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Twin Houses
St. Niklausenstrasse 75, Horw

  • Kategorie:
  • Ein- / Zweifamilienhäuser Neubau
Kategorie:
Wohnen (bis 2 Wohneinheiten)
Fertigstellung:
2011
Geschossfläche:
509 m²
Gebäudevolumen:
1936 m³

BIENE FENSTER AG
BIENE FENSTER AG
Dorfstrasse 20
6235 Winikon
Tel. 041 935 50 50
Fax. 041 935 50 25
info@biene-fenster.ch
www.biene-fenster.ch


Architekt/Planer

Halter Casagrande Partner AG
Obergrundstrasse 121
6005 Luzern
041 318 41 41



See und Landschaft
Das Doppeleinfamilienhaus befindet sich in unmittelbarer Nähe des Vierwaldstättersees in Kastanienbaum Luzern. Das Grundstück ist zum See hin verbunden mit einem Mischwald aus Eichen, Birken, Kastanien- und Nadelbäumen. Die Erfahrung von Spaziergängen im Wald mit seiner atmosphärischen Dichte von Licht und Schatten und das Erlebnis einer Blumenwiese auf dem Grundstück haben den Entwurf nachhaltig beeinflusst. Das neue Haus wird in diese malerische Landschaft so eingesetzt, dass ein Minimum des Grundstückes überbaut wird. Ein Betonsockel mit Rampe und breiter Treppe zum Wald hin übernimmt den Geländesprung der Parzelle. Der neue Aussenraum hat viel von der alten Atmosphäre bewahrt, und er wird durch Birken, Kirschbäume und Hecken verdichtet. Durch die Präsenz der Landschaft verstärkt sich die Wahrnehmung eines Wohnens in der Natur.

Spannung zwischen Innen und Aussen
Eine feine Glashaut im Erdgeschoss ermöglicht einen direkten Bezug des Wohnraumes zum Aussenraum. Durch den schwebenden Gebäudekörper nimmt das Gebäude die Natur auf und bildet einen zweifach lesbaren Raum: Je nach Benutzung der Holzrolläden zählt die Terrasse zum Aussen- oder Innenraum. Auf diese Weise kann zum Beispiel der offene Autounterstand in eine geschlossene Garage umgewandelt werden. Intensiviert wird diese Beziehung zwischen Innen und Aussen durch die Farb- und Materialwahl. Beton, schwarz eingefärbt, und rötlicher Kirschbaum (Jatoba) bilden einen Kontrast zum Grün der Natur. Der Innenraum mit seiner dunklen Materialisierung nimmt sich durch die Farbgebung optisch zurück, und die Umgebung beginnt je nach Sonneneinfall zu leuchten. Die glänzenden Spiegelflächen der Schreinerarbeiten reflektieren die Natur im Innenraum und verstärken die Naturverbundenheit.

Rampe als verbindendes Element
Die Länge des Gebäudes wird durch Rampen erfahrbar. Sie sind das verbindende, räumliche Element vom offenen Wohnen zu den privaten Räumen. Das Erdgeschoss ist am Morgen nach Osten Richtung Wald besonnt, am Nachmittag scheint die Sonne von Westen über den Hügel in den Innenhof im Obergeschoss. Dieser dient als optische Erweiterung des Wohnraumes im Obergeschoss und verbindet das Geschoss durch eine Aussentreppe mit dem Dachgeschoss. Die Rampen unterstützen die Absicht eines grosszügigen „Spazieren“ im Haus, und vermitteln den Bewohner ein Gefühl von Offenheit und Weite für das Wohnen.

Intimität und Geborgenheit
Das Haus erschliesst sich dem Betrachter von Aussen nicht auf den ersten Blick. Im Erdgeschoss reflektieren die starken Spiegelungen der Umgebung, die Holzrolläden verschleiern die Bewegungen im Innenraum, und der schwebende Betonkörper wirkt eher geschlossen. Nur quer zum Betonkörper sind Öffnungsschlitze vorhanden, jedoch Fenster fehlen...Etwas Mysteriöses und Verborgenes umgibt das Haus. Der Bewohner wohnt im Haus. Die Fassaden zeigen nicht alles, gewisse Dinge sind drin, und die sind Privat. Anders verhält es sich mit dem Wohnen im Innern. Jeder Innenraum erhält einen terrassenartigen Aussenraum. Dadurch verstärkt sich die Beziehung zwischen Innen und Aussen, und trotz grosser Öffnungen bleibt die Schwelle von Intimität und Geborgenheit bewahrt.

