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Alters- und Pflegeheim, Familien- und Priesterwohnungen
Frauensteinmatt 1, Zug

Kategorie:
Fürsorge und Pflege
Fertigstellung:
2011
Geschossfläche:
13'940 m²
Gebäudevolumen:
80'000 m³

Stüssi Betonvorfabrikation AG
Stüssi Betonvorfabrikation AG
Morgentalstrasse 2
8108 Dällikon
Tel. 044 847 29 40
Fax. 044 847 29 59
www.stuessi-ag.ch

Architekt/Planer,

Michael Meier und Marius Hug Architekten AG
Binzstrasse 12
8045 Zürich
044 451 91 41

Das Areal Frauensteinmatt liegt in unmittelbarer Nähe der Altstadt von Zug. Herrschaftliche Villen mit Gartenanlagen entlang der Ausfallstrasse, in die Hanglage eingebettete Einfamilienhäuser, die sich zum See hin orientieren, der Hof Zurlauben mit Obstgarten sowie freistehende, grossmassstäbliche Bauten von öffentlicher Bedeutung sind Teile der angrenzenden Bebauung. Entsprechend der öffentlichen Bedeutung des Alterszentrums Frauensteinmatt orientiert sich die Bebauungsstruktur an den grossmassstäblichen Bauten. Durch die polygonale Gebäudeabwicklung treten die Dimensionen der Baukörper unterschiedlich in Erscheinung. Auf diese Weise wird die Körnigkeit der kleineren Bauten berücksichtigt und es entstehen sich zur Aussicht öffnende Zwischen- und Aussenräume, welche die topographischen Qualitäten mit einbeziehen. Eine Anlage die weder eine Vorder- noch Rückseite hat; vielmehr eine Anlage, die durch eine offene, allseitige Ausrichtung charakterisiert wird.

Das Raumprogramm wird auf mehrere Gebäude verteilt: Die Wohnungen der Stiftung «Priesterheim zum Frauenstein» befinden sich im dreigeschossigen Gebäude im nördlichen Bereich des Areals. Das Alters- und Pflegeheim folgt östlich als viergeschossiger Gebäudekörper mit Attika. Das Gebäude mit den Alters- und Familienwohnungen und Kinderkrippe positioniert sich in einer bestehenden Lichtung der Gartenanlage der Villa Stadlin. Der architektonische Ausdruck der Gebäude und die Plastizität der Volumetrien wird geprägt durch die Ausbildung der Loggien. Umlaufende Fensterbänder folgen in ihrer Abwicklung den nach innen versetzten und geschützten Aussenbereichen der einzelnen Wohnungen. Die Brüstungsbänder aus vorfabrizierten Betonelementen sowie die dunkel gehaltenen Holz-Metall-Fenster verleihen den Gebäuden eine einprägsame und zurückhaltende Erscheinung, die an Wohngebäude in einer Gartenlandschaft erinnert.

Das Frauensteinmatt trägt in seinem Aussenraum die Wesenszüge zweier auf den ersten Blick sehr konträrer Freiraumtypologien in sich. Die Gebäude stehen mitten in einer Gartenlandschaft, die sowohl Landschaft als auch Garten ist und sich grundsätzlich von einem Baum bestandenen Park mit öffentlichem Charakter unterscheidet. Die gartentypischen Strukturen wie prächtig blühende Kleinstrauchbänder und Staudenfluren verlassen den üblichen introvertierten Ort des Gartens und leiten hier den Spaziergänger durch die Anlage, schaffen lauschige Plätze und strukturieren den Aussenraum, ohne diesen zu verstellen. Denn Übersicht, Offenheit und ein verzweigtes Wegesystem als Teil der Zuger Landschaft zwischen Zugerberg und See ist genauso bestimmendes Merkmal der Anlage. Aus diesem Grund sind die wenigen bestehenden und neuen Bäume nicht als tragendes Grundgerüst zu lesen, sondern bezeichnen, der Situation angepasste Orte. Das durch abwechslungsreiche Rundgänge verbundene Wegnetz erschliesst die vier Wohngebäude primär von der Altstadt her und integriert die neue S-Bahn-Station ganz selbstverständlich.


Beschrieb Alters- und Pflegeheim, Familien- und Priesterwohnungen von Michael Meier und Marius Hug Architekten AG
Beschrieb
Grundriss Priesterheim zum Frauenstein Alters- und Pflegeheim, Familien- und Priesterwohnungen von Michael Meier und Marius Hug Architekten AG
Grundriss Priesterheim zum Frauenstein
Grundrisse Alters- und Pflegeheim, Familien- und Priesterwohnungen von Michael Meier und Marius Hug Architekten AG
Grundrisse
Schnitt Alters- und Pflegeheim, Familien- und Priesterwohnungen von Michael Meier und Marius Hug Architekten AG
Schnitt