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Sanierung und Erweiterung Kantonsschule Heerbrugg
Karl Völkerstrasse 11, Heerbrugg

huggenbergerfries Architekten AG
Architekten ETH SIA BSA

© Hanspeter Schiess, Trogen© Hanspeter Schiess, Trogen© Beat Bühler, Zürich© Beat Bühler, Zürich© Hanspeter Schiess, Trogen© Hanspeter Schiess, Trogen© Hanspeter Schiess, Trogen© Hanspeter Schiess, Trogen© Hanspeter Schiess, Trogen© Hanspeter Schiess, Trogen© Beat Bühler, Zürich© Beat Bühler, Zürich
Kategorie:
Unterricht, Bildung und Forschung
Fertigstellung:
2013
Grundstücksfläche:
39'257 m²
Geschossfläche:
19'215 m²
Nutzfläche:
11589 m2
Gebäudekosten:
39.4 Mio. CHF

Türenfabrik Brunegg AG
Kirchstrasse 3
5505 Brunegg
Tel. 062 887 30 50
Fax. 062 887 30 60
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www.brunex.ch

Architekt/Planer

huggenbergerfries Architekten AG
Architekten ETH SIA BSA
Badenerstrasse 156
8004 Zürich
044 298 88 70


SANIERUNG UND ERWEITERUNG KANTONSSCHULE HEERBRUGG

KONTEXT
Anerkennung des Vorgefundenen
Die Kantonsschule Heerbrugg steht am Übergang der Siedlungsstruktur zum Landschaftsraum. Das Gebäudeensemble setzt sich aus dem Schultrakt und dem Sporttrakt zu einer Z-förmigen Anlage zusammen und scheidet eine dem Dorf zugewandte Eingangsseite und einen Grünraum zur Landschaft hin aus. Diese sinnfällige Grundkonzeption der Kantonsschule aus dem Jahre 1975 bleibt auch Ausgangslage für die Erweiterung.
Der bestehende Mitteltrakt als Verbindung der beiden Teile konnte mit seiner informellen Struktur sowohl städtebaulich wie auch räumlich nicht überzeugen, zu sehr franste hier die Gebäudevolumetrie in aufwändige Oberflächenabwicklungen aus. Das Konzept zur Erweiterung der Kantonsschule Heerbrugg setzt an dieser Schwachstelle an. Zwischen den räumlich wertvollen Westtrakt und die Sporthalle wird der höhengestaffelte Neubau gesetzt und führt die Anlage zu einer Einheit zusammen. Die Eingangssituation wird mit dem neuen Gesicht zum Dorf geklärt. Ein überhohes Erdgeschoss mit Eingangshalle, Aula und Mensa stellt einen grosszügigen Bezug zwischen aussen und innen her und verbindet die Eingangsseite mit dem Landschaftsraum.

ARCHITEKTUR & GESTALTUNG
Weiterbauen als Gestaltungsstrategie
Der Neubau entwickelt die kraftvolle Architektur des Westtraktes aus den 70er Jahren weiter und interpretiert sie in zeitgenössischer Weise. Auf der Suche nach Kontinuität werden die Merkmale der ursprünglichen Baustrukturen erhalten und die vorgefundenen räumlichen Qualitäten weitergestrickt, so dass Alt und Neu zu einer Ganzheit zusammenwachsen.
Im Äussern ist es die markante Fassadengliederung des Westtraktes, die im Neubau weiterentwickelt und rund um das ganze Gebäude in Gestaltungsvariationen angewendet wird. Im Innern sind es die kassetierten Sichtbetondecken im Bestand, aus denen für den Neubau die vorfabrizierten Betonrippenelemente abgeleitet sind; sie führen das Thema der strukturierten Oberfläche weiter. Im Erschliessungsbereich wird das räumliche Prinzip der öffentlichen Bereiche in den Neubau überführt; es entsteht ein vielseitiges Raumkontinuum, bei dem Alt und Neu ineinandergreifen. Die Aufgliederung von statischer Struktur und Fensterschicht erzeugt in der Fassade ein vielseitiges Licht- und Schattenspiel. Im Innern wird mit dem Licht die Tiefe der Oberfläche bearbeitet: der Rippenhohlraum wird zum Leuchtkörper; das Licht der im wechselseitigen Raster angeordneten Leuchten lässt ein gewobenes Muster entstehen.
Die Suche nach gestalterischer Einheit hatte eine Verschmelzung von Neu und Alt zum Ziel. Das Verwischen der Nahtstellen führte in der Ausführung zu komplexen Abläufen. Doch so konnte die Gestalt und der Charakter der Schule als Ganzes gestärkt werden.

