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5egg Flawil
Bahnhofstrasse 33 / Oberdorfstrasse 1, Flawil

Kategorie:
Fürsorge und Pflege
Fertigstellung:
2019
Gebäudeanzahl:
1
Stockwerke:
5
Untergeschosse:
1
Anzahl Wohnungen:
30
Grundstücksfläche:
1329 m²
Geschossfläche:
4897 m²
Gebäudevolumen:
16'844 m³
Gebäudekosten BKP 2:
14 Mio. CHF

Der markante, fünfeckige Neubau am Bahnhofplatz von Flawil verfügt über 30 altersgerechte Wohnungen, eine Pflegestation, den Spitexstützpunkt und ein öffentliches Restaurant im Erdgeschoss und bietet rüstigen Rentnern und Personen die Pflege benötigen, unabhängiges Alterswohnen.

Ausgangslage
Die Flawiler Stiftung für Wohnungen mit Pflegeangebot (WOPF) übernahm das Grundstück mitsamt bestehendem Gestaltungsplan, mit der Idee, darauf ihr neuartiges Konzept für das Wohnen im Alter zu realisieren.
Das Problem war, dass der Gestaltungsplan wegen einer Einsprache gegen das bestehende Projekt blockiert war und nur ein Wettbewerb mit Fokus auf eine "städtebauliche Vorzüglichkeit" die vorliegende Einsprache abwenden konnte.


Entwurfsidee
Es schien uns wichtig das neue Haus am Platz im in einer unaufgeregten und zeitlosen Modernität zu gestalten, wie wir sie zum Beispiel von Häusern in Norditalien der 50er Jahre her kennen. Die repräsentative Fassade wurde durch ein Sockelgeschoss und ein Gurtgesims im obersten Geschoss in den Kontext eingepasst. Die Profilierung der Betonelemente sollte zusammen mit den französischen Fenstern, den ornamentalen Geländern und den expressiven Stoffmarkisen zu einem reichhaltigen, feingliedrigen Ausdruck führen, der sich gut in die kleinteilige Umgebung mitten im Zentrum einpasst. Die Arkade und das dahinterliegende öffentliche Restaurant, bilden das Gesicht zum Bahnhofplatz.

Als zweite leitende Idee war es uns wichtig, dem Programm des Wohnens im Alter (und den gängigen Bildern dazu) den Fokus auf das Wohnliche und Elegante gegenüberzustellen. Das Innere des Hauses wurde deshalb durch zwei grosszügige Atrien gegliedert, die in Ihrer Ausgestaltung an eine Hotellobby erinnern und zum Verweilen einladen sollen. Die ringsherum angeordneten Wohnungen wurden wenn immer möglich an den Gebäudeecken organisiert, sodass möglichst verschiedene Ausrichtungen entstehen. Einer Perlenkette ähnlich wurden Entrée, Wohnraum und Erkerküche aufgereiht, sodass trotz knapp bemessenen Flächen eine unerwartete Grosszügigkeit entsteht. Zusammen mit der zurückhaltend edlen Materialisierung sollte man den Wohnungen die Pflegetauglichkeit nicht ansehen.


Projektierung
Die Planung und Ausführung der Fassadenkonstruktion aus selbsttragendem Kalksteinbeton hat sich als aufwendig erwiesen, da man nur teilweise auf bekannte Konstruktionsmethoden zurückgreifen konnte und deshalb vieles neu erarbeitet werden musste. Die vielfältige Reliefierung führte dazu, dass wir auf ein Mischsystem zurückgreifen mussten, bei dem teilweise riesige, vorgefertigte Teile in die Schalung gestellt und mit dem Rest vergossen werden mussten. Um wiederum die Farbunterschiede, die sich bei Vorfertigung und Betonieren vor Ort ergeben, zu minimieren und den gewünschten monolithischen Eindruck zu erhalten, wurde die gesamte Fassade gestockt. Der Kalkstein, der dadurch freigelegt wurde, gibt dem Haus die feine und charakteristische Farbgebung.

Anspruchsvoll war auch die Tatsache, dass die an sich einfach klingende Idee des «Wohnen mit Dienstleistungen» unterschiedliche Kooperationspartner zusammenführte und so das Betriebskonzept rollend entwickelt werden musste. Erschwerend kam dazu, dass die Platzverhältnisse knapp waren und Diensträume geteilt werden mussten. Die verschiedenen Unternehmenskulturen der Kooperationspartner und deren Bedürfnisse prallten aufeinander und von allen Seiten mussten Kompromisse eingegangen werden. Wir als Planer waren da natürlich direkt betroffen und wurden in die Diskussionen und Lösungsfindungen wortwörtlich «reingezogen». Dies war eine sehr aufwendige, aber auch interessante und lehrreiche Phase des Projekts.


Publikation
Artikel "Für einen langen Lebensabend", Tec21 Ausgabe 04/2020
Interview "Eine urbane Villa Kunterbunt", Auftakt Online-Serie "Debüt", Erstlingswerke junger Schweizer Architekturbüros, espazium.ch

Kästli & Co. AG Sonnen- & Wetterschutz

Kästli & Co. AG Sonnen- & Wetterschutz


Hühnerhubelstrasse 63
3123 Belp
Müssig AG

Müssig AG


Buchenhölzlistrasse 8
8580 Amriswil

Architekt/Planer

Brechbuehler Walser Architekten


Zweierstrasse 106
8003 Zürich
044 515 45 35

Situation  5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Situation
Erdgeschoss 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Erdgeschoss
1.Obergeschoss 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
1.Obergeschoss
2.-4.Obergeschoss 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
2.-4.Obergeschoss
Untergeschoss 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Untergeschoss
Dachaufsicht 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Dachaufsicht
Schnitt  5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Schnitt
Nordost-Ansicht 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Nordost-Ansicht
Nord-Ansicht 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Nord-Ansicht
Nordwest-Ansicht 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Nordwest-Ansicht
Südwest-Ansicht 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Südwest-Ansicht
Südost-Ansicht 5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Südost-Ansicht
Detailplan Oberflächen  5egg Flawil von Brechbuehler Walser Architekten
Detailplan Oberflächen