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Badmintonhalle Langnau am Albis
Sihltalstrasse 63, Langnau am Albis

Kategorie:
Sport und Freizeit
Fertigstellung:
2014
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
2
Parkplätze:
40
Grundstücksfläche:
9294 m²
Geschossfläche:
865 m²
Nutzfläche:
865 m2
Gebäudevolumen:
6428 m³
Gebäudekosten BKP 2:
2.51 Mio. CHF

Anlass für den Ausbau des etablierten Sportzentrums war der Wunsch, das Angebot um die immer beliebter werdende Sportart Badminton zu erweitern. Die räumliche und betriebliche Anbindung an die bestehende Infrastruktur mit Rezeption, Garderoben und Café stand dabei im Vordergrund. Ausgangslage des Entwurfs war die Notwendigkeit, den Neubau über dem existierenden Parkplatz im Süden der Anlage zu erstellen. Neben dem begrenzten Budget bestand eine weitere Herausforderung in der zügigen Abwicklung der Bauarbeiten, da diese den laufenden Betrieb und die Nutzung der Parkplätze stark einschränken würden. Als oberstes Ziel jedoch formulierte die Bauherrschaft, im Innern der Halle optimale Bedingungen für das Badmintonspiel zu schaffen. Bald stellte sich heraus, dass ein flacher, zur Umgebung hin offener Raum im Parkgeschoss im Gegensatz zu einem sehr hohen, geschlossenen Raum in Innern der Halle entstehen würde. Um die unterschiedlichen Anforderungen dieser übereinander liegenden Geschosse mit geeigneten Mitteln zu erfüllen, wählten wir zwei spezifische Konstruktionsmethoden. Das Tragwerk unter der Halle wurde als „Tisch“ aus vorfabrizierten, nicht gedämmten Sichtbeton - Elementen erstellt, die bei hoher Stabilität in kürzester Zeit vor Ort verbaut werden konnten. Die Halle selbst wurde als Stahlskelett mit isolierter Beplankung entworfen und im Werk für eine schnelle Montage optimiert. Hierbei definieren die Abmessungen der fünf nebeneinander angeordneten Badminton-Spielfelder den Rhythmus der primären Tragstruktur, der innen wie aussen lesbar bleibt. Im Parkgeschoss war es uns ein Anliegen, die statischen Anforderungen bei möglichst grosser Transparenz und Bezug zum Aussenraum zu erreichen. Dies führte uns dazu V-förmige Stützen zu entwickeln, die anstelle von Wandscheiben oder anderen sichtbehindernden Massnahmen die Aussteifung des Gebäudes in Querrichtung übernehmen. Bei der Gestaltung der Halle galt es, mit dem begrenzten auf der Parzelle zulässigen Bauvolumen sparsam umzugehen, woraus die polygonale Geometrie des Gebäudekörpers entstand. So erreicht die Halle lediglich über den Spielfeldern die geforderte lichte Höhe, fällt aber zur seitlichen Erschliessungsfläche mit Sitzbank steil ab. Somit wird umbautes Volumen tatsächlich nur dort generiert, wo es unerlässlich ist.
Um im Inneren der Halle optimale Spielverhältnisse zu erreichen, wurden Erfahrungen von Profispielern eingeholt und deren Empfehlungen umgesetzt. Die Recherchen ergaben, dass die Sichtbarkeit des Shuttles (Federballs) im Verhältnis des Kontrasts zum Hintergrund zunimmt. Um den hellen Ball von Wand, Decke und Boden optimal abzuheben, wurden alle inneren Oberflächen der Halle in mattem, nicht reflektierendem Anthrazit realisiert und das Sportparkett der Spielfelder dunkel gebeizt. Die Beleuchtung entspricht den Anforderungen professioneller Standards und ist stufenlos dimmbar jeweils rechts und links der Spielfelder auf idealer Höhe mit Filtern gegen Blendung montiert. An den schrägen Innenwänden dienen bedruckte Textilflächen der Schallabsorption und zur Beschriftung der Plätze. Die Anbindung des aufgestockten Verbindungstrakts im Obergeschoss an die bestehende Infrastruktur im Erdgeschoss erfolgt über eine neu erstellte Treppenanlage. Deren Brüstungen wurden dabei mit einem spezifischen Muster gestaltet, um bereits beim Eintritt in den Neubau eine charakteristische Identität zu schaffen. So repräsentiert die Perforation der Brüstungselemente die Flugbahnen der Badminton – Grundschläge (Smash, Drive, Drop etc.) und spart gleichzeitig Gewicht und Kosten ein. Auf der Ost- und Westseite der Halle sind raumhohe Bandfenster angeordnet. Diese bieten den Spielern einerseits blendfreie Aussicht, andererseits machen sie die Aktivitäten in der Halle für die Umgebung erlebbar. Da sowohl Bahn, Hauptstrasse als auch Wanderweg unmittelbar vor diesen Fenstern vorbeiführen, darf die Massnahme auch als unaufdringliche Werbung für die Sportart begriffen werden.

Architekt/Planer

Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA


Goldbrunnenstrasse 144 im Hof
8055 Zürich
044 241 65 55
Bauphysiker

Pirmin Jung Schweiz AG


Grossweid 4
6026 Rain
041 459 70 40
Bauingenieur

Biedenkapp Industriebau GmbH


Pettermandstr. 24
88239 Wangen
+49 (0) 7522 9702 33
HLK-Planer

Haustechnik - Engineering


Webereistrasse 55
8134 Adliswil
043 928 32 30
Sanitärplaner

Frei + Partner Haustechnik


Schartenstrasse 41
5400 Baden
056/ 210 95 33
Elektroplaner

Swisspro AG


Sihlquai 306
8005 Zürich
044 444 11 22

Visualisierung © NightNurse Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Visualisierung © NightNurse
Schwarzplan 1:1000 Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Schwarzplan 1:1000
Grundstück 1:500 Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Grundstück 1:500
Erdgeschoss mit Bestand Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Erdgeschoss mit Bestand
Obergeschoss mit Bestand Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Obergeschoss mit Bestand
Obergeschoss Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Obergeschoss
Fassadenansichten Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Fassadenansichten
Querschnitt 1:100 Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Querschnitt 1:100
Längsschnitt 1:200 Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Längsschnitt 1:200
Abwicklung Dach und Fassade Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Abwicklung Dach und Fassade
Fassadenschnit 1 : 50  Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Fassadenschnit 1 : 50
Fassadendetail 1 : 20  Badmintonhalle Langnau am Albis von Jan Henrik Hansen, Rolf Iseli, Dipl. Architekten ETH SIA
Fassadendetail 1 : 20