RAUM UND NUTZUNG
Gliederung des Raumprogrammes
Die doppelgeschossige Eingangshalle mit dem neuen Eingangsbereich ist pulsierender Dreh- und Angelpunkt der gesamten Schulanlage. Zusammen mit der Eingangshalle bilden der Pausenbereich im Westtrakt, sowie die Bibliothek, Mensa und Aula ein offenes Erdgeschoss als Raumkontinuum. Ein galerieartiger Umgang säumt die überhohe Eingangsalle im 1. Obergeschoss und verbindet die unterschiedlichen Niveaus der Splittlevels aus dem Westtrakt mit dem Neubau.
Im Westtrakt ist im Übergang des Splittlevels die grosszügige Oblichthalle ein attraktiver Bereich für den Schüleraufenthalt. Sie wird geformt vom südseitigen, dreigeschossigen Unterrichtstrakt und dem nordseitigen, zweigeschossigen Trakt der Naturwissenschaften.
Die zentralen Treppenanlagen weisen in der Eingangshalle in die unterschiedlichen Richtungen und ermöglichen kurze Wege. Die ebenfalls öffentlich zugänglichen Sporthallen verfügen über einen separaten Eingang und sind mit einem belichteten Korridor mit der Haupthalle kurzgeschlossen.
Die Verwaltung liegt zentral im 1. Obergeschoss, ebenso die Räume für die Lehrer am Umgang zur Eingangshalle. In den oberen Geschossen befinden sich die neuen Unterrichtsräume. Bildnerisches Gestalten und Musik sind im 1. und 2. Obergeschoss im Nordteil des Gebäudes zusammengefasst. Individuelle Schülerarbeitsplätze befinden sich jeweils am Ende der sich zur Fassade öffnenden Erschliessungsräume.
Die Unterrichtsräume sind gleichartige Räume und können flexibel genutzt werden. Die Dreifachsporthalle kann als Mehrzwecksaal, die Aula und auch die Mensa ausserhalb der Schulzeiten von Vereinen und Organisationen belegt werden. Bei zwei Klassenzimmern ist die Planung auf den Umbau vom Klassenzimmer zu zwei Gruppenräumen ausgelegt worden, ein Grossgruppenraum kann in zwei Kleingruppenräume aufgeteilt werden, zwei Klassenzimmer können mit je einem Gruppenraum zu einem Vorlesungsraum zusammengeschaltet werden.

FASSADE, TRAGSTRUKTUR & MATERIALITÄT
Einheit von Tragstruktur und architektonischem Ausdruck
Die Erweiterung der Kantonsschule sucht in ihrer Gestalt das Spannungsverhältnis zwischen der Eigenständigkeit der Teile und der Ganzheit. Die statische Struktur ist bereits ein prägendes Element der bestehenden Architektur, auch im Neubau wird ihre Kraft unmittelbar spürbar mit der Erkennbarkeit der konstruktiven Elemente. Durch die Aneinanderreihung entstehen serielle Strukturen; im Innern durch die vielen Einzelteile der

Publikation
Architektur-Jahrbuch 2017 der Schweizer Baudokumentation



Dachgeschoss M 1:750

Erdgeschoss M 1:750

Nordfassade M 1:750

Ostfassade M 1:750

Südfassade M 1:750

Westfassade M 1:750

1. Obergeschoss M 1:750

2. Obergeschoss M 1:750

3. Obergeschoss

Längsschnitt 14-14 M 1:750

Schwarzplan M 1:5000

Längsschnitt N-N M 1:750

1. Untergeschoss M 1:750

Längsschnitt N-N M 1:750