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Amor vacui - Haus im Wattenmeer
Kopersandpriel (Wattenmeer), bei, Norden

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Landschaftlicher Kontext © Dominik von Moos1. Physischer Raum - Situation bei Ebbe © Dominik von Moos1. Physischer Raum - Situation Eingang bei Flut © Dominik von Moos1. Physischer Raum - Situation bei Flut © Dominik von Moos2. Mentaler Raum © Dominik von Moos2. Mentaler Raum © Dominik von Moos2. Mentaler Raum © Dominik von Moos2. Mentaler Raum © Dominik von Moos3. Absoluter Raum © Dominik von Moos
Kategorie:
Studentenentwürfe

Basierend auf dem dualistischen räumlichen Modell von physischem (äusseren, objektivem) und mentalem (inneren, subjektivem) Raum, in welchem die Raumwahrnehmung erst stattfindet, wurde das Modell des absoluten Raumes gegenübergestellt, welches Räumlichkeit als reines Gefäss für Inhalt definiert. Der Absolute Raum wird dadurch zum Ur-Raum, wobei dieser allen weiteren Raumkonzeptionen zugrunde liegt.

Aufgrund dieser räumlich theoretischen Disposition wurde ein Entwurf verfolgt, welcher sich den drei Raumkonzeptionen annimmt und ihre gegenseitige Beziehung zum Thema macht.

Von der These überzeugt, dass Architektur als raumfassende- und raumgenerierende Disziplin gesehen werden muss, welche sämtliche und somit auch nicht physische Räume schafft oder zumindest erfahrbar macht, sollte ein Projekt entstehen, welches sich mit der Definition, Konzeption und Verortung von Raum sowie dessen Wahrnehmung auseinandersetzt.

Als Konsequenz der intimen und subjektiven Themensetzung wurde Wohnen als Programm festgelegt, wobei man ein Ferienhaus im kontextuellen Umfeld des Wattenmeers anvisierte. Ein persönlicher, intimer Rückzugsort, um nachzudenken, sich selbst wieder zu finden, um zu sein.

Das Haus enthält gemäss den drei Raumkonzepten drei unterschiedliche, räumliche Universen. Der erste, in sich abgeschlossene und räumlich fassbare Raum beschäftigt sich mit der physischen, äusseren Wirklichkeit, wobei das Thema der Verortung von Architektur und Kontext, Struktur und Hülle, Masse und Filigranität im Vordergrund steht.

Das zweite räumliche Konstrukt thematisiert den mentalen Raum, die innere, subjektive Wirklichkeit, wo Gedanken, Träume und Raumwahrnehmung stattfindet. Es ist der Versuch, dem unendlichen und kaum fassbaren Raum unseres Selbst eine physische Präsenz zu verleihen. Ein Raum, in dem es weder eine Verortung, ein Zentrum, Masse oder Struktur gibt. Ein Raum, dessen unfassbare Hülle fragmentarische Einstülpungen generiert, welche als erleuchtete, begehbare Bilder erscheinen. Räume zwischen Innen und Aussen, in dessen Schnittstelle das Leben mit all seinen Bildern, Erinnerungen und Emotionen in Erscheinung tritt. Räume, wo äussere Raumwahrnehmung auf den inneren mentalen Raum trifft.

Der dritte Kosmos stellt die konzeptionellen Grundsätze des absoluten Raumes dar. Raum ist nichts mehr weiter als ein begehbares Gefäss – reine Räumlichkeit – ohne jeglichen weiteren Inhalt. Es ist der Ur-Raum. Raum in seiner reinsten und abstraktesten Form, wo weder raumbildende architektonische Elemente noch Massstäblichkeit, Distanzen oder Grenzen existieren. Es ist der Ort des absoluten Nichts – der Ort des Potentials.

Student

Dominik von Moos



Raum im Spiegel der Zeit  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
Raum im Spiegel der Zeit
Disposition Raumkonstrukte  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
Disposition Raumkonstrukte
Fassade / Ansicht  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
Fassade / Ansicht
Schnitt  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
Schnitt
1. Physischer Raum - Situation Ebbe  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
1. Physischer Raum - Situation Ebbe
1. Physischer Raum - Situation Flut  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
1. Physischer Raum - Situation Flut
1. Physischer Raum - Technikgeschoss   Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
1. Physischer Raum - Technikgeschoss
2. Mentaler Raum - Wohngeschoss  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
2. Mentaler Raum - Wohngeschoss
3. Absoluter Raum  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
3. Absoluter Raum
Referenz: Arnold Böcklin, die Toteninsel  Amor vacui - Haus im Wattenmeer von
Referenz: Arnold Böcklin, die Toteninsel