Unterschiedliche Raumqualitäten
Die Räume im Erdgeschoss sind auf die Beziehung zur Natur ausgerichtet. Im Obergeschoss hingegen bieten die Terrassen vor den Privaträumen einen räumlichen Filter zur Umgebung. Die Öffnung in den Fassaden bieten einen gezielten Ausblick zur Umgebung und zum Wald, ein sich je nach Jahreszeit wechselndes Bild eröffnet sich dem Bewohner. Der Innenhof im Weiteren sucht eine Konzentration des Innen- und Aussenraums auf sich selbst. Seitlich erzeugen runde Öffnungen ein Lichtspiel in den Hof, und die runden Perforierungen des Betons lassen die Dicke und dunkle Durchfärbung des Materials erlebbar werden. Die Dachterrasse wiederum bietet dem Bewohner eine ganz andere Qualität von Wohnen. Im Sommer dient die Dachterrasse als zusätzlicher Wohnraum. Ein grossartiger Weitblick auf See und Berge öffnet den Blick auf die Landschaft. Die Dachlandschaft wird durch einen länglichen Pool geprägt, welcher die Trennung der beiden Wohneinheiten darstellt. Die Verbindung zum naheliegenden See wird optisch und physisch spürbar. In der Nacht löst sich das Gebäude und der schwarze Pool in der Dunkelheit förmlich auf, und das Baden unter freiem Sternenhimmel wird zum Erlebnis.

Verlangsamung des Raums
Die Räume sind dunkel gehalten, und punktuell mit künstlichem Licht akzentuiert. Der natürliche Lichteinfall durch die grossen Fensterfronten wird durch die Absorption an den dunklen Wänden und Decken sanft gebremst, und eine gedämpfte Lichtstimmung stellt sich ein. Helle und sehr farbige Räume regen an, dunklere Räume haben die Eigenschaften von Rückzug , Ruhe und Stille. Somit stellt sich im Gegensatz zur hektischen Arbeitswelt ein Eindruck einer „Verlangsamung des Raumes“ für das Wohnen ein.

Reduktion der Materialien
Im Doppelhaus sind nur drei Materialien vorhanden: Der schwarz eingefärbte Beton wird als sichtbarer Konstruktionsbeton für die Wände und Decken verwendet, die Terrassenböden sind als Monobeton konstruiert. Der rötlich schimmernde, sehr harte Kirschbaum aus Brasilien (Jatoba) wird für alle Böden im Innenraum, den Holzrost der Dachterrasse und die Untersichten der Terrassen im Erdgeschoss verwendet. Durch seine Materialqualität kann das Holz sogar als Duschenboden im Bad eingesetzt werden. Ergänzt werden diese zwei Materialien durch glänzende, dunkle Schreinerarbeiten. Durch die Spiegelung entmaterialisieren sich die Küchen und Schrankfronten. Erst die Materialkomposition erzeugt im Raum eine dichte physische und psychische Stimmung und einmalige Atmosphäre. Die Materialien „klingen“ zusammen und kommen zum Strahlen.

Zeitlose Architektur
Der Körper der Architektur, die Form, die logische Konstruktion und die Funktionen sind für den Ort und den Gebrauch der Bewohner entwickelt. Das harmonische Zusammenspiel gibt dem Haus seinen „Klang“, der nachhaltig sein wird. Das Haus ist für den Ort entworfen, und würde anderswo keinen Sinn machen. Zeitlose Architektur jenseits von Trends und Formenspielereien ist der Anspruch an das Doppelhaus Kastanienbaum.


Twin houses Kastanienbaum (PDF) Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Twin houses Kastanienbaum (PDF)
Grundrisse 1:200 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Grundrisse 1:200
Längsschnitte 1:200 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Längsschnitte 1:200
Quer- Längsschnitt 1:200 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Quer- Längsschnitt 1:200
Nord- und Suedfassade 1:200 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Nord- und Suedfassade 1:200
Ost- und Westfassade 1:200 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Ost- und Westfassade 1:200
Schemaschnitt 1:2500 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Schemaschnitt 1:2500
Situation 1:2500 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Situation 1:2500
Detailschnitt 1:50 Twin Houses von Halter Casagrande Partner AG
Detailschnitt 1:50