwände. In Querrichtung dazu ist der neue Stahlbau mit den Knotenpunkten des bestehenden Raumfachwerkes des Hallendaches verbunden. Dieses mutiert über dem neuen Galerieraum zu Dreiecksträgern und über dem Lehrer- und Fitnessbereich zur Südfassade hin zu einfachen Trägern, die eingedeckt mit vorfabrizierten Holzelementen zu einem Pultdach auslaufen. Es entsteht ein räumliches Spiel von tanzenden Trägern, welche die Grundrissgeometrie des dreigeteilten Konstruktionsrasters der Turnhallen in die regelmässige Stützenstruktur an der Südfassade überführen und das Verzahnen des Turnhallentraktes mit dem Garderobengebäude räumlich-strukturell sichtbar machen.

Auftraggeber:
Baudirektion Kanton Zürich

Planerteam:

Architekt / Gesamtleitung: Hopf & Wirth Architekten, Rychenbergstrasse 2, 8400 Winterthur
Mitarbeitende: Ralph Oswald, Beat Stadelmann, Christian Müller, Kai Guhl

Bauleitung / Kostenplanung: Thomet Bauleitungen Partner AG, Augwilerstrasse 14, 8426 Lufingen

Bauingenieur: Schnewlyn + Küttel AG, Bauingenieure SIA/USIC, Bahnstrasse 41, 8400 Winterthur

Ingenieur Stahlbau: Gröber Ingenieurbüro, Tösstalstrasse 234, 8005 Winterthur

Ingenieur Holzbau: Krattiger Engeneering, Mattwilerstrasse 8, 8585 Happerswil

HLS-Ingenieur: 3-Plan Haustechnik AG, Fröschenweidstrasse 10, 8404 Winterthur

Elektro Ingenieur: Elektro-Design + Partner AG, Fröschenweidstrasse 10, 8404 Winterthur

Bauphysik: BWS Bauphysik AG, Hard 4, 8408 Winterthur

Kunst am Bau: Christopher T. Hunziker GmbH, HALDENGUET Stationsstrasse 5, 8903 Birmensdorf Zürich


Chronologie:
November 2010: Wettbewerb / Planerwahlverfahren
Dezember 2013: Regierungsratsbeschluss und Baueingabe
September 2014: Baubeginn
August 2015: Fertigstellung Turnhallen und Garderoben 1. Und 2. OG
November 2015: Fertigstellung Aufstockung
Januar 2016: Einweihung


Architekt/Planer

Hopf & Wirth Architekten ETH/HTL/SIA
Architekturbüro
Rychenbergstrasse 2
8400 Winterthur
052 212 58 20

Situationsplan Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Situationsplan
1. Untergeschoss Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
1. Untergeschoss
Erdgeschoss Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Erdgeschoss
1. Obergeschoss Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
1. Obergeschoss
2. Obergeschoss Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
2. Obergeschoss
Schnitt Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Schnitt
Ostfassade Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Ostfassade
Südfassade Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Südfassade
Westfassade Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Westfassade
Nordfassade Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Nordfassade
Dachkonstruktion Aufstockung Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Dachkonstruktion Aufstockung
Fassadenkonstruktion Aufstockung Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Fassadenkonstruktion Aufstockung
Fassadenkonstruktion Aufstockung Berufsbildungschule Winterthur, Erweiterung Turnhallen Rennweg von Architekturbüro<br/>
Fassadenkonstruktion Aufstockung